Leistung 02 — Glaswände

Glaswände Büro: Ganzglaswand, Bürotrennwände und Schallschutz im Vergleich

Glaswände Büro müssen zwei Dinge zugleich leisten: Tageslicht weitergeben und Gespräche zurückhalten. Diese Seite ordnet die Bauarten – Ganzglaswand, doppelschalige Glaswand und geschlossene Bürotrennwand – nach Schalldämm-Maß, Glasanteil und Richtpreis und zeigt, welche Angabe in die Ausschreibung gehört, damit Angebote vergleichbar werden.

Investition: ab 350 €/m² – Festpreis nach Aufmaß.

Profilfreie Ganzglas-Trennwand in einem hellen Büro mit Holzboden
Eigenschaften

Was unsere Lösung besonders macht.

01

Maximale Transparenz

Profilfreie Ganzglas-Systeme – Tageslicht bis in den Kern des Gebäudes.

02

ESG-Sicherheitsglas

10 mm Standard, optional 2× VSG mit Schallschutzfolie.

03

Schallschutz bis Rw 47 dB

Konferenztauglich, geprüft – kein Ton dringt nach außen.

04

Flächenbündige Schiebetüren

Gedämpfte Soft-Close-Beschläge von Dorma & Geze.

05

Sichtschutz auf Knopfdruck

Schaltbare Privacy-Gläser für Meetingräume.

06

Branding & Beschriftung

Folierungen, Logos, Streifenraster nach ASR A1.6.

Kapitel 01

Glastrennwand Büro: wann die gerahmte Bauart die richtige ist

Der Begriff Glastrennwand Büro meint in der Praxis fast immer eine gerahmte Bauart: Glasfüllungen in einem schlanken Profilsystem, das Boden, Decke und die vertikalen Stöße fasst. Sie ist die Bauart mit dem größten Spielraum, weil sich im selben Profil Vollwandelemente, Akustikfüllungen und Türen kombinieren lassen. Die Ganzglaswand verzichtet dagegen vollständig auf vertikale Profile und wirkt dadurch leichter — sie ist aber in Schallschutz und Ausbaubarkeit begrenzter.

Für die Auswahl heißt das: Wenn Sie eine Glastrennwand Büro planen, entscheiden Sie zuerst über die Anforderung an Schallschutz und Nutzung, nicht über die Optik. Ein Besprechungsraum, in dem vertraulich gesprochen wird, verlangt eine andere Bauart als eine Sichttrennung im Open Space. Erst danach fällt die Entscheidung zwischen gerahmter Glastrennwand und Ganzglasanlage.

Rahmenlose Ganzglaswand ohne vertikale Profile trennt ein Büro vom Open-Space-Bereich
Illustration. Rahmenlose Ganzglaswand ohne vertikale Profile zwischen Büro und Open Space.
Doppelverglaste Glastrennwand mit schmalen Aluminiumprofilen und flächenbündiger Glastür
Illustration. Doppelverglaste Glastrennwand mit schmalen Aluminiumprofilen und flächenbündiger Glastür.
Vollständig verglaster Besprechungsraum in schlanken schwarzen Profilen innerhalb eines Großraumbüros
Illustration. Vollständig verglaster Besprechungsraum in schlanken schwarzen Profilen.
Glastrennwand mit zwei satinierten Sichtstreifen auf Brust- und Augenhöhe als Kennzeichnung der Glasfläche
Illustration. Glastrennwand mit zwei satinierten Sichtstreifen als Kennzeichnung der Glasfläche.
Detail des Bodenprofils einer Ganzglaswand: schmales Edelstahl-U-Profil im Holzboden mit sichtbarer Silikonfuge
Illustration. Detail des Bodenprofils einer Ganzglaswand mit sichtbarer Silikonfuge.
Glastrennwand kombiniert mit einem stoffbespannten Akustikpaneel-Abschnitt im selben Profilsystem
Illustration. Glastrennwand kombiniert mit einem stoffbespannten Akustikpaneel-Abschnitt.
Bürogang entlang einer Glastrennwand mit gleichmäßigem Raster schmaler dunkler Vertikalprofile
Illustration. Bürogang entlang einer Glastrennwand mit gleichmäßigem Profilraster.

Kapitel 02

Ganzglaswand, Ganzglastrennwände, Ganzglasanlage: die Begriffe

Die Begriffe werden im Markt synonym verwendet, meinen aber nicht immer dasselbe. Eine Ganzglaswand ist eine Verglasung ohne vertikale Rahmenprofile: Die Scheiben stehen stumpf aneinander, gehalten von einem Klemmprofil an Boden und Decke, die Stoßfuge wird versiegelt. Ganzglastrennwände ist der gebräuchliche Plural und bezeichnet dieselbe Bauart, meist als komplette Anlage über mehrere Achsen. Ganzglasanlage betont, dass Wand, Ganzglastür und gegebenenfalls Oberlicht ein zusammenhängendes System bilden. Davon zu unterscheiden ist die gerahmte Glastrennwand, bei der jedes Feld ein umlaufendes Profil hat – optisch schwerer, akustisch aber meist im Vorteil. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb zuerst klären, ob rahmenlos oder gerahmt angeboten wird: Das ist der größte Einzelunterschied im erreichbaren Schallschutz.

