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Trennwände Großraumbüro: Zonierung, Schallschutz und Kosten

Trennwände Großraumbüro entscheiden darüber, ob eine offene Fläche funktioniert. Diese Seite ordnet die Bauarten von der mobilen Stellwand auf Rollen bis zur raumhohen Systemtrennwand nach akustischer Wirkung, Versetzbarkeit und Kosten je Arbeitsplatz – und zeigt, welche Zone welche Lösung verlangt.

Aktualisiert 31. August 20269 min LesezeitRedaktion Die Objekteinrichtung

Warum offene Flächen ohne Zonierung nicht funktionieren

Der entscheidende Störfaktor im Großraumbüro ist nicht die Lautstärke an sich, sondern die Verständlichkeit fremder Gespräche. Ein Telefonat am Nachbartisch bindet Aufmerksamkeit, weil das Gehirn Sprache automatisch mitverarbeitet – unabhängig davon, ob der Inhalt interessiert. Deshalb bringt eine reine Pegelsenkung wenig, wenn die Sprachverständlichkeit über die Fläche hoch bleibt. Wirksam ist die Kombination aus drei Dingen: die Ausbreitung von Schall unterbrechen, Reflexionen an Decke und Wänden absorbieren und laute von leisen Tätigkeiten räumlich trennen. Trennwände lösen den ersten und – je nach Oberfläche – einen Teil des zweiten Punktes. Den dritten löst die Planung, nicht das Produkt.

Der zweite Grund für Zonierung ist organisatorisch. In den meisten Unternehmen arbeiten auf derselben Fläche Rollen mit sehr unterschiedlichen Anforderungen: Vertrieb telefoniert fast durchgehend, Buchhaltung und Entwicklung brauchen längere ungestörte Blöcke, Projektteams wechseln mehrfach täglich zwischen Abstimmung und Einzelarbeit. Eine Fläche, die alle gleich behandelt, ist für jede dieser Gruppen der falsche Kompromiss. Die Zonierung bildet diese Unterschiede ab, bevor über konkrete Produkte entschieden wird.

Die vier Zonen – und welche Trennwand dazugehört

Bewährt hat sich eine Einteilung in vier Zonentypen. Sie ist kein Dogma, aber ein belastbarer Ausgangspunkt für die Grundrissarbeit.

ZoneTypische NutzungPassende TrennwandlösungEmpfohlene HöheSichtbezug
FokuszoneKonzentrierte Einzelarbeit, längere BlöckeRaumhohe Systemtrennwand oder Raum-in-Raum-Einheitraumhochgeschlossen oder Oberlicht
TeamzoneProjektarbeit, kurze Abstimmungen im TeamHalbhohe Stellwand oder Systemtrennwand mit Glasanteil1,60–2,00 mteiltransparent
KommunikationszoneSpontane Gespräche, Stehmeetings, KaffeepunktBewusst offen, allenfalls niedrige Raumteiler zur Markierung1,20–1,60 moffen
VertraulichkeitszonePersonalgespräche, Telefonate mit sensiblen InhaltenGeschlossene Systemtrennwand oder Akustikkabineraumhochgeschlossen

Die Höhenangaben sind Planungsrichtwerte aus der Praxis und keine Normvorgaben. Entscheidend ist die Relation: Eine Trennwand wirkt akustisch erst dann spürbar, wenn sie die direkte Sichtlinie zwischen zwei sitzenden Personen unterbricht. Alles darunter ist Sicht- und Ordnungsschutz, kein Schallschutz. Umgekehrt bringt eine raumhohe Wand nur dann ihre volle Wirkung, wenn auch der Anschluss an Decke und Boden dicht ausgeführt ist – Fugen und offene Deckenhohlräume sind die häufigste Ursache dafür, dass eine teure Wand hinter den Erwartungen bleibt.

