Wissen · Ratgeber

Ratgeber: Fachwissen zu Trennwänden, Akustik und Büroplanung.

30 Jahre Praxis, verdichtet zu Ratgebern für Bauherren, Architekten und Facility-Verantwortliche. Von Schallschutz über Brandschutz bis Kostenkalkulation. Für die Umsetzung siehe Objekteinrichter, Objektausstattung und Büro- und Objekteinrichtung.

Alle Artikel sind nach fünf Themenclustern sortiert: Preise & Kosten (Kalkulation für Trennwände, Glaswände und Akustiklösungen), Akustik & Schallschutz (Absorber, Paneele, Decken, Office Pods), Trennwände & Raumteilung (Systeme, mobile Lösungen, Raumteiler, Türelemente), Planung & Vorschriften (Checklisten, Brandschutz, Barrierefreiheit) sowie Nachhaltigkeit & Flexibilität (Zertifikate, Versetzbarkeit, Rückbau).

Welche Norm und welche Richtlinie für welche Frage gilt

Ein großer Teil der Fragen, die in der Büroplanung auftauchen, ist bereits in einem Regelwerk beantwortet – nur verteilt auf mehrere Dokumente mit unterschiedlichem Verbindlichkeitsgrad. Arbeitsstättenregeln (ASR) konkretisieren die Arbeitsstättenverordnung und beschreiben, wie ihre Anforderungen erfüllt werden können. Eine VDI-Richtlinie ist dagegen eine Empfehlung des Fachverbands, und eine DIN-Norm beschreibt den Stand der Technik. Für die tägliche Planung heißt das: Die ASR gibt den Rahmen vor, die Richtlinie liefert die Kennwerte, mit denen man ihn erreicht. Die folgende Übersicht ordnet die vier Regelwerke zu, die bei Trennwänden, Akustik und Raumaufteilung am häufigsten gebraucht werden, und verweist jeweils auf den Artikel, der die Anforderungen im Detail behandelt. Ein Punkt wird dabei oft übersehen: Für Tätigkeiten der Kategorie III nennt die ASR A3.7 keinen festen Grenzwert, sondern verlangt, den Beurteilungspegel unter Berücksichtigung betrieblicher Lärmminderungsmaßnahmen so weit wie möglich zu reduzieren. Lärmminderung ist damit auch dort eine Pflicht, wo keine Zahl im Raum steht – und sie beginnt bei der Raumaufteilung, nicht beim Gehörschutz.

Regelwerke für Trennwände, Raumakustik und Raumaufteilung im Büro
RegelwerkWas es behandeltTypische Planungsfrage
ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge“Fluchtwege, Notausgänge sowie Flucht- und Rettungsplan in ArbeitsstättenVerengt die geplante Zonierung einen Fluchtweg? Ist eine Tür im Fluchtweg zulässig?
ASR A3.7 „Lärm“Tätigkeitskategorien I bis III mit maximal zulässigen Beurteilungspegeln von 55 und 70 dB(A); für Kategorie III Lärmminderung so weit wie möglich; dazu raumakustische Anforderungen einschließlich NachhallzeitWelcher Pegel darf auf dieser Fläche höchstens anliegen?
VDI 2569 (Fassung Oktober 2019)Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros, mit Raumklassen; für große Mehrpersonenbüros zusätzlich räumliche Abklingrate D2,S und Sprachpegel in vier Metern nach DIN EN ISO 3382-3Wie stark schwächt sich Sprache über die offene Fläche hinweg ab?
DIN 18041Raumakustische Empfehlungen für Räume mit Sprachkommunikation; von VDI 2569 für Besprechungsräume sinngemäß in Bezug genommenWie lang darf die Nachhallzeit in diesem Besprechungsraum sein?

Quellen: ASR A3.7, Abschnitt 5: Pegelwerte und raumakustische Anforderungen und VDI 2569 – Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros.

So finden Sie den passenden Artikel

Die Artikel sind nach der Reihenfolge sortiert, in der die Fragen in einem Projekt auftauchen. Am Anfang steht fast immer eine Kostenfrage; die Preisartikel nennen Spannen pro Quadratmeter und die Faktoren, die sie treiben. Danach folgt die akustische Planung, denn sie bestimmt, welche Bauart überhaupt in Frage kommt – und in welcher Reihenfolge Decke, Boden und Wand bearbeitet werden. Erst danach lohnt der Vergleich der Trennwandsysteme selbst. Die Artikel zu Planung und Vorschriften klären die Anforderungen aus Brandschutz, Fluchtwegen und Lärm, die jede Variante erfüllen muss. Die Artikel zu Nachhaltigkeit und Flexibilität behandeln, was nach dem Einbau passiert: Versetzbarkeit, Rückbau und die Frage, was beim Auszug aus einer Mietfläche zurückgebaut werden muss.