BauartRahmenAufbauTypischer Einsatz
Ganzglaswand / Ganzglastrennwänderahmenlos, Klemmprofil oben und unteneinschaligRepräsentation, maximale Transparenz
Ganzglasanlagerahmenlos inkl. Ganzglastür und Oberlichteinschaligdurchgehende Fronten
Gerahmte Glastrennwandumlaufendes Profil je Feldein- oder zweischaligStandard im Bürobau
Zweischalige GlaswandProfil mit zwei getrennten Scheibenzweischaligerhöhter Schallschutz

Kapitel 03

Ganzglaswände Schallschutz: was rahmenlos wirklich leistet

Hier trennt sich die Optik von der Physik, und es ist der Punkt, an dem die meisten Projekte nachjustieren müssen. Eine einschalige Ganzglaswand besteht aus einer einzigen Scheibe – akustisch ist sie damit ein einzelnes Bauteil ohne die Entkopplung, die ein zweischaliger Aufbau mitbringt. Hinzu kommt, dass rahmenlose Systeme an den Stoßfugen und am Anschluss zur Decke konstruktionsbedingt weniger Dichtungsebenen haben als gerahmte. Beides zusammen begrenzt den erreichbaren Wert deutlich unter dem, was eine zweischalige gerahmte Glaswand erreicht. Für einen Konferenzraum, in dem vertraulich gesprochen wird, ist die rahmenlose Ganzglaswand deshalb selten die richtige Wahl – dort sind Glastrennwände für Konferenzräume in zweischaliger Ausführung der übliche Weg. Und unabhängig von der Bauart gilt: Der bewertete Wert im Prospekt ist ein Laborwert für das Bauteil. Was im Raum ankommt, hängt vom Anschluss an Boden, Decke und Wand ab und davon, ob die Trennwand über einer durchlaufenden Doppelbodenkammer oder unter einer offenen Rasterdecke endet. Diese Nebenwege sind in der Praxis die häufigste Ursache dafür, dass ein Raum trotz hochwertiger Verglasung hellhörig bleibt.

  • Rahmenlose Ganzglaswand: maximale Transparenz, begrenzter Schallschutz, wenige Dichtungsebenen.
  • Zweischalige gerahmte Glaswand: höherer erreichbarer Wert, sichtbares Profil, größere Wandstärke.
  • Der Laborwert des Bauteils gilt nie für den fertigen Raum – Anschlüsse und Nebenwege entscheiden mit.
  • Doppelboden und offene Rasterdecke sind die häufigsten Nebenwege und gehören in die Ausschreibung.
  • Für vertrauliche Nutzung immer den Wert der kompletten Konstruktion verlangen, nicht den der Scheibe.

DIN 18008 – Glas im Bauwesen, Bemessungs- und Konstruktionsregeln (DIN Media)
ASR A1.6 „Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände“ (BAuA)

Kapitel 04

Warum Glaswände im modernen Büro?

Glaswände lösen zwei Probleme gleichzeitig: sie strukturieren Räume und behalten dabei das Tageslicht im gesamten Geschoss. Studien (u. a. Fraunhofer IAO) zeigen, dass natürliches Licht Konzentration, Wohlbefinden und Produktivität messbar erhöht. Mit Ganzglas-Trennwänden bringen Sie diesen Effekt bis in den Kern tiefer Bürogrundrisse.

Gleichzeitig signalisieren Glaswände eine offene Unternehmenskultur – ohne dass darunter die akustische Privatsphäre leidet. Dank moderner Schallschutzverglasungen sind selbst Boardrooms hinter Glas heute akustisch dicht.

Kapitel 05

Glaswände im Büro: Einsatzbereiche und Auswahl

Glaswände im Büro erfüllen zwei Aufgaben gleichzeitig, die sich sonst widersprechen: Sie bilden Räume und erhalten trotzdem den Lichtfluss und den Sichtbezug über die Fläche. Genau das macht sie zur Standardlösung überall dort, wo aus einer offenen Ebene Besprechungs- und Fokusräume entstehen sollen, ohne dass die Fläche in dunkle Kammern zerfällt. Welche Ausführung die richtige ist, entscheidet sich an drei Fragen: Wie viel Vertraulichkeit braucht der Raum, wie oft soll sich die Fläche verändern lassen, und wie viel Tageslicht muss durch die Wand hindurch in die Tiefe des Grundrisses gelangen.

Für die meisten Büroflächen lassen sich die Anforderungen vier Situationen zuordnen:

Situation im BüroEmpfohlene AusführungVertraulichkeitHinweis
Besprechungsraum an der FassadeEinscheiben-Ganzglaswandmittelmaximaler Lichtdurchlass, geringster Aufbau
Besprechungsraum im Kern der FlächeDoppelschalige Schallschutz-Glaswandhochträgt Tageslicht in die Tiefe des Grundrisses
Geschäftsführung, PersonalgesprächDoppelschalige Ausführung mit SichtschutzhochFolierung, Lamellen oder schaltbares Glas
Flexible Team- und ProjektflächeGlasschiebetür-Anlagegering bis mittelFläche lässt sich öffnen und wieder teilen

Der am häufigsten unterschätzte Punkt ist die Tür. Eine Glaswand mit hohem Schalldämm-Maß bringt wenig, wenn die Tür ohne umlaufende Dichtung und ohne Bodenabsenkung eingebaut wird – sie wird dann zur schwächsten Stelle der gesamten Raumhülle. Das gilt für Glasdrehtüren ebenso wie für Schiebetüren, bei denen der Schallschutz konstruktionsbedingt niedriger liegt als bei einer dichtschließenden Drehtür. Wer im Büro Vertraulichkeit braucht, sollte die Tür deshalb vor der Wand festlegen, nicht danach.

Für die Kombination aus Glas und geschlossenen Flächen gilt: Vollverglaste Räume wirken großzügig, bieten aber keinen Rückzug. In der Praxis bewährt sich häufig eine Mischbauweise – geschlossene Systemtrennwand im unteren oder rückwärtigen Bereich, Glas zur Fläche hin. Diese Variante ist in der Regel wirtschaftlicher als die Vollverglasung und akustisch günstiger. Die Grundlagen dazu finden Sie auf unserer Seite zu Systemtrennwänden; wie sich Glaswände in ein Zonierungskonzept auf offener Fläche einfügen, behandelt der Ratgeber Trennwände im Großraumbüro.

Stand: 31. August 2026

Kapitel 06

Glaswand-Systeme im Überblick

Einscheiben-Ganzglaswand

10 mm ESG, profilfrei zwischen Boden- und Deckenschiene gelagert. Stoßfugen unsichtbar mit Polysulfid verklebt. Schalldämmung Rw ca. 32 dB. Klassiker für offene Open-Space- Strukturierung.