Tischaufsatz, Stellwand, Systemtrennwand – was wofür taugt

LösungWirkungFlexibilitätTypischer Einsatz
Tischaufsatz-TrennwandSicht- und leichter Sprachschutz am Einzelplatzsehr hoch, ohne Eingriff in die FlächeBench-Arbeitsplätze, Callcenter-nahe Tätigkeiten
Freistehende StellwandZonenmarkierung, Unterbrechung von Sichtachsenhoch, tagesaktuell umstellbartemporäre Teams, Projektflächen
Mobile Trennwand auf SchieneFläche bei Bedarf teilen oder öffnenmittel, planbar veränderbarSchulungs- und Mehrzweckbereiche
Systemtrennwand raumhochEchte Raumbildung mit definiertem Schallschutzgering im Alltag, hoch über den LebenszyklusFokusräume, Besprechung, Vertraulichkeit
Akustikkabine / Raum-in-RaumAbgeschlossene Einheit ohne Baumaßnahmehoch, versetzbarTelefonate, Videocalls, Zweiergespräche

In der Praxis kommt fast nie eine einzelne Lösung zum Einsatz, sondern eine Staffelung. Ein typisches Großraumbüro kombiniert Tischaufsätze am Bench, zwei bis vier Akustikkabinen für Telefonate und Videocalls sowie raumhohe Systemtrennwände für die Besprechungs- und Vertraulichkeitszonen. Details zu den Kabinen finden Sie in unserem Office-Pod-Vergleich und zu versetzbaren Lösungen im Ratgeber mobile Trennwände.

Schallschutz: was Sie realistisch erwarten dürfen

Für raumhohe Systemtrennwände geben wir auf unseren Leistungsseiten Schalldämm-Maße bis Rw 47 dB an; Glaswände erreichen je nach Aufbau ebenfalls Werte bis Rw 47 dB. Diese Laborwerte beschreiben das Bauteil, nicht den fertigen Raum. In der gebauten Situation entscheiden Anschlüsse, Türen, Lüftungsöffnungen und Deckenhohlräume darüber, wie viel davon ankommt. Planen Sie deshalb nie ausschließlich über den Bauteilwert, sondern lassen Sie die Anschlussdetails mitbewerten.

Halbhohe Stellwände und Tischaufsätze lassen sich nicht sinnvoll über ein Schalldämm-Maß beschreiben, weil sie den Raum nicht schließen. Ihr Beitrag liegt darin, den direkten Schallweg zwischen zwei Arbeitsplätzen zu unterbrechen und – bei absorbierender Oberfläche – Reflexionen zu schlucken. Für die Bewertung der Gesamtfläche ist in Deutschland die VDI 2569 die einschlägige Richtlinie für Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro; für die Raumakustik allgemein die DIN 18041. Beide sind Planungsgrundlagen für Fachplaner und ersetzen keine Messung vor Ort. Wie sich Decke und Wandflächen ergänzen, behandeln wir im Ratgeber Schallschutz im Büro und in der Übersicht Akustikdecken im Büro. Welche Anforderungen die ASR A3.7 an den Lärmschutz im Großraum stellt, steht in der eigenen Regel.

Was kostet die Zonierung eines Großraumbüros?

Die Kosten hängen weniger an der Quadratmeterzahl der Fläche als an der Anzahl der gebildeten Räume. Jede geschlossene Zone bringt Türen, Anschlüsse und gegebenenfalls Elektro- und Lüftungsführung mit sich – das sind die eigentlichen Kostentreiber. Als Orientierung dienen die Richtwerte von unseren Preisseiten:

PositionRichtwertGrundlage
Systemtrennwand, geschlossenab 189 €/m²/systemtrennwaende-kosten
Systemtrennwand mit Glasanteil350–890 €/m²/systemtrennwaende-kosten
Ganzglas-Trennwandab 350 €/m²/glaswaende
Akustikkabine für 1 Personab ca. 5.900 € pro Einheit/akustikkabinen-preise

Rechnen Sie für die Planung lieber pro Arbeitsplatz als pro Quadratmeter. Ein belastbarer Ansatz: Legen Sie zuerst fest, wie viele Fokusplätze, wie viele Telefon-/Videocall-Plätze und wie viele geschlossene Besprechungsplätze die Fläche braucht. Erst daraus ergibt sich, wie viele Meter Wand und wie viele Kabinen tatsächlich nötig sind. Der häufigste Planungsfehler ist die umgekehrte Reihenfolge – erst Wände einzeichnen, dann feststellen, dass zu wenige Rückzugsorte entstanden sind. Die vollständigen Kostenstrukturen finden Sie unter Systemtrennwände Kosten und Akustikkabinen Preise.

