01
Faltwand
Paarweise verbundene Lamellen, schnelle Bedienung, geringer Platzbedarf im Paket.
Mobile Trennwände teilen große Räume nur so lange, wie es gebraucht wird. Für die Auswahl zählen drei Dinge, die in Prospekten selten zusammen stehen: welche Bauart zur gewünschten Schalldämmung passt, wohin die Elemente verschwinden, wenn die Wand offen ist, und was am Bau von dem Laborwert übrig bleibt. Diese Seite ordnet die Systeme und benennt die Entscheidungen, die vor der Ausschreibung fallen müssen.

01
Paarweise verbundene Lamellen, schnelle Bedienung, geringer Platzbedarf im Paket.
02
Einzeln verfahrbare Elemente – die höchste erreichbare Schalldämmung dieser Bauarten.
03
Wenige große Flügel, große Glasflächen, schlanke Optik.
04
Maßgeblich ist R'w der eingebauten Trennung, nicht der Prospektwert Rw.
05
Seitlich, Nische, Parkraum oder Weiche – der Platzbedarf gehört in den Grundriss.
06
Massivdecke oder Unterkonstruktion – statisch beurteilt vor der Vergabe.
Kapitel 01
Der Markt für mobile Trennwände kennt drei Grundbauarten, und sie unterscheiden sich weniger im Aussehen als in der erreichbaren Schalldämmung und im Platzbedarf im geöffneten Zustand. Die klassische Faltwand besteht aus paarweise angeordneten Lamellen, die sich harmonikaartig zusammenfalten. Die Elementwand – häufig auch Mobilwand oder Mobiltrennwand genannt – setzt sich aus einzelnen, voneinander unabhängigen Elementen zusammen, die einzeln in der Deckenschiene verfahren werden. Die Schiebewand arbeitet mit wenigen großen Flügeln und wird vor allem dort eingesetzt, wo Transparenz wichtiger ist als Schalldämmung; dort kommen Glaselemente zum Einsatz. Wer eine mobile Trennwand ausschreibt, legt mit der Bauart bereits fest, welche Schalldämmung überhaupt erreichbar ist – nachrüsten lässt sich das später nicht.
| Bauart | Prinzip | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Faltwand | Paarweise verbundene Lamellen, harmonikaartig gefaltet | Schnelle Bedienung, geringer Platzbedarf im Paket | Viele Fugen, dadurch begrenzte Schalldämmung |
| Elementwand (Mobilwand) | Einzelne Elemente, unabhängig in der Deckenschiene verfahrbar | Höchste erreichbare Schalldämmung, Elemente einzeln tauschbar | Bedienzeit steigt mit der Elementzahl, Parkfläche erforderlich |
| Schiebewand | Wenige große Flügel, seitlich zusammengeschoben | Große Glasflächen, sehr schlanke Optik | Schalldämmung deutlich unter der Elementwand |
| Stellwand (mobil, freistehend) | Rollbare Einzelwände ohne Deckenanbindung | Kein Eingriff in die Decke, sofort einsetzbar | Nur Sicht- und Zonentrennung, keine Schalltrennung |
Kapitel 02
Der Wert, den Hersteller mobiler Trennwände angeben, ist das bewertete Schalldämm-Maß Rw. Es wird im Prüfstand nach DIN EN ISO 10140 gemessen und nach DIN EN ISO 717-1 zu einer Einzahl zusammengefasst. Im Prüfstand sind Nebenwege konstruktiv ausgeschlossen. Am Bau existieren sie: über die Deckenkammer oberhalb der abgehängten Decke, über den Doppelboden, über die Anschlussfuge zur Massivwand und über die umlaufenden Dichtungen der Elemente. Was tatsächlich zwischen zwei Räumen ankommt, ist deshalb das Bau-Schalldämm-Maß R'w, und es liegt regelmäßig unter dem Prospektwert. Für die Ausschreibung folgt daraus eine einfache Regel: Fordern Sie den Kennwert für die eingebaute Trennung – nicht den Wert des Bauteils allein. Vier Ebenen bestimmen das Ergebnis, und für jede ist jemand anderes zuständig.