Doppelschalige Schallschutz-Glaswand

Zwei 10-mm-Scheiben mit Luftzwischenraum, optional gefüllt mit Schallschutzfolie. Erreicht Rw 44–47 dB – konferenztauglich, vertrauensraum-tauglich.

Glasschiebetüren

Vor der Wand laufende oder einschiebbare Lösungen, mit gedämpften Beschlägen, Bodenführung oder freilaufend. Optional mit Selbsteinzug und elektrischem Antrieb.

Schaltbares Privacy-Glas

PDLC-Folie zwischen zwei Glasscheiben – auf Knopfdruck wechselt das Glas von transparent auf milchig. Ideal für Meetingräume, HR-Räume und Boardrooms.

Kapitel 07

Glaswand, Glastrennwand, Ganzglasanlage – was die Begriffe trennen

Im Sprachgebrauch werden die drei Begriffe synonym verwendet, im Angebot sind sie es nicht. Ganzglasanlage bezeichnet die rahmenlose Bauform: Die Scheiben stehen ohne vertikale Profile nebeneinander, gehalten von einem Boden- und einem Deckenprofil, die Stoßfugen sind offen oder mit Silikon geschlossen. Glastrennwand ist der Oberbegriff für jede raumteilende Konstruktion mit Glasfüllung, auch mit Rahmen. Glaswand wird meist gleichbedeutend verwendet, beschreibt in Leistungsverzeichnissen aber häufiger die raumhohe, feststehende Ausführung. Wer eine Ganzglasanlage ausschreibt und ein gerahmtes System kalkuliert bekommt, vergleicht zwei verschiedene Bauteile.

Kapitel 08

Die vier Bauformen und wofür sie taugen

BauformKennzeichentypische Türsituationwofür geeignetSchallschutz (bereits publizierte Werte)
Ganzglasanlage (rahmenlos)Scheiben ohne vertikale Profile, Boden- und DeckenprofilGanzglas-Drehtür, meist stumpf einschlagendRepräsentative Bereiche, Empfang, offene Besprechung ohne VertraulichkeitsanspruchRw ≈ 32 dB (10 mm ESG)
Einschalige Glaswand im Rahmeneine Scheibe je Wandebene, Rahmen umlaufendDrehtür in ZargeDer Regelfall für Büro- und BesprechungsräumeRw ≈ 38 dB (12,76 mm VSG mit Schallschutzfolie)
Zweischalige Glaswand (Doppelverglasung im System)zwei getrennte Scheiben mit Zwischenraum in einem Systemrahmenschallgedämmte DrehtürRäume mit erhöhtem VertraulichkeitsanspruchRw 44–47 dB
Glasschiebe- oder Faltanlagebewegliche Elemente, laufende Schieneentfällt – die Anlage ist die ÖffnungFlächen, die zeitweise zusammengelegt werdenkein publizierter Wert

Kapitel 09

Warum über das Ergebnis selten das Glas entscheidet

Bei einer Glaswand wird fast immer über das Glas gesprochen – Aufbau, Dicke, Scheibenabstand. In der Praxis entscheiden die vier Anschlüsse: Deckenanschluss, Bodenanschluss, seitlicher Wandanschluss und die Tür. Der häufigste Fall ist der Deckenanschluss: Endet die Wand an einer durchlaufenden abgehängten Decke statt an der Rohdecke, läuft der Schall über den Deckenhohlraum in den Nachbarraum. Die Wand ist dann akustisch kürzer, als sie aussieht – und zwar unabhängig davon, wie gut das Glas ist.

Dasselbe gilt für einen durchlaufenden Doppelboden und für offene Brüstungskanäle. Die Tür ist der zweite Punkt: Sie ist in nahezu jeder Konstruktion das schwächste Element, und eine hervorragende Wand mit einer Standardtür wird von der Tür bestimmt, nicht von der Wand. Praktische Konsequenz für die Ausschreibung: Gefordert werden muss der Wert des eingebauten Systems einschließlich Tür und Anschlüssen, nicht der Laborwert des Glases. Ein Glaswert ohne Angabe zum Deckenanschluss ist keine belastbare Aussage über das, was im Raum ankommt.

Kapitel 10

Was in der Ausschreibung stehen muss, damit Angebote vergleichbar werden

  1. Bauform eindeutig benannt (rahmenlos, gerahmt einschalig, zweischalig, Schiebeanlage)
  2. Glasaufbau: ESG oder VSG, Scheibendicke, bei zweischaligen Systemen der Scheibenabstand
  3. Geforderter Schallschutzwert des eingebauten Systems, nicht des Glases
  4. Deckenanschluss: bis Rohdecke oder bis Unterdecke – und wer die Abschottung im Deckenhohlraum ausführt
  5. Bodenanschluss: auf Estrich, auf Rohboden oder auf Doppelboden
  6. Türtyp, Türblattaufbau und der Schallschutzwert der Tür separat
  7. Sichtschutz: Folierung, Bedruckung, Streifenmarkierung – und ob die Markierungspflicht für Ganzglasflächen berücksichtigt ist
  8. Demontierbarkeit und ob Systemteile später nachbestellbar sind

Kapitel 11

Design, Branding & Beschriftung

Glasflächen sind die größten unverbauten Markenflächen im Büro. Wir folieren Logos, Streifenraster, Mustermotive oder ganze Wandgrafiken – ablösbar oder dauerhaft.

Sicherheitsmarkierungen: Die ASR A1.6 verlangt unter Punkt 4.3 Absatz 1 die Kennzeichnung durchsichtiger, nicht strukturierter Flächen in der Nähe von Arbeitsplätzen und im Bereich von Verkehrswegen „in Augenhöhe“ – als Bildzeichen, Symbol, farbige Tönung oder Klebefolie, deutlich abgesetzt je nach Beleuchtung und Hintergrund. Ein Höhenmaß in Zentimetern nennt die ASR dort nicht; die konkrete Ausführung ist eine Planungsentscheidung und gehört als eigene Position in die Leistungsbeschreibung.