Ein zweiter wirtschaftlicher Punkt betrifft Mietflächen: Systemtrennwände sind rückbaubar und behalten einen Restwert, fest verbauter Trockenbau nicht. Bei befristeten Mietverträgen verschiebt das die Rechnung erheblich – wir haben das im Ratgeber Trennwände in Mietflächen an einem Beispiel durchgerechnet.

Planungsreihenfolge – acht Schritte

  1. Tätigkeiten erfassen: Wer telefoniert wie viel, wer braucht ungestörte Blöcke, wer arbeitet im Team?
  2. Zonen festlegen, bevor über Produkte gesprochen wird – Fokus, Team, Kommunikation, Vertraulichkeit.
  3. Laute und leise Zonen räumlich trennen, nicht nebeneinanderlegen.
  4. Wege- und Fluchtwegführung prüfen; jede neue Wand verändert Verkehrsflächen.
  5. Bedarf an geschlossenen Einheiten beziffern (Fokusräume, Telefonkabinen, Besprechung).
  6. Trennwandtypen zuordnen und Höhen festlegen.
  7. Anschlussdetails an Decke, Boden und Fassade klären – hier entscheidet sich der reale Schallschutz.
  8. Brandschutz und Elektroplanung einbeziehen, bevor bestellt wird.

Die Punkte 4 und 8 werden regelmäßig zu spät bearbeitet. Rettungswegbreiten und Brandschutzanforderungen ergeben sich aus der jeweiligen Landesbauordnung und den dort eingeführten technischen Regeln und sind mit der zuständigen Stelle abzustimmen – eine nachträgliche Änderung der Grundrisse ist deutlich teurer als eine frühzeitige Abstimmung. Grundlagen dazu im Ratgeber Brandschutz bei Trennwänden und in der Büroplanungs-Checkliste.

Häufige Fehler

  • Trennwände erst aufstellen, wenn die Beschwerden da sind – dann ist die Fläche bereits belegt und jede Änderung teuer.
  • Nur auf Sichtschutz optimieren: Eine blickdichte Wand ohne absorbierende Oberfläche verbessert die Akustik kaum.
  • Zu wenige geschlossene Rückzugsorte: Zwei Telefonkabinen auf 60 Arbeitsplätze sind dauerhaft belegt und werden nicht genutzt, sondern gemieden.
  • Deckenanschluss offen lassen: Der Schall läuft über den Hohlraum, die Wand wirkt nicht.
  • Flexibilität mit Provisorium verwechseln: Freistehende Stellwände, die nie wieder bewegt werden, hätten von Anfang an raumhoch geplant werden können.

Grundlagen zum modularen Wandsystem selbst finden Sie auf unserer Seite zu Systemtrennwänden.

Trennwände Großraumbüro: welche Bauart welche Aufgabe löst

Der Begriff Trennwände Großraumbüro fasst Bauarten zusammen, die technisch wenig gemeinsam haben. Sie bieten sehr verschiedene Wirkungen, und die Verwechslung ist der häufigste Planungsfehler auf offenen Flächen. Eine Tischaufsatzwand unterbricht die Sichtlinie zwischen zwei gegenübersitzenden Personen und sonst nichts. Eine freistehende Stellwand schirmt einen Weg oder eine Blickachse ab und wirkt akustisch nur als Teilabschirmung. Eine Systemtrennwand trennt raumhoch und ist die einzige Bauart dieser Reihe, die einen eigenen Raum im bauakustischen Sinn erzeugt. Wer die drei gegeneinander abwägt, sollte deshalb nicht nach Preis pro Quadratmeter vergleichen, sondern nach der Frage, welche der drei Aufgaben – Sichtschutz, Wegeführung, Raumbildung – tatsächlich gelöst werden soll. Verschiedene Aufgaben verlangen verschiedene Bauarten; eine Wand, die alle drei zugleich erfüllen soll, erfüllt in der Praxis keine davon vollständig.

