Telefonbox Büro: Kosten, Schallschutz und Auswahl
Eine Telefonbox Büro löst zwei Probleme auf einmal: ungestört telefonieren und konzentriert arbeiten. Diese Seite nennt Preise ab 4.900 Euro, erklärt warum der Rw-Wert allein nichts über Vertraulichkeit sagt, welche Rolle Nachhallzeit und Sprachverständlichkeit im Inneren spielen und wie viele Kabinen ein Team wirklich braucht.

Telefonbox Büro: was sie ist – und was sie nicht ist
Eine Telefonbox ist eine vorgefertigte Einzelkabine für eine Person, typischerweise 1,0 bis 1,2 m² Grundfläche. Sie wird fertig angeliefert, aufgestellt und an eine Steckdose angeschlossen. Baulich gilt sie in der Regel als Möbel, nicht als Bauteil – sie wird nicht mit dem Gebäude verschraubt und lässt sich bei einem Umzug mitnehmen.
Damit ist auch klar, was sie nicht leistet: Sie ersetzt keinen abgeschlossenen Raum. Für ein längeres Personalgespräch, eine Bewerbungsrunde oder ein Vier-Augen-Gespräch mit Unterlagen auf dem Tisch ist eine Einzelkabine schlicht zu klein. Sobald zwei oder mehr Personen dauerhaft sitzen sollen, beginnt der Bereich der Meetingboxen und Pods – Größen, Ausstattung und Preise dazu stehen im Vergleich der Office Pods. Wird eine ganze abgeschlossene Raumeinheit gebraucht, ist ein Raum-in-Raum-System die passende Bauart.

Telefonzelle Büro, Kosten und Begriffe: Telefonbox, Silent Box, Meetingbox
Für dasselbe Möbel kursieren mindestens fünf Namen, und das macht jeden Angebotsvergleich mühsam. Telefonbox ist der im Büromarkt übliche Begriff. Telefonzelle wird synonym verwendet und stammt aus dem öffentlichen Fernsprecher – wer nach Telefonzelle Büro Kosten sucht, meint dasselbe Produkt. Silent Box und Phone Booth sind Marketingbegriffe ohne eigene technische Bedeutung. Meetingbox bezeichnet dagegen die größere Bauform für zwei bis sechs Personen und ist damit ein anderes Produkt, kein anderer Name. Akustikkabine und Schallschutzkabine sind die neutralen Oberbegriffe für die gesamte Familie. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern für wie viele Personen die Kabine ausgelegt ist und ob der Hersteller einen geprüften Kennwert für die fertige Kabine ausweist – nicht nur für das verbaute Wandpaneel. Eine Einordnung nach Größe gibt unsere Übersicht Akustikkabinen: Preise nach Größe.
| Begriff | Was gemeint ist | Personen | Eigene technische Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Telefonbox | Standardbegriff im Büromarkt | 1 | nein, Gattungsbegriff |
| Telefonzelle | Synonym, aus dem öffentlichen Fernsprecher | 1 | nein |
| Silent Box / Phone Booth | Marketingbegriffe | 1 | nein |
| Meetingbox | größere Bauform | 2–6 | ja, andere Größenklasse |
| Akustikkabine / Schallschutzkabine | neutrale Oberbegriffe | 1–6 | ja, Oberkategorie |
Wie viele Telefonboxen braucht ein Büro?

Für die Bedarfsermittlung hat sich in der Planungspraxis eine einfache Rechnung bewährt: Anteil der Beschäftigten, die regelmäßig Videocalls oder vertrauliche Telefonate führen, mal durchschnittliche Gesprächsdauer, geteilt auf die Kernarbeitszeit. Die folgende Tabelle ist ein Planungsrichtwert aus der Praxis und keine Normvorgabe – sie ersetzt keine Bedarfsanalyse vor Ort, gibt aber eine belastbare erste Größenordnung.