Rahmen optional in Schwarz pulverbeschichtet (Industrial-Look), Aluminium natur, RAL-Ton nach Wahl oder rahmenlos.

Kapitel 12

Schallschutz hinter Glas – was geht wirklich?

Anders als oft angenommen sind moderne Glaswände nicht akustisch unterlegen. Mit richtiger Konfiguration erreichen sie Werte, die in der Praxis kaum von massiven Wänden unterscheidbar sind:

  • 10 mm ESG, einfach: Rw ≈ 32 dB (für offene Meetingzonen)
  • 12,76 mm VSG mit Schallschutzfolie: Rw ≈ 38 dB
  • Doppelschalig 2× 10 mm ESG: Rw ≈ 44 dB
  • Doppelschalig 2× VSG mit Folie: Rw ≈ 47 dB (Konferenz, Boardroom)

Türanschlüsse und Bodenprofile sind dabei der kritischste Punkt – wir liefern absenkbare Bodendichtungen, Magnetfalzdichtungen und werkseitig schallabgedichtete Profile.

Kapitel 13

Normen & Sicherheit

  • DIN EN 12150 – Einscheibensicherheitsglas (ESG)
  • DIN EN ISO 12543 – Verbundsicherheitsglas (VSG)
  • DIN EN ISO 10140 – Bauakustik / Schalldämmung
  • ASR A1.6 – Sichtschutzmarkierung an Glasflächen
  • DIN 18040 – Barrierefreies Bauen (Türanschläge, Schwellenhöhen)
  • TRLV / TRAV – Technische Regeln für linienförmig gelagerte und absturzsichernde Verglasungen

Bei absturzsichernden Verglasungen (z. B. an Brüstungen) liefern wir grundsätzlich VSG – mit Resttragfähigkeitsnachweis nach DIN 18008.

Kapitel 14

Was kosten Glaswände?

  • Einscheiben-Ganzglaswand, ESG 10 mm: ab ca. 350 €/m²
  • VSG-Schallschutzverglasung: ab ca. 480 €/m²
  • Doppelschalige Konferenzwand Rw 47 dB: ab ca. 780 €/m²
  • Schiebetüre flächenbündig, gedämpft: ab ca. 1.890 € pro Stück
  • Schaltbares Privacy-Glas, ca. + 650 €/m² Aufpreis

Alle Preise inkl. Lieferung, Montage und Schutzfolien-Entfernung nach Bauende.

Kapitel 15

Kennzeichnung von Ganzglasflächen: was die Arbeitsstättenverordnung wirklich verlangt

Zu diesem Punkt steht viel Ungenaues im Netz – meist in Form konkreter Zentimeterangaben, die als gesetzliche Vorgabe ausgegeben werden. Die Verordnung selbst ist an dieser Stelle klarer und knapper, als die meisten Angebote vermuten lassen.

Die Arbeitsstättenverordnung enthält im Anhang zwei Kennzeichnungspflichten für durchsichtige Bauteile, und sie unterscheiden sich. Für Wände gilt Nr. 1.5 Abs. 3 im Wortlaut: „Durchsichtige oder lichtdurchlässige Wände, insbesondere Ganzglaswände in Arbeitsräumen oder im Bereich von Verkehrswegen, müssen deutlich gekennzeichnet sein.“ Für Türen gilt Nr. 1.7 Abs. 2: „Durchsichtige Türen müssen in Augenhöhe gekennzeichnet sein.“ Die Ganzglaswand ist also ausdrücklich erfasst – und zwar mit dem Maßstab „deutlich“, nicht mit einer Höhenangabe.

Der zweite Satz von Nr. 1.5 Abs. 3 wird dabei fast immer übersehen, obwohl er der teurere ist: Durchsichtige Wände „müssen entweder aus bruchsicherem Werkstoff bestehen oder so gegen die Arbeitsplätze in Arbeitsräumen oder die Verkehrswege abgeschirmt sein, dass die Beschäftigten nicht mit den Wänden in Berührung kommen und beim Zersplittern der Wände nicht verletzt werden können.“ Das ist eine Alternativpflicht neben der Kennzeichnung, nicht ein Ersatz für sie: Eine markierte Ganzglaswand aus nicht bruchsicherem Glas ohne Abschirmung erfüllt die Vorschrift nicht. In der Praxis wird die erste Alternative gewählt – ESG oder VSG –, und genau deshalb gehört die Glasart in die Leistungsbeschreibung und nicht in die Ausführungsplanung.

Was die Verordnung dagegen an keiner dieser beiden Stellen nennt, ist ein Zahlenwert: keine Höhe in Zentimetern, keine Streifenbreite, keine Kontrastzahl, keine Anzahl der Markierungsebenen. Auch die ASR A1.6 nennt unter Punkt 4.3 Absatz 1 kein Höhenmaß, sondern verlangt die Kennzeichnung durchsichtiger, nicht strukturierter Flächen „in Augenhöhe“ – durch ausreichend große Bildzeichen, Symbole, farbige Tönung oder Klebefolien, die sich je nach Beleuchtung und Hintergrund deutlich abheben; für die Gestaltung verweist sie auf ASR A1.3. Kontrastanforderungen enthält DIN 32975:2009-12. Die drei Ebenen haben unterschiedliche Rechtswirkung: Die Verordnung verpflichtet unmittelbar, die Technische Regel begründet eine Vermutungswirkung, die Norm gilt erst durch Vereinbarung oder durch Verweis.