Systemtrennwand Büro oder Stellwand – die Entscheidung fällt an der Decke

Ob eine Systemtrennwand Büro-tauglich ist oder eine Stellwand genügt, entscheidet sich nicht an der Wand, sondern am Anschluss nach oben. Eine Systemtrennwand (Bauarten und Technik unter Systemtrennwände) läuft bis an die Rohdecke oder wird an die Unterdecke angeschlossen und braucht dort eine durchgehende Abschottung; ohne sie wandert der Schall über die Deckenkammer in den Nachbarbereich, und der Prüfwert des Wandelements ist wertlos. Eine Stellwand endet dagegen bewusst unterhalb der Decke. Sie kann den Schall nicht sperren, sondern nur den direkten Weg zwischen zwei Personen verlängern. Das ist kein Mangel, sondern ihr Prinzip – es begrenzt aber ihre Wirkung nach oben hin fest. Für die Planung folgt daraus eine klare Reihenfolge: Erst klären, ob die Decke und der Doppelboden durchgehende Hohlräume haben, dann die Bauart wählen. Wer umgekehrt vorgeht, kauft eine Wand mit hohem Laborwert und misst später einen deutlich niedrigeren Wert am Bau.

Großraumbüro Schallschutz: Trennwände wirken nur über der absorbierenden Decke

Beim Thema Großraumbüro Schallschutz werden Trennwände regelmäßig überschätzt. Eine Stellwand blockiert den direkten Schallweg, aber Sprache erreicht den Nachbarplatz auch über die Decke: Sie trifft schräg nach oben, wird dort reflektiert und landet hinter der Wand wieder auf Ohrhöhe. Ist die Decke schallhart, ist genau dieser Umweg der dominierende Pfad – die Wand kürzt dann nur den kleineren Anteil weg. Deshalb gilt für offene Flächen die Reihenfolge Decke zuerst, Wand danach. Erst wenn die Fläche über den Arbeitsplätzen absorbierend ist, macht die Höhe der Stellwand einen messbaren Unterschied. Zweiter Punkt, der in Produktbeschreibungen fehlt: Die Schirmwirkung hängt von der Geometrie ab, nicht nur von der Bespannung. Eine Wand, die nur die sitzende Sichtlinie unterbricht, wirkt nicht mehr, sobald jemand steht oder sich über die Kante lehnt. Farben und Oberflächen der Bespannung ändern daran nichts – sie beeinflussen die Optik und den Lichtreflexionsgrad, nicht die Abschirmung.

Welchen Pegel die ASR A3.7 vorgibt und was VDI 2569 zusätzlich misst

Zwei Regelwerke geben den Rahmen. Die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 „Lärm“ ordnet Tätigkeiten drei Kategorien zu und nennt dafür maximal zulässige Beurteilungspegel; sie enthält außerdem raumakustische Anforderungen an Räume mit Sprachkommunikation, einschließlich der Nachhallzeit. Die Richtlinie VDI 2569 „Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros“ in der Fassung von Oktober 2019 ersetzt die Ausgabe von 1990 und führt Raumklassen ein. Für Einzel- und kleine Mehrpersonenbüros stützt sie sich auf die maximale Nachhallzeit und den Grundgeräuschpegel gebäudetechnischer Anlagen. Für große Mehrpersonenbüros – also den Fall Großraumbüro – kommen zwei Kennwerte hinzu, die nach DIN EN ISO 3382-3 bestimmt werden: die räumliche Abklingrate D2,S und der Sprachpegel in vier Metern Entfernung Lp,A,S,4m. Das ist der entscheidende Unterschied zur Produktwerbung. Beide Kennwerte beschreiben, wie sich Sprache über die Fläche hinweg abschwächt – also genau das Zusammenspiel aus Decke, Boden, Möblierung und Trennwand. Ein einzelner Bauteilwert einer Stellwand taucht darin gar nicht auf. Wer eine offene Fläche gegen ein Zielniveau planen will, braucht deshalb eine raumakustische Betrachtung und nicht das Datenblatt einer Wand.