| Arbeitsplätze in der offenen Fläche | Telefonboxen (1 Person) | Ergänzend sinnvoll |
|---|---|---|
| bis 15 | 1 | – |
| 16–35 | 2 | 1 Meetingbox für 2 Personen |
| 36–60 | 3–4 | 1–2 Pods für 4 Personen |
| über 60 | ab 5, je 15–20 Arbeitsplätze eine weitere | Meetingraum-Pods, feste Besprechungszonen |
Zwei Regeln aus der Praxis dazu: Erstens ist eine einzelne Box in einer größeren Fläche fast immer zu wenig – sie ist entweder besetzt oder sie wird gemieden, weil niemand vor der Tür warten will. Zweitens gehört zu jeder Box ein Sichtbezug, der von außen erkennen lässt, ob sie belegt ist. Boxen ohne Glasfläche oder ohne Belegtanzeige werden messbar seltener genutzt. Wie sich Rückzugsorte in das Gesamtkonzept einer offenen Fläche einfügen, zeigt der Ratgeber zu Trennwänden im Großraumbüro.
Schallschutz: welche Angabe wirklich zählt
Hier liegt der häufigste Bewertungsfehler. Hersteller nennen Schalldämmwerte teils als Rw des Wandaufbaus, teils als Sprachpegelminderung der fertigen Kabine – das sind zwei verschiedene Größen, und nur die zweite beschreibt, was in der Fläche ankommt.
Für Kabinen und Möbelensembles gibt es dafür eine eigene Prüfnorm, die ISO 23351-1. Sie beschreibt, wie die Sprachpegelminderung einer fertig aufgebauten Kabine gemessen wird. Fragen Sie beim Angebot gezielt danach, auf welcher Grundlage der genannte Wert ermittelt wurde – ein Laborwert für den Wandaufbau ist für den späteren Alltag deutlich weniger aussagekräftig als ein Messwert für die komplette Kabine mit Tür, Fugen und Lüftung.
Als Orientierung für die Praxis: Serienmodelle erreichen 28–35 dB Rw, Premium-Kabinen mit Doppelverglasung und aufwendigem Deckenaufbau kommen auf 36–42 dB. Für normale Telefonate und Videocalls in einer offenen Fläche ist der untere Bereich ausreichend. Für Gespräche, bei denen Vertraulichkeit rechtlich relevant ist, sollten Sie den oberen Bereich ansetzen – oder ohnehin auf einen festen Raum ausweichen. Die Einordnung von dB-Werten und Normen im Bürokontext erklärt unser Ratgeber zum Schallschutz im Büro.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Die Lüftung ist ein Schallweg. Eine gut gedämmte Kabine mit einem schlecht entkoppelten Lüfter verliert einen Teil ihrer Wirkung wieder – und der Lüfter selbst ist im Innenraum hörbar. Lassen Sie sich sowohl die Dämmung als auch den Betriebsgeräuschpegel des Lüfters angeben. Welche Maßnahmen darüber hinaus zur Verfügung stehen, zeigt unser Überblick zu Akustiklösungen.
Warum der Rw-Wert allein nichts über Vertraulichkeit sagt
Hier liegt der teuerste Denkfehler beim Kauf. Der Schallschutz einer Kabine wird fast immer als Einzahlwert beworben – 30 dB, 34 dB, 37 dB. Diese Zahl beschreibt aber nur die Differenz zwischen innen und außen. Ob ein Gespräch draußen verständlich bleibt, hängt zusätzlich vom Grundgeräuschpegel des Raums ab, und genau der wird nie mitgeliefert. Ein Rechenbeispiel macht das anschaulich: Wer im Gespräch mit rund 60 dB(A) spricht, verlässt eine Kabine mit 30 dB Dämmung mit etwa 30 dB(A) Restpegel. Liegt der Grundgeräuschpegel des Großraums bei 45 dB(A), verschwindet das Gespräch vollständig im Hintergrund. Liegt er in einem ruhigen Bürotrakt bei 35 dB(A), ist es weiterhin hörbar – dieselbe Kabine, dasselbe Datenblatt, ein völlig anderes Ergebnis. Die Kabine ist deshalb nie allein zu bewerten, sondern immer zusammen mit dem Raum, in dem sie steht. In einem sehr ruhigen Umfeld braucht es entweder eine höhere Dämmung oder einen Standort mit mehr Grundgeräusch. Verlangen Sie zudem einen Kennwert für die komplette Kabine, nicht für das Wandpaneel: Türen, Fugen und die Lüftungsöffnung bestimmen das Ergebnis stärker als der Wandaufbau.