Kennzeichnung von Glasflächen: die Ebenen und ihre Rechtswirkung
EbeneWas sie für Ganzglasflächen regeltRechtswirkung
ArbStättV Anhang Nr. 1.5 Abs. 3Durchsichtige Wände, ausdrücklich Ganzglaswände, müssen deutlich gekennzeichnet sein – und zusätzlich aus bruchsicherem Werkstoff bestehen oder abgeschirmt seinunmittelbar verpflichtend
ArbStättV Anhang Nr. 1.7 Abs. 2Durchsichtige Türen müssen in Augenhöhe gekennzeichnet seinunmittelbar verpflichtend
ArbStättV Anhang Nr. 1.6 Abs. 2Fenster und Oberlichter müssen so eingebaut sein, dass sie ohne Gefährdung gereinigt werden könnenunmittelbar verpflichtend
ASR A1.6 Punkt 4.3 Absatz 1konkretisiert die Kennzeichnung durchsichtiger Flächen: „in Augenhöhe“, Bildzeichen, Symbole, Tönung oder Folien, Kontrast nach ASR A1.3 – ohne HöhenmaßVermutungswirkung, keine unmittelbare Pflicht
Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchGArt und Umfang der Markierung im Einzelfall, abhängig von der konkreten Gefährdung im Betriebverpflichtend, aber einzelfallbezogen
DIN 32975:2009-12Leuchtdichtekontraste, Größe und Beleuchtung visueller Informationengilt durch Vereinbarung oder Verweis

Für die Praxis folgt daraus eine einfache Regel: Kennzeichnung und Glasart gehören als zwei getrennte Positionen in die Leistungsbeschreibung. „Kennzeichnung nach Vorschrift“ ist keine prüfbare Anforderung, weil die Vorschrift nur „deutlich“ verlangt und die Technische Regel nur „in Augenhöhe“. Prüfbar wird es erst mit einer Aussage wie: Markierung in Augenhöhe, Kontrast nach DIN 32975, Ausführung als bedruckte Folie oder als Siebdruck im Glas – und dazu die Glasart, mit der die Alternativpflicht aus Nr. 1.5 Abs. 3 erfüllt wird. Zu klären ist außerdem, wer die Kennzeichnung ausführt; sie ist bei Ganzglasanlagen kein selbstverständlicher Bestandteil des Lieferumfangs.

Anhang der Arbeitsstättenverordnung im Volltext
DIN 32975 bei DIN Media

Kapitel 16

Reinigung und Zugänglichkeit: die Anforderung, die vor der Systemwahl steht

Die zweite Vorgabe der Arbeitsstättenverordnung zu Glasflächen wird in Angeboten fast nie erwähnt, obwohl sie die Systemwahl beeinflusst. Anhang Nr. 1.6 Abs. 2 verlangt, dass Fenster und Oberlichter „so ausgewählt oder ausgerüstet und eingebaut sein“ müssen, „dass sie ohne Gefährdung der Ausführenden und anderer Personen gereinigt werden können“. Der Wortlaut nennt Fenster und Oberlichter – die Zielrichtung, gefahrlose Reinigbarkeit als Eigenschaft des Einbaus zu behandeln, trifft auf raumhohe Ganzglasanlagen genauso zu, und dort wird sie regelmäßig übersehen.

Drei Konstellationen erzeugen den Konflikt, und alle drei entstehen erst beim Aufmaß, nicht bei der Systemauswahl:

Die doppelschalige Glaswand hat einen geschlossenen Zwischenraum. Ist er nicht öffenbar ausgeführt, ist die Innenseite der beiden Scheiben nicht erreichbar – Staub und Kondensat bleiben dauerhaft sichtbar. Die Frage „ist der Scheibenzwischenraum öffenbar, und mit welchem Werkzeug“ gehört in die Ausschreibung, nicht in die Abnahme.

Die Überkopfverglasung und jede Fläche oberhalb von etwa Reichhöhe verlangt ein Arbeitsmittel für die Reinigung. Wo keine Standfläche für eine Leiter vorhanden ist, weil davor Arbeitsplätze stehen, ist die Fläche faktisch nicht reinigbar.

Die flächenbündige Schiebetür hat eine untere Laufschiene oder eine Bodenführung. Beide sammeln Schmutz, und beide sind bei bodengleicher Ausführung nur mit Spezialwerkzeug zu reinigen. Bei einer Ganzglaswand ohne untere Führung entfällt der Punkt, dafür steigt die Anforderung an die obere Aufhängung.

Reinigungsaufwand nach Bauform
BauformReinigungsaufwandWas vor der Bestellung zu klären ist
Einscheiben-Ganzglaswandgering; beide Seiten frei zugänglichStandfläche vor der Wand für das Reinigungsgerät
Doppelschalige Schallschutz-Glaswandhoch, wenn der Zwischenraum geschlossen istIst der Scheibenzwischenraum öffenbar? Mit welchem Werkzeug, in welchem Intervall?
Ganzglasanlage mit Oberlichthoch; Arbeitsmittel erforderlichIst eine Standfläche vorhanden, oder wird eine Hubarbeitsbühne nötig?
Flächenbündige Glasschiebetürmittel; Laufschiene und BodenführungIst die Bodenführung ausgebaut reinigbar, oder verbleibt eine offene Fuge?
Schaltbares Privacy-Glasmittel; Folienverbund reagiert auf ReinigungsmittelWelche Reinigungsmittel gibt der Hersteller frei, und was passiert bei Abweichung?

Der Grund, warum das hierher gehört und nicht in die Betriebsphase: Alle fünf Fragen sind vor der Bestellung kostenlos und danach teuer. Eine nicht öffenbare doppelschalige Wand wird nicht nachträglich öffenbar.