Tätigkeitskategorien und maximal zulässige Beurteilungspegel nach ASR A3.7
KategorieAnforderung an die TätigkeitMaximal zulässiger Beurteilungspegel
Ihohe Konzentration oder hohe Sprachverständlichkeit55 dB(A) darf nicht überschritten werden
IImittlere Konzentration oder mittlere Sprachverständlichkeit70 dB(A) darf nicht überschritten werden
IIIgeringe Konzentration oder geringe Sprachverständlichkeitso weit wie möglich zu reduzieren

Quellen: ASR A3.7, Abschnitt 5: Pegelwerte und raumakustische Anforderungen und VDI 2569 – Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros.

Planungsfragen, die vor der Bestellung geklärt sein müssen

Fünf Fragen entscheiden darüber, ob die gewählte Lösung im Betrieb trägt. Erstens: Sind Decken- und Bodenhohlräume durchgehend? Zweitens: Welche Tätigkeitskategorie nach ASR A3.7 liegt auf der Fläche tatsächlich vor – gemischte Nutzung zieht immer die strengere Anforderung nach sich. Drittens: Ist die Decke bereits absorbierend ausgeführt oder steht diese Maßnahme noch aus? Viertens: Wie oft wird die Fläche umgestellt – versetzbare Systemtrennwände bieten hier den Vorteil, dass sie ohne Nassarbeiten und ohne Bauschutt umziehen. Fünftens: Wer verantwortet die Fluchtwegführung, wenn die Zonierung Gänge verengt? Diese Frage gehört an den Anfang und nicht ans Ende der Planung.

  1. Decken- und Bodenhohlräume prüfen, bevor eine Bauart festgelegt wird.
  2. Tätigkeitskategorie nach ASR A3.7 für die gesamte Fläche bestimmen.
  3. Absorbierende Deckenfläche einplanen, bevor Stellwandhöhen diskutiert werden.
  4. Umbauhäufigkeit realistisch schätzen und danach versetzbar oder fest entscheiden.
  5. Fluchtweg- und Gangbreiten mit der Zonierung gemeinsam prüfen.

Mobile Trennwände auf Rollen: wann die flexible Lösung am Arbeitsplatz trägt

Nicht jede Zonierung im Großraumbüro muss dauerhaft sein. Zwischen der fest verschraubten Systemtrennwand und der reinen Tischblende liegt eine Bauart, die in Ausschreibungen regelmäßig unterschätzt wird: die mobile Trennwand auf Rollen. Sie ist keine Notlösung, sondern die richtige Antwort auf eine bestimmte Frage – nämlich dann, wenn die Zahl der Arbeitsplätze in einem Bereich innerhalb eines Jahres mehrfach wechselt. Wer Trennwände Großraumbüro plant und weiß, dass das Team wächst, kauft mit einer festen Wand eine Entscheidung, die er in zwölf Monaten bezahlen muss. Die mobile Variante lässt sich ohne Handwerker versetzen und bietet dafür weniger Schallschutz – dieser Tausch ist der eigentliche Inhalt der Entscheidung. Wichtig ist die realistische Erwartung: Eine mobile Stellwand auf Rollen erreicht kein ausweisbares Schalldämm-Maß, weil sie weder an die Decke noch an den Boden anschließt. Sie wirkt als Abschirmung im direkten Schallweg zwischen zwei Arbeitsplätzen und senkt die Ablenkung durch Blickkontakt. Alles, was darüber hinausgeht – Vertraulichkeit, Pegelsenkung im Raum, planbare Sprachverständlichkeit –, verlangt eine raumhohe Bauart. Viele Anbieter vermischen beides in einer Produktbeschreibung; die folgende Tabelle trennt es nach dem, was die jeweilige Bauart tatsächlich leistet, und nennt für die festen Bauarten die Richtwerte unserer Preisseiten. Details zu den flexiblen Systemen stehen bei den mobile Trennwandsysteme und bei den raumhohe Systemtrennwände.