| Dämmung der Kabine | Restpegel außen | Großraum, 45 dB(A) Grundpegel | Ruhiger Trakt, 35 dB(A) |
|---|---|---|---|
| 25 dB | ca. 35 dB(A) | unauffällig | deutlich hörbar |
| 30 dB | ca. 30 dB(A) | unauffällig | hörbar |
| 34 dB | ca. 26 dB(A) | unauffällig | kaum hörbar |
| 37 dB | ca. 23 dB(A) | unauffällig | unauffällig |
- Die Tabelle ist eine Überschlagsrechnung mit einem angenommenen Sprechpegel von 60 dB(A) und ohne Nebenwege.
- Maßgeblich ist der Kennwert der kompletten Kabine aus dem Prüfbericht, nicht der des Wandpaneels.
- Der Grundgeräuschpegel des Raums gehört vor der Auswahl gemessen – er entscheidet mit über die nötige Dämmung.
- Über Boden und Decke laufen Nebenwege, die in keinem Datenblatt stehen.
ASR A3.7 „Lärm“ – Technische Regeln für Arbeitsstätten (BAuA) · DIN EN ISO 23351-1 – Sprachpegelminderung durch Möblierung und Kabinen (DIN Media)
Die Akustik in der Box – der Punkt, den niemand prüft
Alle Angaben im Markt beschreiben, was aus der Kabine heraus dringt. Wie es drinnen klingt, steht nirgends – dabei entscheidet genau das darüber, ob die Box benutzt wird. Eine Einpersonenkabine hat rund drei Kubikmeter Volumen und überwiegend harte Flächen: Glas vorn, Tischplatte, Boden. In einem so kleinen Raum liegen die Eigenresonanzen im Bereich der Sprachgrundfrequenz, und Reflexionen treffen den Sprecher innerhalb weniger Millisekunden wieder. Das Ergebnis kennt jeder, der schon einmal aus einer schlecht ausgekleideten Box telefoniert hat: Die eigene Stimme klingt dröhnend und hohl, und auf der Gegenseite der Leitung kommt genau dieser Klang an. Achten Sie deshalb auf absorbierende Flächen im Innenraum, insbesondere an Rückwand und Decke, und darauf, dass die Glasfront nicht die einzige große Fläche gegenüber dem Sprecher ist. Ein kurzer Probeanruf aus der Musterkabine sagt darüber mehr aus als jedes Datenblatt – wie sich Absorberflächen richtig auslegen lassen, zeigt der zugehörige Ratgeber.
Was eine Telefonbox kostet
Die folgenden Werte entsprechen unserer Preisübersicht für Akustikkabinen und gelten netto, ohne Lieferung und Montage.
| Position | Richtwert |
|---|---|
| Telefonbox, 1 Person, 1,0–1,2 m² | 4.900–8.900 € |
| Lieferung und Montage | 2.500–5.500 € je nach Standort und Zugang |
| Doppel- statt Einfachverglasung | + 1.200–2.400 € |
| Videokonferenz-Set (Display, Kamera, Mikrofon) | + 2.500–6.500 € |
| Textil- oder Furnier-Außenseite statt Standard | + 800–2.200 € |
Die wichtigste Preisstellschraube ist die Schalldämmung: Jede zusätzlichen 3 dB verteuern die Kabine um etwa 8–15 %. Das ist der Grund, warum sich eine ehrliche Bedarfsklärung lohnt – wer pauschal den höchsten Dämmwert bestellt, zahlt für Vertraulichkeit, die im Alltag nicht gebraucht wird. Die vollständige Preisstaffel über alle Kabinengrößen steht auf unserer Seite zu Akustikkabinen-Preisen.
Kaufen oder mieten?