| Ebene | Was dort passiert | Zuständig |
|---|---|---|
| Element | Aufbau, Masse und innere Dämpfung des Wandelements | Hersteller |
| Nebenweg Decke | Schall läuft über die Deckenkammer oberhalb der abgehängten Decke | Ausbauplanung (Schottung erforderlich) |
| Nebenweg Boden | Schall läuft über den Hohlraum des Doppelbodens | Ausbauplanung (Schottung erforderlich) |
| Dichtungen und Anschlüsse | Boden- und Deckendichtung, Anschlussfuge zur Massivwand | Montage |
Kapitel 03
Die Frage nach der Parkfläche entscheidet häufiger über die Machbarkeit als die Schalldämmung – und sie wird in der Planung fast immer zu spät gestellt. Eine mobile Trennwand verschwindet nicht: Ihre Elemente stehen im geöffneten Zustand irgendwo, und dieser Platz fehlt dann in der Nutzfläche. Für die Raumtrennung großer Räume gibt es dafür vier gängige Lösungen, die sich in Kosten und baulichem Aufwand deutlich unterscheiden.
Kapitel 04
Mobile Trennwände hängen. Die gesamte Last der Elemente wird über die Laufschiene in die Decke eingeleitet, und das ist der Punkt, an dem die Planung entweder früh klärt oder später teuer nachbessert. Bei einer Massivdecke ist der Lastabtrag in der Regel unkritisch; bei Trapezblech-, Holz- oder Rippendecken braucht es eine Unterkonstruktion, die vor der Vergabe statisch beurteilt sein sollte. Die zweite Entscheidung betrifft die Bodenführung: Systeme ohne Bodenführung erlauben eine schwellenfreie Fläche und lassen die Elemente frei verfahren; Systeme mit Bodenriegel führen die Elemente sicherer, hinterlassen aber eine Führung im Bodenaufbau. Für Räume, die täglich umgebaut werden, ist die schwellenfreie Variante praktisch immer die richtige – für Räume, die zweimal im Jahr geteilt werden, ist der Mehrpreis selten begründbar.
Kapitel 05
Zwei Regelwerke greifen bei mobilen Trennwänden regelmäßig ein. Das Brandverhalten der eingesetzten Baustoffe wird nach DIN EN 13501-1 klassifiziert; welche Klasse gefordert ist, ergibt sich aus der Nutzung und der Landesbauordnung, nicht aus dem Produktprospekt. Der zweite und in der Praxis häufiger übersehene Punkt ist der Fluchtweg. Eine mobile Trennwand teilt einen Raum – und damit möglicherweise auch dessen Fluchtwege. Die ASR A2.3 regelt Fluchtwege und Notausgänge in Arbeitsstätten; Türen im Verlauf von Fluchtwegen müssen in Fluchtrichtung aufschlagen, weshalb Schiebe- und Faltelemente dort in aller Regel ausscheiden. Wer einen Raum dauerhaft teilbar plant, muss beide Teilräume für sich betrachten: Jeder Teilraum braucht seinen eigenen, ausreichend breiten Fluchtweg – auch im geschlossenen Zustand der Wand. Die Details dazu stehen im Ratgeber Fluchtwege in der Trennwandplanung.
ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge“ (BAuA)
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
Kapitel 06
Die Spanne bei mobilen Trennwänden ist groß, und sie ist es aus nachvollziehbaren Gründen. Der Preis pro Quadratmeter Wandfläche folgt im Wesentlichen vier Größen: der geforderten Schalldämmung, der Bauart, der Art der Parkfläche und dem Aufwand am Deckenanschluss. Eine einfache Faltwand für die gelegentliche Sichttrennung liegt am unteren Ende, eine hoch schallgedämmte Elementwand mit Parknische und Unterkonstruktion am oberen. Die folgende Übersicht ordnet die Kostentreiber, damit im Angebotsvergleich sichtbar wird, warum zwei Angebote für dieselbe Wandfläche weit auseinanderliegen können; die Preisspannen je System stehen im Ratgeber Mobile Trennwände.