BauartversetzbarAnschluss Decke/Bodenakustische WirkungRichtwert
Tischaufsatzja, in MinutenkeinerBlickschutz, geringe Abschirmungje Arbeitsplatz
Mobile Stellwand auf Rollenja, ohne HandwerkerkeinerAbschirmung im direkten Schallweg, kein Rwje Element
Freistehende Stellwand ohne Rollenja, mit AufwandkeinerAbschirmung, kein Rwje Element
Systemtrennwand, geschlossenneinbeidseitig dichtbis Rw 47 dBab 189 €/m²
Systemtrennwand mit Glasanteilneinbeidseitig dichtbis Rw 47 dB350–890 €/m²
Akustikkabine für eine Personja, als Einheitfreistehend, eigener Korpuseigenständiger Raumab ca. 5.900 €

Design und moderne Bürogestaltung: warum die Optik über die Akzeptanz entscheidet

Der Punkt, an dem Zonierungskonzepte in der Praxis scheitern, ist selten die Akustik – es ist die Akzeptanz. Eine moderne Bürofläche wird von den Menschen bewertet, die darin arbeiten, und eine Trennwand, die als Abschottung wahrgenommen wird, wird umgangen, zugestellt oder abgebaut. Deshalb gehört das Design nicht ans Ende der Planung, sondern in dieselbe Entscheidung wie die Bauart. Drei Stellschrauben entscheiden darüber, ob eine Lösung angenommen wird: die Höhe, der Glasanteil und die Oberfläche. Bei der Höhe gilt die einfache Regel, dass eine Wand im Sitzen abschirmen und im Stehen den Überblick lassen soll; wer beides gleichzeitig will, landet bei Höhen zwischen der Tischebene und der Augenhöhe im Stehen. Beim Glasanteil ist der Effekt gegenläufig: Er rettet das Tageslicht und kostet Schallschutz. Und bei der Oberfläche entscheidet nicht der Farbton, sondern ob das Material Schall aufnimmt – eine glatte, lackierte Fläche reflektiert und verschiebt das Problem in den Raum, eine textile Absorberfläche nimmt es auf. Verschiedene Materialien lassen sich innerhalb einer Bauart kombinieren, ohne dass das Konzept unruhig wird, wenn eine Farbfamilie durchgehalten wird. Wer Trennwände Großraumbüro als reines Beschaffungsthema behandelt, bekommt eine korrekte Wand und ein Team, das sie nicht nutzt.

StellschraubeWirkung auf AkzeptanzWirkung auf Akustik
Höhe bis Tischebenehoch, keine Abschottunggering
Höhe bis Augenhöhe im Sitzenhochspürbare Abschirmung
Raumhoch geschlossenniedrig ohne Glasanteilplanbar bis Rw 47 dB
Glasanteil hochhoch, Tageslicht bleibtsenkt den erreichbaren Wert
Textile Absorberoberflächeneutralnimmt Schall auf statt zu reflektieren
Glatte lackierte Oberflächeneutralreflektiert, verschiebt das Problem

Häufige Fragen

Welche Trennwand eignet sich für ein Großraumbüro?

Das hängt weniger vom Produkt ab als von der Zone. Für die Konzentrationszone braucht es eine raumhohe, dichte Trennwand mit geschlossenem Decken- und Bodenanschluss – alles darunter reduziert die Sichtverbindung, aber kaum den Sprachpegel. Für die Zonierung offener Flächen genügen Stellwände in Sitz- oder Stehhöhe, weil dort die Sichtbarriere die eigentliche Wirkung ist. Tischaufsätze wirken nur auf dem eigenen Arbeitsplatz und ersetzen keine Raumtrennung. Die Reihenfolge in der Planung lautet deshalb: erst festlegen, welche Tätigkeit in welcher Zone stattfindet, dann die Bauart wählen.