Miete kostet für eine Einzelkabine typischerweise 220–320 € im Monat, inklusive Wartung. Die Rechnung ist damit überschaubar: Bei Projektlaufzeiten unter 24 Monaten ist Miete in der Regel günstiger, ab etwa 30 Monaten Nutzungsdauer liegt der Kauf vorn.
Entscheidend ist weniger der reine Kostenvergleich als die Frage, wie sicher die Fläche ist. Bei einem Mietvertrag mit kurzer Restlaufzeit, einer laufenden Standortentscheidung oder einem Interimsbüro ist Miete die risikoärmere Variante. Steht die Fläche, ist der Kauf wirtschaftlicher – und die Kabine bleibt versetzbar, weil sie eben Möbel und nicht Ausbau ist.
Standort, Strom und Lüftung

Vor der Bestellung sollten fünf technische Punkte geklärt sein:
- Stromanschluss: Standard ist 230 V, die Leistungsaufnahme liegt je nach Ausstattung bei 40–150 W. Entscheidend ist nicht die Leistung, sondern ob am geplanten Standort überhaupt eine Steckdose erreichbar ist, ohne ein Kabel über den Verkehrsweg zu legen.
- Lüftung: Integrierte Lüftungen sind auf etwa 30 m³/h pro Person ausgelegt und in der Regel drehzahlgeregelt. Ein CO₂-Sensor ist meist optional und lohnt sich, wenn die Box auch für längere Sitzungen genutzt wird.
- Raumhöhe: Die Kabine braucht Abstand nach oben, damit die Abluft abziehen kann. Prüfen Sie die lichte Raumhöhe am konkreten Standort, insbesondere unter abgehängten Decken und Unterzügen.
- Bodentragfähigkeit und Zugang: Kabinen werden in Segmenten angeliefert. Türbreiten, Aufzugmaße und Kurvenradien im Zugangsweg entscheiden häufiger über die Machbarkeit als das Gewicht selbst.
- Standort in der Fläche: Nicht direkt neben Konzentrationsarbeitsplätzen – die Tür ist die Geräuschquelle, nicht die Box. Sinnvoll sind Übergangszonen, Flurenden oder die Nähe zu Teeküche und Verkehrsfläche.
Die Vorschrift, die kein Anbieter nennt: Lüftung und Luftraum nach ArbStättV
Eine Telefonbox ist ein geschlossener Raum von gut einem Quadratmeter, in dem ein Mensch spricht — und Sprechen erzeugt Wärme und Kohlendioxid. Die Arbeitsstättenverordnung ist an dieser Stelle deutlicher als die Produktprospekte. Ihr Anhang verlangt unter Nummer 3.6 Absatz 1 „ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft“, und Nummer 1.2 Absatz 3 stellt klar: „Die Größe des notwendigen Luftraumes ist in Abhängigkeit von der Art der physischen Belastung und der Anzahl der Beschäftigten sowie der sonstigen anwesenden Personen zu bemessen.“ Nummer 3.5 Absatz 1 fordert zusätzlich eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“.
Praktisch heißt das: Der Luftwechsel ist bei einer Telefonbox kein Komfortmerkmal, sondern das Kriterium, das über die tatsächliche Nutzungsdauer am Stück entscheidet. Fragen Sie nach dem Luftwechsel, nach der Nachlaufzeit des Lüfters und nach dem Geräuschpegel des Lüfters selbst — ein lauter Lüfter hebt den Grundpegel genau dort an, wo Ruhe entstehen soll, und macht die Dämmung wieder zunichte.