| Kostentreiber | Wirkung auf den Preis | Wann er greift |
|---|---|---|
| Geforderte Schalldämmung | stärkster Einzeltreiber | Sobald Sprachvertraulichkeit zwischen den Teilräumen gefordert ist |
| Bauart | Elementwand über Faltwand | Bei hohen Anforderungen an Dämmung und Elementtausch |
| Parkfläche | Nische und Weiche verteuern deutlich | Wenn die Elemente nicht sichtbar bleiben dürfen |
| Deckenanschluss | Unterkonstruktion als eigene Position | Bei Trapezblech-, Holz- und Rippendecken |
| Glasanteil | erhöht Gewicht und Beschlagsaufwand | Bei transparenten Elementen und Türen |
| Oberfläche | geringer Einfluss | Bei Sonderfurnieren und Digitaldruck |
Kapitel 07
Die Reihenfolge ist wichtiger als sie aussieht: Wer mit der Oberfläche beginnt und die Decke zuletzt prüft, baut Entscheidungen auf, die später wieder aufgemacht werden müssen. Diese Folge hat sich in der Planung bewährt.
Kapitel 08
Nicht jede Fläche, die heute flexibel sein soll, braucht eine mobile Trennwand. Wird ein Raum seltener als etwa monatlich geteilt, ist eine feste, aber demontierbare Systemtrennwände meist die wirtschaftlichere Antwort: Sie erreicht höhere Schalldämmwerte, braucht keine Parkfläche und lässt sich bei einer Flächenänderung versetzen. Umgekehrt gilt: Wo täglich oder wöchentlich geteilt wird, amortisiert sich die mobile Lösung schnell, weil sie ohne Handwerker auskommt. Die Zwischenform ist eine feste Trennwand mit großzügigem Türelement – sie trennt dauerhaft und öffnet punktuell. Ergänzend dazu ordnen Akustiklösungen die raumakustische Seite und Glaswände die transparente Variante der festen Raumtrennung.
Branchenübergreifend bewährt – jede Konfiguration auf den jeweiligen Einsatz ausgelegt.
Feste, demontierbare Wandsysteme – höhere Schalldämmwerte, keine Parkfläche.
Transparente Raumtrennung mit Ganzglas- und Rahmensystemen.
Absorber und Raumakustik für geteilte und offene Flächen.
Typen, Einsatzszenarien und Preisspannen je System.
Bauarten, Abgrenzung zu Systemtrennwänden und Office-Pods.
Das hängt vor allem von der Bauart ab: Elementwände liegen deutlich über Faltwänden, Schiebewände mit großem Glasanteil darunter. Entscheidend ist aber nicht der Prospektwert Rw aus dem Prüfstand, sondern das Bau-Schalldämm-Maß R'w der eingebauten Trennung – es fällt niedriger aus, weil Deckenkammer, Doppelboden und Anschlussfugen Nebenwege bilden.
Die Faltwand besteht aus paarweise verbundenen Lamellen, die sich zusammenfalten; sie ist schnell zu bedienen, hat aber viele Fugen. Die Elementwand besteht aus einzelnen, unabhängig verfahrbaren Elementen; sie erreicht höhere Schalldämmwerte und einzelne Elemente lassen sich tauschen, braucht dafür aber eine geplante Parkfläche.
Nicht zwingend. Systeme ohne Bodenführung lassen die Elemente frei in der Deckenschiene verfahren und halten die Bodenfläche schwellenfrei. Systeme mit Bodenriegel führen die Elemente sicherer, hinterlassen aber eine Führung im Bodenaufbau. Für täglich genutzte Räume ist die schwellenfreie Variante meist die bessere Wahl.
Eine mobile Trennwand darf einen Fluchtweg nicht unterbrechen. Nach ASR A2.3 müssen Türen im Verlauf von Fluchtwegen in Fluchtrichtung aufschlagen; Schiebe- und Faltelemente scheiden dort in der Regel aus. Jeder Teilraum braucht auch im geschlossenen Zustand der Wand seinen eigenen, ausreichend breiten Fluchtweg.
Die Elemente verschwinden nicht, sie werden geparkt. Je nach Lösung stehen sie seitlich sichtbar im Raum, in einer Nische hinter einer Vorwand, in einem separaten Parkraum oder verteilt über eine Weiche im Schienensystem. Der Platzbedarf gehört in den Grundriss, bevor die Bauart festgelegt wird.
Massivdecken sind in der Regel unkritisch, weil die Laufschiene die Last direkt einleiten kann. Bei Trapezblech-, Holz- und Rippendecken ist eine Unterkonstruktion nötig, die vor der Vergabe statisch beurteilt werden sollte – sie ist eine eigene Kostenposition und kein Detail der Montage.