Wie hoch muss eine Trennwand im Großraumbüro sein?

Als Planungsrichtwert gilt: Die Wand sollte mindestens die direkte Sichtlinie zwischen zwei sitzenden Personen unterbrechen, das entspricht in der Praxis etwa 1,60 m. Für echte Vertraulichkeit und definierten Schallschutz führt an einer raumhohen Ausführung mit dichtem Decken- und Bodenanschluss kein Weg vorbei. Niedrigere Elemente wirken vor allem als Sicht- und Zonierungshilfe.

Reichen Tischtrennwände aus, um ein Großraumbüro zu beruhigen?

Allein in der Regel nicht. Tischaufsätze reduzieren den direkten Schallweg zwischen benachbarten Arbeitsplätzen und helfen bei Bench-Anordnungen spürbar, lösen aber weder Telefonate noch spontane Gespräche im Raum. Sie sind ein Baustein in einer Kombination aus Zonierung, absorbierenden Flächen und geschlossenen Rückzugsorten.

Wie viele Telefon- oder Fokuskabinen braucht eine Fläche?

Das lässt sich nicht pauschal beziffern, weil es vom Telefonie- und Videocall-Anteil abhängt. Verlässlicher als eine Faustzahl ist eine kurze Erhebung: Wie viele Gespräche laufen gleichzeitig zur Spitzenzeit? Diese Zahl ist die Untergrenze. Kabinen, die dauerhaft belegt sind, werden erfahrungsgemäß nicht mehr angesteuert.

Was kostet die Zonierung pro Arbeitsplatz?

Eine belastbare Zahl entsteht erst aus dem Zonenkonzept, weil die Kosten an der Anzahl geschlossener Räume hängen, nicht an der Fläche. Als Bausteine gelten die Richtwerte unserer Preisseiten: geschlossene Systemtrennwand ab 189 €/m², mit Glasanteil 350–890 €/m², Ganzglas ab 350 €/m², Akustikkabine für eine Person ab rund 5.900 €.

Lassen sich Trennwände im Großraumbüro später versetzen?

Bei Systemtrennwänden ja: Sie sind auf Demontage und Wiederaufbau ausgelegt und behalten dadurch einen Restwert. Fest verbauter Trockenbau muss beim Umbau abgebrochen und entsorgt werden. Bei befristeten Mietverträgen ist das der wirtschaftlich entscheidende Unterschied.

Trennwand oder Akustikkabine – was zuerst?

Wenn das Hauptproblem Telefonate und Videocalls sind, bringen Kabinen schneller Wirkung, weil sie ohne Eingriff in die Fläche aufgestellt werden können. Geht es um dauerhafte Raumbildung, Vertraulichkeit oder Besprechungsräume, ist die Systemtrennwand die richtige Antwort. Häufig ist die Reihenfolge: erst Kabinen für den akuten Bedarf, dann die geplante Zonierung.

Wann sind mobile Trennwände im Großraumbüro sinnvoll?

Immer dann, wenn sich die Zahl der Arbeitsplätze in einem Bereich innerhalb eines Jahres mehrfach ändert. Mobile Stellwände auf Rollen lassen sich ohne Handwerker versetzen, erreichen aber kein ausweisbares Schalldämm-Maß.

Welche Höhe sollte eine Trennwand im Großraumbüro haben?

Eine Wand soll im Sitzen abschirmen und im Stehen den Überblick lassen. Das führt zu Höhen zwischen Tischebene und Augenhöhe im Sitzen; raumhohe Bauarten sind nur dort nötig, wo ein planbarer Rw-Wert gefordert ist.

Was kosten Trennwände im Großraumbüro?

Geschlossene Systemtrennwände liegen ab 189 Euro je Quadratmeter, mit Glasanteil bei 350 bis 890 Euro je Quadratmeter. Eine Akustikkabine für eine Person beginnt bei rund 5.900 Euro je Einheit.

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