  1. Kostenrahmen klären – Preisspannen pro Quadratmeter und die Faktoren dahinter.
  2. Raumakustik planen – Decke zuerst, dann Wand; Zielwert aus ASR A3.7 ableiten.
  3. Bauart wählen – Systemtrennwand, Glaswand, mobile Wand oder Stellwand.
  4. Vorschriften prüfen – Brandschutz, Fluchtwege nach ASR A2.3, Barrierefreiheit.
  5. Nutzungsdauer bedenken – Versetzbarkeit, Rückbaupflicht, Wiederverwendung.

Für wen diese Artikel geschrieben sind

Die Ratgeber richten sich an Bauherren, Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planer sowie an Verantwortliche für Facility Management und Arbeitssicherheit. Sie sind bewusst so aufgebaut, dass die Anforderungen aus den Regelwerken zuerst kommen und die Produktfrage danach. Wo Zahlen genannt werden, steht dabei, worauf sie sich beziehen und unter welchen Bedingungen sie gelten – ein Laborwert für ein Bauteil ist etwas anderes als der Wert, der später am Bau gemessen wird. Wo eine Angabe eine Annahme oder eine Überschlagsrechnung ist, ist sie im jeweiligen Artikel als solche gekennzeichnet.

Preise & Kosten

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Häufige Fragen zu Normen und Regelwerken

Welche Vorschrift regelt den Lärm im Büro?

Die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 „Lärm“. Sie ordnet Tätigkeiten drei Kategorien zu und nennt maximal zulässige Beurteilungspegel: 55 dB(A) für Kategorie I (hohe Konzentration oder hohe Sprachverständlichkeit) und 70 dB(A) für Kategorie II (mittlere Konzentration). Für Kategorie III ist der Pegel so weit wie möglich zu reduzieren. Die Regel enthält zusätzlich raumakustische Anforderungen einschließlich der Nachhallzeit.

Was regelt die VDI 2569?

Die Richtlinie VDI 2569 „Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros“ in der Fassung von Oktober 2019 ersetzt die Ausgabe von 1990 und führt Raumklassen für Büroräume ein. Für Einzelbüros und kleine Mehrpersonenbüros stützt sie sich auf die maximale Nachhallzeit und den Grundgeräuschpegel gebäudetechnischer Anlagen. Für große Mehrpersonenbüros kommen die räumliche Abklingrate D2,S und der Sprachpegel in vier Metern Entfernung nach DIN EN ISO 3382-3 hinzu.

Worin unterscheiden sich ASR, VDI-Richtlinie und DIN-Norm?

Arbeitsstättenregeln konkretisieren die Arbeitsstättenverordnung und beschreiben, wie deren Anforderungen erfüllt werden können. Eine VDI-Richtlinie ist eine Empfehlung des Fachverbands und liefert in der Regel die Kennwerte und Messverfahren. Eine DIN-Norm beschreibt den Stand der Technik. In der Planung gibt die ASR den Rahmen vor, Richtlinie und Norm liefern die Größen, mit denen er nachgewiesen wird.

Welcher Artikel hilft bei der Kostenschätzung?

Für Glastrennwände der Artikel zu den Glastrennwand-Kosten mit Preisen pro Quadratmeter und den Preisfaktoren, für geschlossene Systeme der Artikel zu den Systemtrennwand-Kosten. Beide nennen Spannen und benennen, welche Positionen darin enthalten sind und welche zusätzlich anfallen – Montage, Deckenanschluss und Türelemente unterscheiden sich je nach Bauart erheblich.

Wo steht, was beim Auszug aus einer Mietfläche zurückgebaut werden muss?

Im Artikel zu Trennwänden in Mietflächen und zur Rückbaupflicht. Maßgeblich ist der Gewerbemietvertrag; versetzbare Systemtrennwände lassen sich in vielen Fällen demontieren und am neuen Standort wiederverwenden, während in Trockenbau ausgeführte Wände zurückgebaut und entsorgt werden müssen.