Anhang der Arbeitsstättenverordnung im Volltext
Ist eine Telefonbox ein Arbeitsraum? Warum die Frage über die Ausstattung entscheidet

Die Antwort verschiebt den ganzen Anforderungskatalog. Wird die Box nur für Telefonate und kurze Videocalls genutzt, ist sie ein Rückzugsort innerhalb eines Arbeitsraums. Wird dort dagegen regelmäßig ein voller Arbeitstag verbracht, ist der Arbeitsplatz dorthin verlagert — und dann gelten die Anforderungen an Arbeitsräume vollständig, von der Grundfläche über Tageslicht bis zur Bildschirmarbeit. Der Anhang der Arbeitsstättenverordnung formuliert das in Nummer 1.2 Absatz 2 knapp: „Die Abmessungen der Räume richten sich nach der Art ihrer Nutzung.“
Vier Nutzungsprofile und was sie jeweils verlangen:
- Telefonate und Videocalls bis rund eine Stunde: Rückzugsort im Arbeitsraum
- Vertrauliche Gespräche, Personalthemen, Bewerbungsgespräche: Rückzugsort mit erhöhter Anforderung an die Sprachpegelminderung
- Konzentrierte Einzelarbeit über mehrere Stunden: Nutzungsregel und Lüftung vorher prüfen
- Voller Arbeitstag am Bildschirm: als Arbeitsraum zu bewerten, nicht als Möbelkabine
Für die Beschaffung ist das die wichtigste Weichenstellung überhaupt: Legen Sie vorher fest, wofür die Box gedacht ist, und schreiben Sie es in die Nutzungsregel. Eine Einpersonenbox als Dauerarbeitsplatz zu betreiben, ist kein Ausstattungsdetail, sondern eine Frage des Arbeitsschutzes.
Brandschutz, Mietvertrag und Rückbau

Eine Telefonbox ist in der Regel nicht genehmigungspflichtig, weil sie als Möbel gilt. Zwei Punkte bleiben trotzdem zu prüfen: Sie darf Flucht- und Rettungswege weder verengen noch verstellen, und sie darf die Wirksamkeit von Brandmelde- und Sprinkleranlagen nicht beeinträchtigen – eine geschlossene Kabine unter einem Sprinkler ist ein Fall für das Brandschutzkonzept, nicht für die Möbelplanung. Bindend ist dabei immer die jeweilige Landesbauordnung mit den dort eingeführten technischen Regeln sowie das Brandschutzkonzept des Gebäudes.
Mietrechtlich ist die Box der unkomplizierteste Fall im ganzen Trennwand-Spektrum: Weil sie nicht fest mit dem Gebäude verbunden wird, entsteht in der Regel keine Rückbaupflicht am Vertragsende. Sie wird abgebaut und mitgenommen. Bei fest verbauten Trennwänden sieht das anders aus – was dabei zu beachten ist, steht in unserem Ratgeber zu Trennwänden in Mietflächen.
Checkliste vor der Bestellung
- Bedarf gerechnet, nicht geschätzt – Anzahl Boxen an der Zahl der Arbeitsplätze und dem tatsächlichen Gesprächsaufkommen ausgerichtet.
- Schallschutzangabe hinterfragt: Wandaufbau oder fertige Kabine, auf welcher Prüfgrundlage?
- Betriebsgeräusch der Lüftung abgefragt, nicht nur die Dämmung.
- Standort mit Blick auf Strom, Raumhöhe, Verkehrswege und Nachbararbeitsplätze festgelegt.
- Zugangsweg für die Anlieferung geprüft: Türen, Aufzug, Kurven.
- Brandschutzkonzept gegengelesen – Rettungswege, Melder, Sprinkler.
- Kauf- gegen Mietvariante über die tatsächlich geplante Nutzungsdauer gerechnet.
- Belegtanzeige oder Sichtbezug eingeplant, damit die Box im Alltag auch genutzt wird.