Kapitel 17

Glaswände Büro, Bürotrennwand, Ganzglasanlage: welcher Begriff welche Bauart meint

Der Markt verwendet für dieselbe Sache mindestens vier Begriffe, und die Verwechslung kostet in der Ausschreibung Geld. Wer Glaswände Büro sucht, meint fast immer eine raumhohe, transparente Trennung zwischen zwei Arbeitsbereichen. Wer Bürotrennwand sucht, meint häufig etwas anderes: eine freistehende Stellwand oder eine geschlossene Systemtrennwand ohne Glasanteil. Beide Suchwege treffen sich erst dort, wo eine Bürotrennwand aus Glas gefragt ist – und genau an dieser Stelle entstehen die Angebote, die sich nicht vergleichen lassen. Die folgende Zuordnung trennt die Begriffe nach Bauart, Glasanteil und dem Schalldämm-Maß, das die jeweilige Bauart überhaupt erreichen kann. Die Werte sind die Richtwerte dieser Seite: einschalige Ganzglasanlagen liegen bei rund Rw 32 dB, mit Verbundglas und Schallschutzfolie sind 38 dB möglich, doppelschalige Aufbauten erreichen bis Rw 47 dB. Wer eine Bürotrennwand aus Glas ausschreibt, sollte deshalb nie den Begriff allein nennen, sondern immer Bauart plus geforderten Rw-Wert. Moderne Büroflächen werden heute lichtdurchflutet geplant; die Glaswand ist dabei das Bauteil, das Tageslicht weitergibt, ohne die akustische Trennung aufzugeben. Genau dieser Zielkonflikt – Transparenz gegen Schallschutz – ist der Grund, warum die Bauart vor der Optik entschieden werden muss. Für die Raumtrennung im Büro heißt das praktisch: Erst den geforderten Rw-Wert festlegen, dann die Bauart wählen, und erst danach über Design, Beschriftung und Oberflächen sprechen.

Begriffgemeinte BauartGlasanteilerreichbares Schalldämm-Maß
Glaswand Büro / Glaswände Büroraumhohe transparente Trennung, ein- oder zweischalig60–100 %Rw 32–47 dB
Bürotrennwand (Sammelbegriff)mit oder ohne Glas, Stellwand bis Systemtrennwand0–100 %ohne Bauartangabe nicht bestimmbar
Ganzglaswand / Ganzglasanlagerahmenlose Einscheibenkonstruktion100 %Rw ca. 32 dB, mit VSG und Folie 38 dB
Doppelschalige Glaswandzwei Scheibenebenen mit Luftzwischenraum100 %bis Rw 47 dB
Stellwandfreistehend, nicht raumhoch0–30 %kein Rw ausweisbar, nur Abschirmwirkung

Kapitel 18

Glastrennwände für Konferenzräume und Ganzglaswände Schallschutz: was der Raum verlangt

Glastrennwände für Konferenzräume sind der Fall, an dem sich entscheidet, ob eine Glaswand ihr Geld wert ist. In einem Konferenzraum wird nicht gearbeitet, sondern verhandelt – und der Raum muss zwei Dinge gleichzeitig leisten, die einander widersprechen: Er soll sichtbar Teil der Fläche bleiben und trotzdem vertraulich sein. Ganzglaswände Schallschutz ist deshalb der häufigste Suchbegriff vor der Ausschreibung, und die ehrliche Antwort lautet: Eine einschalige Ganzglasanlage mit Rw ca. 32 dB ist für einen Besprechungsraum ausreichend, für einen Vertrauensraum nicht. Ab dem Moment, in dem Gehälter, Kündigungen oder Vertragskonditionen im Raum besprochen werden, führt kein Weg an einem doppelschaligen Aufbau vorbei. Der Aufpreis ist erheblich, aber er ist kalkulierbar: Die doppelschalige Konferenzwand mit Rw 47 dB liegt bei rund 480 Euro je Quadratmeter, während die einschalige Ganzglasanlage ab etwa 350 Euro je Quadratmeter beginnt. Der zweite, fast immer übersehene Punkt betrifft die Tür. Eine Glaswand mit Rw 47 dB und einer Tür ohne umlaufende Dichtung und ohne absenkbare Bodendichtung liefert im eingebauten Zustand deutlich weniger als das Datenblatt verspricht – die Tür ist bei Glastrennwänden für Konferenzräume das schwächste Glied, nicht die Scheibe. Wer ausschreibt, sollte den geforderten Wert deshalb nie auf das Wandelement beziehen, sondern auf das Element einschließlich Tür und Anschluss an Decke und Boden. Das gilt für Glaswände Büro in jeder Bauart, unabhängig vom Hersteller. Hintergrundwerte zur Schalldämmung im Büro und die aktuellen Preise für Glastrennwände stehen auf den beiden verlinkten Seiten.

Raumsituationempfohlener AufbauRw-ZielwertRichtwert je m²
Besprechungsraum, offene Themeneinschalige Ganzglasanlageca. 32 dBab ca. 350 €
Besprechungsraum, gemischte NutzungVerbundglas mit Schallschutzfolieca. 38 dBzwischen beiden Werten
Konferenzraum, vertrauliche Themendoppelschalige Glaswand44–47 dBab ca. 480 €
Vorstands- oder Vertrauensraumdoppelschalig plus Tür mit Absenkdichtung47 dB inkl. Türab ca. 480 € zzgl. Tür
Einsatzbereiche

Wo unsere Lösung Wirkung zeigt.

Branchenübergreifend bewährt – jede Konfiguration auf den jeweiligen Einsatz ausgelegt.

  • Empfang und Foyer
  • Konferenzräume und Boardrooms
  • Chefbüros und Einzelbüros
  • Coworking und Flex-Office
  • Showrooms und Stores
  • Arztpraxen und Kanzleien
  • Bank- und Beratungsfilialen
  • Hotellobbys und Restaurants
Häufige Fragen

FAQ – Antworten auf die wichtigsten Fragen

Was kosten Glaswände im Büro?

Ganzglaswände beginnen bei ca. 350 € pro m² inkl. ESG-Sicherheitsglas, Profilen und Montage. Schallschutzverglasungen oder doppelschalige Systeme liegen entsprechend höher. Wir kalkulieren transparent nach Aufmaß und liefern ein Festpreisangebot innerhalb 48 Stunden.

Welches Glas wird verwendet?

