Landingpage · Akustik

Büroschalldämmung nach VDI 2569: Klassen, Kennwerte und Maßnahmen

Die VDI 2569 ist die maßgebliche Richtlinie für Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros. Sie ist der Grund, warum ein Mehrpersonenbüro nicht mit derselben Kenngröße bewertet wird wie ein Einzelbüro: Statt allein über die Nachhallzeit arbeitet die VDI 2569 mit Größen, die beschreiben, ab welcher Entfernung ein Gespräch aufhört zu stören. Diese Seite ordnet die Richtlinie ein, grenzt sie gegen DIN 18041 und DIN 4109 ab und zeigt, welche Maßnahmen auf welcher Wirkebene tatsächlich etwas ändern.

Aktualisiert 28. September 202615 min LesezeitRedaktion Die Objekteinrichtung

Lärm ist der teuerste unsichtbare Kostenblock im Büro. Studien des Fraunhofer IAO beziffern Produktivitätsverluste bei schlechter Akustik auf 15–25 % pro Mitarbeitendem und Jahr – deutlich mehr als jede Möbelinvestition. Die gute Nachricht: Effektive Büroschalldämmung kostet 1.500–3.100 € pro Arbeitsplatz und amortisiert sich meist innerhalb von 6–12 Monaten, insbesondere wenn Trennwände und Akustikkabinen gemeinsam geplant werden.

VDI 2569: was die Richtlinie regelt und wo sie greift

Die VDI 2569 trägt den Titel „Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros“. Sie ist damit die einzige Regel im deutschen Regelwerk, die den Bürofall vollständig behandelt — von der Schalldämmung zwischen Räumen über die Raumakustik im Raum bis zur Anordnung der Arbeitsplätze. Ihr Kern für die Planung ist eine Einstufung von Mehrpersonenbüros in Raumakustikklassen mit abgestuftem Anspruch: hoch, mittel, gering. Die Klasse wird zu Beginn festgelegt und bestimmt anschließend, wie viel absorbierende Fläche und wie viel bauliche Trennung ein Raum braucht. Anders als eine DIN-Norm ist eine VDI-Richtlinie kein Gesetz; sie wird verbindlich, sobald sie vertraglich vereinbart oder in einer Vorschrift in Bezug genommen wird. Für die Ausschreibung heißt das: Die Klasse gehört ins Leistungsverzeichnis, nicht die Formulierung „gute Akustik“. Zu den Zahlenwerten je Klasse macht diese Seite bewusst keine Angabe — der Richtlinientext ist kostenpflichtig und lag uns nicht vor. Wir geben die Systematik wieder, nicht erfundene Sollwerte.

Quellen: VDI 2569 beim VDI, DGUV-Publikation zur Büroakustik (PDF), Baunetzwissen: VDI-Richtlinien im Überblick.

Die drei Regelwerke sauber getrennt: VDI 2569, DIN 18041, DIN 4109

In Leistungsverzeichnissen werden diese drei regelmäßig vermischt, und daraus entstehen die meisten Konflikte bei der Abnahme. Sie beantworten drei verschiedene Fragen. Die DIN 4109 fragt: Wie viel Schall dringt von einem Raum in einen anderen? Sie ist Bauakustik, arbeitet mit dem bewerteten Bau-Schalldämm-Maß und stellt Mindestanforderungen ausschließlich zwischen fremden Nutzungseinheiten. Die DIN 18041 fragt: Wie klingt es in diesem einen Raum? Sie ist Raumakustik und arbeitet mit der Nachhallzeit beziehungsweise, für Büroräume, mit dem Verhältnis von absorbierender Fläche zum Raumvolumen. Die VDI 2569 fragt: Wie weit trägt Sprache über eine offene Bürofläche? Das ist die Frage, die im Großraumbüro tatsächlich über die Zufriedenheit entscheidet, und sie wird von den beiden anderen Regelwerken nicht beantwortet. Eine Planung, die nur die Nachhallzeit einhält, kann eine Bürofläche liefern, in der jedes Telefonat über zehn Meter mitzuhören ist. Hinzu kommt für Arbeitsstätten die ASR A3.7 „Lärm“ als staatliche Technische Regel: Sie bindet die Raumakustik an das Arbeitsschutzrecht und nennt für Büroräume eigene Soll-Nachhallzeiten (Abschnitt 5.2.1). Wer eine Bürofläche plant, hat es also mit vier Regelwerken zu tun, nicht mit einem — und die ASR ist das einzige davon, das unmittelbar aus dem Arbeitsschutz heraus verpflichtend ist.