Nachhallzeit und Sprachverständlichkeit in der Telefonbox: der Kennwert, der auf keinem Datenblatt steht

Jedes Datenblatt einer Telefonbox nennt einen Wert für die Dämmung nach außen. Kein Datenblatt nennt einen Wert für das, was innen passiert – und genau dort entscheidet sich, ob in der Kabine gut telefoniert und konzentriert gearbeitet werden kann. Der Grund ist die Nachhallzeit. Eine Kabine ist ein sehr kleiner, sehr harter Raum: rund drei Kubikmeter Luft, umschlossen von Glas, Melamin oder lackiertem Holz. Ohne absorbierende Innenflächen wird die eigene Stimme zurückgeworfen, bevor der nächste Satz beginnt. Das Ergebnis ist kein Lärm, sondern ein Klang, den Gesprächspartner am anderen Ende als hallig und anstrengend beschreiben – die Sprachverständlichkeit sinkt, obwohl die Dämmung nach außen tadellos ist. Warum steht dazu nichts im Datenblatt? Weil es dafür keinen normativen Zielwert gibt. Die DIN 18041 beschreibt die Hörsamkeit in Räumen und arbeitet mit Sollwerten, die auf das Raumvolumen bezogen sind; eine Kabine mit etwa drei Kubikmetern liegt unterhalb des Bereichs, für den die Norm Werte angibt. Herstellerangaben für Telefonboxen liegen typischerweise bei Nachhallzeiten von 0,3 bis 0,4 Sekunden – das ist eine Produktangabe, keine Anforderung, und sie ist zwischen Anbietern nur vergleichbar, wenn sie im selben Frequenzbereich gemessen wurde. Für die Beurteilung nach außen existiert dagegen sehr wohl eine passende Norm: Die DIN EN ISO 23351-1 misst die Sprachpegeldämpfung von Möbel-Ensembles und Kabinen und ist damit die Kennzahl, die für dieses Produkt gebaut wurde – anders als der Rw-Wert, der aus der Bauakustik stammt und ein Bauteil im Prüfstand beschreibt. Wer eine Telefonbox Büro beschafft, sollte deshalb drei Angaben verlangen statt einer: die Sprachpegeldämpfung nach ISO 23351-1, den Rw-Wert des Aufbaus und die Nachhallzeit im Innenraum mit Angabe des Messverfahrens.
| Kennwert | beschreibt | Norm | wofür er taugt |
|---|---|---|---|
| Rw | Schalldämmung eines Bauteils im Prüfstand | Bauakustik | grober Vergleich zwischen Aufbauten |
| D_S,A (Sprachpegeldämpfung) | Pegelabfall der Sprache um die Kabine herum | DIN EN ISO 23351-1 | Beurteilung genau dieser Produktgattung |
| Nachhallzeit T innen | Klang im Inneren, Rückwurf der eigenen Stimme | für dieses Volumen normativ nicht geregelt | Gesprächsqualität und ermüdungsfreies Arbeiten |
| Grundgeräuschpegel im Raum | Pegel außerhalb der Kabine | ASR A3.7 | entscheidet, ob Restpegel auffällt |
Telefonkabine, Meetingbox, Besprechungskabine: für wie viele Personen und wie lange arbeiten

Telefonkabine, Telefonbox, Silent Box, Besprechungskabine – der Markt benutzt die Begriffe durcheinander, und die Größe ist die einzige Angabe, die verlässlich unterscheidet. Entscheidend ist nicht, wie das Produkt heißt, sondern für wie viele Personen es gebaut ist und wie lange darin gearbeitet werden soll. Eine Einzelkabine ist für Gespräche gedacht, nicht für den halben Arbeitstag: Sie hat Stehhöhe oder einen Hochtisch, keine Ablagefläche für zwei Bildschirme und in der Regel keine Tageslichtversorgung. Wer darin regelmäßig mehrere Stunden arbeiten lässt, bewegt sich in Richtung Arbeitsraum – mit allen Anforderungen, die daraus folgen. Für kurze Abstimmungen zu zweit reicht eine Kabine mit zwei Sitzplätzen; ab vier Personen spricht der Markt von Besprechungskabinen, und ab dieser Größe lohnt der Vergleich mit einem abgetrennten Besprechungsraum aus Systemtrennwänden, weil die Kosten je Quadratmeter dort schnell günstiger liegen. Die folgende Zuordnung nennt für jede Größe den Zweck, die typische Nutzungsdauer und die Frage, die vorher geklärt sein muss. Preisstaffeln über alle Größen stehen bei den Preise für Akustikkabinen, der Größenvergleich ab zwei Personen in den Office Pods im Vergleich.