Standardmäßig 10 mm Einscheibensicherheitsglas (ESG) nach DIN EN 12150. Für höhere Schallschutzanforderungen 2× Verbundsicherheitsglas (VSG) mit Schallschutzfolie. Optional schaltbares Privacy-Glas (PDLC-Folie) für Meetingräume.

Kann ich Glaswände ohne sichtbare Profile bekommen?

Ja. Unsere Ganzglas-Systeme kommen ohne sichtbare Vertikalprofile aus – nur ein schmales Bodenprofil und eine Deckenführung bleiben sichtbar. So entsteht maximale Transparenz und ein offenes Raumgefühl.

Wie laufen Glasschiebetüren?

Wir setzen auf gedämpfte Soft-Close-Beschläge führender Hersteller (Dorma, Geze, MWE). Die Türen schließen flüsterleise, sind barrierefrei nach DIN 18040 und langlebig auch im Hochfrequenzbetrieb.

Welche Schalldämmung erreichen Glaswände?

Eine 10-mm-ESG-Wand erreicht ca. Rw 32 dB. Mit Verbundglas und Schallschutzfolie sind 38 dB möglich, mit doppelschaliger Verglasung bis Rw 47 dB – ausreichend für Boardrooms und Vertrauensräume.

Muss ich Glaswände nach ASR A1.6 markieren?

Ja, und die Pflicht steht sogar direkt in der Verordnung. Anhang Nr. 1.5 Abs. 3 der Arbeitsstättenverordnung verlangt, dass durchsichtige oder lichtdurchlässige Wände — „insbesondere Ganzglaswände in Arbeitsräumen oder im Bereich von Verkehrswegen“ — „deutlich gekennzeichnet sein“ müssen; für durchsichtige Türen gilt zusätzlich Nr. 1.7 Abs. 2 („in Augenhöhe“). Die ASR A1.6 konkretisiert das unter Punkt 4.3 Absatz 1 mit Bildzeichen, Symbolen, farbiger Tönung oder Klebefolien, die sich je nach Beleuchtung und Hintergrund deutlich abheben. Ein Höhenmaß in Zentimetern nennt keine dieser Stellen. Wer eine bestimmte Markierungshöhe als gesetzlich vorgeschrieben bezeichnet, gibt eine Planungsentscheidung als Vorschrift aus. Wichtig außerdem: Nr. 1.5 Abs. 3 verlangt neben der Kennzeichnung, dass die Wand aus bruchsicherem Werkstoff besteht oder abgeschirmt ist — die Markierung allein genügt nicht.

Welche Glaswand eignet sich für welches Büro?

Für Besprechungsräume an der Fassade genügt meist eine Einscheiben-Ganzglaswand; im Kern der Fläche und überall dort, wo vertraulich gesprochen wird, ist die doppelschalige Ausführung die richtige Wahl. Für Flächen, die sich verändern sollen, sind Glasschiebetür-Anlagen die flexibelste Lösung. Entscheidend sind Vertraulichkeitsbedarf, Veränderungshäufigkeit und der gewünschte Lichtdurchlass.

Sind Glaswände im Büro akustisch nachteilig?

Nicht zwangsläufig. Doppelschalige Glaswände erreichen je nach Aufbau Schalldämm-Maße bis Rw 47 dB und liegen damit im Bereich geschlossener Systemtrennwände. Kritisch sind nicht die Scheiben, sondern Türen, Anschlüsse und harte Oberflächen im Raum – Glas reflektiert Schall, weshalb vollverglaste Räume zusätzliche absorbierende Flächen an Decke oder Rückwand brauchen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Glaswand und einer Ganzglasanlage?

Ganzglasanlage bezeichnet die rahmenlose Bauform: Die Scheiben stehen ohne vertikale Profile nebeneinander und werden nur von einem Boden- und einem Deckenprofil gehalten. Glastrennwand ist der Oberbegriff für jede raumteilende Konstruktion mit Glasfüllung, auch mit Rahmen. Glaswand wird meist gleichbedeutend verwendet, beschreibt in Leistungsverzeichnissen aber häufiger die raumhohe, feststehende Ausführung. Wer eine Ganzglasanlage ausschreibt und ein gerahmtes System kalkuliert bekommt, vergleicht zwei verschiedene Bauteile.

Warum hält meine Glaswand den versprochenen Schallschutz nicht?

Weil über das Ergebnis meist nicht das Glas entscheidet, sondern die vier Anschlüsse: Deckenanschluss, Bodenanschluss, seitlicher Wandanschluss und Tür. Endet die Wand an einer durchlaufenden abgehängten Decke statt an der Rohdecke, läuft der Schall über den Deckenhohlraum in den Nachbarraum; dasselbe gilt für einen durchlaufenden Doppelboden und offene Brüstungskanäle. Die Tür ist in nahezu jeder Konstruktion das schwächste Element und bestimmt das Ergebnis. Der Laborwert des Glases gilt für das Bauteil, nicht für den Raum – gefordert werden muss der Wert des eingebauten Systems einschließlich Tür und Anschlüssen.

Welche Glaswand eignet sich für ein Besprechungszimmer?

Der Regelfall ist die einschalige, gerahmte Ausführung. Sobald vertraulich gesprochen wird, ist die zweischalige Ausführung die richtige Wahl, weil zwei getrennte Scheiben mit Zwischenraum deutlich mehr leisten als eine Scheibe. Eine Ganzglasanlage passt dort, wo Repräsentation vor Vertraulichkeit steht – etwa im Empfangsbereich oder bei offenen Besprechungsplätzen. Entscheidend bleibt in allen drei Fällen die Tür, weil sie das schwächste Element der Raumhülle ist.

Was ist eine Ganzglaswand?

Eine Verglasung ohne vertikale Rahmenprofile: Die Scheiben stehen stumpf aneinander und werden von einem Klemmprofil an Boden und Decke gehalten, die Stoßfuge wird versiegelt. Ganzglastrennwände ist der gebräuchliche Plural für dieselbe Bauart, Ganzglasanlage betont zusätzlich, dass Wand, Ganzglastür und Oberlicht ein System bilden.