| Bauform | Personen | gedacht für | Nutzungsdauer am Stück | vorher zu klären |
|---|---|---|---|---|
| Telefonkabine / Telefonbox | 1 | Telefonate, Videocalls | bis etwa 1 Stunde | Lüftung und Standort |
| Silent Box mit Sitzplatz | 1 | konzentriert arbeiten, kurze Calls | 1 bis 2 Stunden | Tageslicht und Arbeitsraum-Frage |
| Meetingbox | 2 bis 3 | Abstimmung zu zweit | bis etwa 1 Stunde | Tischgröße und Anschlüsse |
| Besprechungskabine | 4 bis 6 | Teambesprechung | 1 bis 2 Stunden | Vergleich mit Raum aus Systemtrennwänden |
Häufige Fragen
Was kostet eine Telefonbox fürs Büro?
Einzelkabinen für eine Person starten bei 4.900 € netto. Gut ausgestattete Modelle mit Lüftung, Licht und Sitzfläche liegen bei 6.500–8.900 €. Lieferung und Montage kommen mit 2.500–5.500 € hinzu, abhängig von Standort und Zugang.
Wie viel Schalldämmung braucht eine Telefonbox?
Serienmodelle erreichen 28–35 dB Rw, Premium-Kabinen mit Doppelverglasung 36–42 dB. Für normale Telefonate und Videocalls reicht der untere Bereich. Achten Sie darauf, ob sich der genannte Wert auf den Wandaufbau oder auf die fertig aufgebaute Kabine bezieht – für Kabinen ist die ISO 23351-1 die einschlägige Prüfnorm.
Braucht eine Telefonbox einen Stromanschluss?
Ja. Standard ist ein 230-V-Anschluss, die Leistungsaufnahme liegt je nach Ausstattung bei 40–150 W. Lüftung und Beleuchtung sind in der Regel integriert.
Ist eine Telefonbox genehmigungspflichtig?
In der Regel nein, weil sie baurechtlich als Möbel und nicht als Bauteil gilt. Zu prüfen sind Flucht- und Rettungswege sowie die Verträglichkeit mit Brandmelde- und Sprinkleranlagen. Maßgeblich sind die Landesbauordnung und das Brandschutzkonzept des Gebäudes.
Telefonbox kaufen oder mieten?
Miete liegt bei 220–320 € im Monat inklusive Wartung und lohnt sich bei Nutzungsdauern unter 24 Monaten. Ab etwa 30 Monaten ist der Kauf günstiger.
Wie viele Telefonboxen braucht ein Großraumbüro?
Als Planungsrichtwert: eine Box bis 15 Arbeitsplätze, zwei bis 35, drei bis vier bis 60 Arbeitsplätze, darüber je 15–20 weitere Arbeitsplätze eine zusätzliche. Der tatsächliche Bedarf hängt vom Anteil der Beschäftigten mit hohem Gesprächsaufkommen ab.
Was kostet eine Telefonzelle fürs Büro?
Einpersonenkabinen beginnen bei rund 4.900 € und reichen je nach Ausstattung deutlich darüber hinaus. Wer nach Telefonzelle Büro Kosten sucht, meint dieselbe Produktkategorie wie Telefonbox – die Preisspanne unterscheidet sich nicht. Entscheidend für den Preis sind Schallschutzklasse, Lüftung, Beleuchtung und Ausstattung, nicht die Bezeichnung.
Reichen 30 dB Schalldämmung für vertrauliche Gespräche?
Das lässt sich ohne den Raum nicht beantworten. 30 dB Dämmung bei 60 dB(A) Sprechpegel ergeben rund 30 dB(A) Restpegel außerhalb der Kabine. In einem Großraum mit 45 dB(A) Grundgeräusch ist das unauffällig, in einem ruhigen Bürotrakt mit 35 dB(A) weiterhin hörbar. Messen Sie den Grundgeräuschpegel, bevor Sie die Schallschutzklasse festlegen.
Was ist der Unterschied zwischen Telefonbox und Meetingbox?
Die Personenzahl, nicht der Name. Eine Telefonbox – auch Telefonzelle, Silent Box oder Phone Booth genannt – ist für eine Person ausgelegt. Eine Meetingbox fasst zwei bis sechs Personen und braucht entsprechend mehr Grundfläche, mehr Luftwechsel und in der Regel eine eigene Abstimmung mit dem Brandschutzkonzept.
Warum klingt meine Stimme in der Telefonbox dumpf?
Weil der Innenraum zu wenig Absorption hat. Bei rund drei Kubikmetern Volumen und harten Flächen treffen Reflexionen den Sprecher innerhalb weniger Millisekunden wieder, und die Eigenresonanzen des kleinen Raums liegen im Bereich der Sprachgrundfrequenz. Dieser Klang wird über das Mikrofon mit übertragen. Absorbierende Rückwand und Decke lösen das Problem.
Braucht eine Telefonbox eine Lüftung?
Ja, und sie ist kein Komfortmerkmal. Der Anhang der Arbeitsstättenverordnung verlangt unter Nummer 3.6 Absatz 1 „ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft“ und bemisst den notwendigen Luftraum nach Nummer 1.2 Absatz 3 nach der Art der physischen Belastung und der Anzahl der anwesenden Personen. In einem geschlossenen Korpus von gut einem Quadratmeter entscheidet der Luftwechsel darüber, wie lange die Box am Stück nutzbar ist. Zu erfragen sind Luftwechselrate, Nachlaufzeit des Lüfters und dessen eigener Geräuschpegel — ein lauter Lüfter hebt den Grundpegel dort an, wo Ruhe entstehen soll.
Ist eine Telefonbox ein Arbeitsraum?
Das hängt an der Nutzung, nicht am Produkt. Für Telefonate und kurze Videocalls ist die Box ein Rückzugsort innerhalb eines Arbeitsraums. Wird dort regelmäßig ein voller Arbeitstag verbracht, ist der Arbeitsplatz dorthin verlagert, und die Anforderungen an Arbeitsräume gelten vollständig — von der Grundfläche über Tageslicht bis zur Bildschirmarbeit. Der Anhang der Arbeitsstättenverordnung sagt in Nummer 1.2 Absatz 2: „Die Abmessungen der Räume richten sich nach der Art ihrer Nutzung.“ Die Nutzungsregel gehört deshalb vor die Beschaffung, nicht danach.
Kann ich eine Telefonbox beim Umzug mitnehmen?
In der Regel ja, weil eine Telefonbox baulich als Möbel gilt und nicht mit dem Gebäude verschraubt wird. Zwei Punkte gehören trotzdem vor dem Umzug geklärt: ob der Korpus zerlegbar ist und mit welchem Aufwand, und wie mit dem am alten Standort gesetzten Elektroanschluss umzugehen ist — dieser ist Bestandteil der Mietfläche und fällt nicht automatisch unter die Mitnahme.
Welche Nachhallzeit sollte eine Telefonbox innen haben?
Herstellerangaben liegen typischerweise bei 0,3 bis 0,4 Sekunden. Ein normativer Zielwert existiert für dieses Volumen nicht, weil die DIN 18041 Sollwerte auf das Raumvolumen bezieht und eine Kabine mit rund drei Kubikmetern darunter liegt.
Was ist die Sprachpegeldämpfung nach DIN EN ISO 23351-1?
Sie misst, um wie viel der Sprachpegel um eine Kabine oder ein Möbel-Ensemble herum abfällt. Anders als der Rw-Wert, der aus der Bauakustik stammt, ist sie eigens für diese Produktgattung entwickelt worden.
Ab wie vielen Personen lohnt statt einer Kabine ein Besprechungsraum?
Ab etwa vier Personen. Dann lohnt der Vergleich zwischen Besprechungskabine und einem abgetrennten Raum aus Systemtrennwänden, weil die Kosten je Quadratmeter dort schnell günstiger liegen.
Kann man in einer Telefonbox den ganzen Tag arbeiten?
Eine Einzelkabine ist für Gespräche gedacht, nicht für den halben Arbeitstag. Wer darin regelmäßig mehrere Stunden arbeiten lässt, bewegt sich in Richtung Arbeitsraum mit den entsprechenden Anforderungen an Fläche, Lüftung und Tageslicht.
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