Welchen Schallschutz erreichen Ganzglaswände?

Deutlich weniger als eine zweischalige gerahmte Glaswand. Eine einschalige Ganzglaswand ist akustisch ein einzelnes Bauteil ohne Entkopplung und hat an Stoßfugen und Deckenanschluss weniger Dichtungsebenen. Für vertrauliche Nutzung ist sie selten die richtige Wahl. Maßgeblich ist ohnehin nicht der Laborwert der Scheibe, sondern der Wert der eingebauten Konstruktion samt Anschlüssen.

Welche Glastrennwände eignen sich für Konferenzräume?

In aller Regel zweischalige, gerahmte Systeme. Glastrennwände für Konferenzräume müssen Vertraulichkeit sicherstellen, und das erreicht eine rahmenlose Ganzglaswand konstruktionsbedingt kaum. Ebenso wichtig sind die Anschlüsse: Eine durchlaufende Doppelbodenkammer oder eine offene Rasterdecke hebeln jeden guten Bauteilwert aus.

Welche Norm gilt für Glaswände im Büro?

Für die Bemessung und Konstruktion linienförmig gelagerter Verglasungen gilt DIN 18008. Für lichtdurchlässige Wände in Arbeitsstätten konkretisiert die ASR A1.6 die Anforderungen, unter anderem zur Erkennbarkeit von Glasflächen. Welche Ausführung im Einzelfall erforderlich ist, gehört mit dem Fachplaner geklärt.

Müssen Ganzglaswände im Büro gekennzeichnet werden?

Ja. Anhang Nr. 1.5 Abs. 3 der Arbeitsstättenverordnung verlangt, dass durchsichtige oder lichtdurchlässige Wände, „insbesondere Ganzglaswände in Arbeitsräumen oder im Bereich von Verkehrswegen“, „deutlich gekennzeichnet sein“ müssen; für durchsichtige Türen gilt Nr. 1.7 Abs. 2 („in Augenhöhe“). Ein Zahlenwert steht an keiner der beiden Stellen. Hinzu kommt die Alternativpflicht aus Nr. 1.5 Abs. 3: Die Wand muss außerdem aus bruchsicherem Werkstoff bestehen oder so abgeschirmt sein, dass niemand mit ihr in Berührung kommt. Kennzeichnung und Glasart gehören deshalb als zwei getrennte Positionen in die Leistungsbeschreibung.

Welche Höhe und welchen Kontrast muss die Markierung einer Glaswand haben?

Kein Rechtstext nennt hier einen Zahlenwert. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt in Anhang Nr. 1.5 Abs. 3 für Wände „deutlich gekennzeichnet“ und in Nr. 1.7 Abs. 2 für durchsichtige Türen „in Augenhöhe“; die ASR A1.6 konkretisiert unter Punkt 4.3 Absatz 1 ebenfalls nur „in Augenhöhe“ und verweist für die Gestaltung auf ASR A1.3. Kontrastanforderungen enthält DIN 32975:2009-12. Die konkrete Höhe ist damit eine Planungsentscheidung, die in die Ausschreibung gehört — nicht eine Vorgabe, die man zitieren kann. Wer eine Zentimeterangabe als gesetzlich vorgeschrieben bezeichnet, verwechselt Verordnung, Technische Regel und Norm; die drei haben unterschiedliche Rechtswirkung.

Lässt sich der Zwischenraum einer doppelschaligen Glaswand reinigen?

Das hängt vollständig von der Ausführung ab und ist keine Eigenschaft der Bauform. Ist der Scheibenzwischenraum nicht öffenbar konstruiert, sind die beiden Innenseiten dauerhaft nicht erreichbar. Die Frage gehört in die Ausschreibung, weil sie sich nachträglich nicht lösen lässt: Eine geschlossen ausgeführte Wand wird nicht öffenbar. Zu klären ist außerdem, mit welchem Werkzeug und in welchem Intervall die Öffnung vorgesehen ist.

Was verlangt die Arbeitsstättenverordnung zur Reinigung von Glasflächen?

Anhang Nr. 1.6 Abs. 2 verlangt für Fenster und Oberlichter, dass sie „so ausgewählt oder ausgerüstet und eingebaut“ sein müssen, „dass sie ohne Gefährdung der Ausführenden und anderer Personen gereinigt werden können“. Die Reinigbarkeit ist damit eine Eigenschaft des Einbaus, nicht eine Frage des späteren Betriebs. Bei raumhohen Ganzglasanlagen heißt das praktisch: Standfläche, erreichbare Höhe und Zugänglichkeit der Bodenführung gehören ins Aufmaß.

Was kosten Glaswände Büro pro Quadratmeter?

Einschalige Ganzglasanlagen beginnen bei rund 350 Euro je Quadratmeter, doppelschalige Konferenzwände mit Rw 47 dB liegen bei etwa 480 Euro je Quadratmeter. Türen, Anschlüsse und Beschriftung kommen hinzu.

Welchen Schallschutz erreichen Ganzglaswände?

Eine einschalige Ganzglaswand erreicht rund Rw 32 dB. Mit Verbundglas und Schallschutzfolie sind 38 dB möglich, doppelschalige Aufbauten erreichen bis Rw 47 dB.

Sind Glastrennwände für Konferenzräume vertraulich genug?

Nur im doppelschaligen Aufbau und nur, wenn die Tür mitgerechnet wird. Eine Tür ohne umlaufende und absenkbare Dichtung senkt das Ergebnis des gesamten Elements unabhängig vom Wert der Scheibe.

Worin unterscheidet sich eine Bürotrennwand von einer Glaswand?

Bürotrennwand ist ein Sammelbegriff und reicht von der freistehenden Stellwand bis zur raumhohen Systemtrennwand. Eine Glaswand ist immer raumhoch und hat einen Glasanteil von 60 bis 100 Prozent.

Bereit für ein Festpreisangebot innerhalb von 48 Stunden?

Jetzt anfragen