Welches Regelwerk welche Frage beantwortet

RegelwerkGegenstandLeitfrageTypische Maßnahme
DIN 4109BauakustikWie viel Schall dringt in den Nachbarraum?Trennwand mit definiertem Schalldämm-Maß
DIN 18041RaumakustikWie stark hallt der Raum?Absorberfläche an Decke und Wand
VDI 2569BüroakustikWie weit trägt Sprache über die Fläche?Raumakustikklasse, Absorber plus Abschirmung
DIN EN ISO 3382-3MessverfahrenWie wird das im Großraumbüro gemessen?Messung entlang eines Pfades

Vier Regelwerke, vier Zuständigkeiten

  • DIN 4109 – bauteilbezogene Mindestanforderungen an die Schalldämmung zwischen fremden Nutzungseinheiten
  • DIN 18041 – Hörsamkeit im einzelnen Raum, für Büroräume über das Verhältnis von Absorptionsfläche zu Raumvolumen
  • VDI 2569 – Raumakustikklassen für Mehrpersonenbüros und die Ausbreitung von Sprache über die Fläche
  • ASR A3.7 „Lärm“ – die arbeitsschutzrechtliche Klammer für Arbeitsstätten
  • DIN EN ISO 3382-3 – das Messverfahren, mit dem sich das Ergebnis im Großraumbüro belegen lässt

Das Problem: Wo Lärm wirklich entsteht

Drei Lärmquellen, die getrennt behandelt werden müssen:

  • Sprachschall aus Nachbarräumen – wird durch Trennwände gedämmt (Rw).
  • Nachhall im eigenen Raum – wird durch Absorber reduziert (αw, T30).
  • Trittschall und Möbelschall – wird durch Bodenbeläge und Filzgleiter reduziert.

Wer nur eine Ebene behandelt (z. B. nur Deckenabsorber), verpufft 60–70 % des möglichen Effekts.

Die 4 Lösungsebenen im Detail

1. Trennwände (Schalldämmung Rw)

Wirken zwischen Räumen. Zielwerte: Meeting Rw 42, HR/Legal 45+, Boardroom 48+. Details und Preise unter Systemtrennwände Kosten.

2. Office-Pods (Isolation für 1–6 Personen)

Schallgedämmte Kabinen als Möbel im Raum – ideal für Calls, Focus-Arbeit, HR-Gespräche. Rw 28–38 dB, Aufstellung in Stunden. Vergleich der Größen im Pod-Ratgeber.

3. Absorber (Nachhall-Reduktion)

Deckensegel, Baffeln, Wandbilder aus PET-Filz, Glaswolle oder Holzwolle. Faustregel: 15–30 % der Deckenfläche behandeln, plus Wandabsorber hinter Sitzplätzen. Preis: 90–210 €/m² inkl. Montage. Diese Spanne ist ein Startwert für die Grobplanung, kein Auslegungswert – maßgeblich ist die Soll-Nachhallzeit nach DIN 18041 für das konkrete Raumvolumen und die Nutzungsart. Welche Absorbertypen sich dafür eignen, ist im Ratgeber Akustikpaneele im Büro aufgeschlüsselt.

4. Boden & Möbel

Nadelfilz-Teppich oder Textilbelag reduziert Trittschall. Filzgleiter unter Stühlen, gedämpfte Rollcontainer, Sitzmöbel mit Textilbezug – jedes Detail reduziert Peaks.

Schallabsorber auswählen: warum αw allein die falsche Größe ist

Schallabsorber werden fast ausschließlich über eine einzige Zahl verkauft: den bewerteten Schallabsorptionsgrad αw. Er ist praktisch, weil er ein Produkt auf einen Wert zwischen 0 und 1 reduziert. Genau darin liegt das Problem — er verschweigt, wo ein Produkt absorbiert.

Was αw zusammenfasst

Gemessen wird die Absorption nicht als eine Zahl, sondern über den Frequenzbereich hinweg, im Hallraum nach DIN EN ISO 354. Aus dieser Kurve wird nach DIN EN ISO 11654 ein Einzahlwert gebildet, indem die Messkurve mit einer Bezugskurve verglichen wird. Zwei Produkte mit identischem αw können deshalb völlig unterschiedliche Kurven haben: Das eine nimmt vor allem oben weg, das andere arbeitet bereits in der Mitte.

Die Buchstaben in Klammern sind die eigentliche Information

Liegt die gemessene Absorption in einem Bereich deutlich über der Bezugskurve, wird dem Einzahlwert ein Formindikator in Klammern angehängt — L, M oder H für den tiefen, mittleren oder hohen Bereich. Eine Angabe wie „αw 0,85 (M)" enthält damit mehr Information als „αw 0,85". In Prospekten und Onlineshops wird der Buchstabe regelmäßig weggelassen — und mit ihm die Aussage, ob das Produkt dort arbeitet, wo das Büro sein Problem hat.

Das ist keine akademische Unterscheidung. Die Grundfrequenz der menschlichen Stimme liegt etwa zwischen 100 und 250 Hz; das dumpfe Grundrauschen eines belegten Großraumbüros entsteht im unteren Mittenbereich. Ein Produkt, das seinen Wert überwiegend oberhalb von 1.000 Hz erreicht, sieht im Datenblatt hervorragend aus und verändert im Raum wenig.

Drei Fragen an den Anbieter

  1. Für welche Montageart gilt der Wert? Direkt auf dem Untergrund oder mit definiertem Abstand? Die Montageart ist Teil der Messung — ein Wert ohne diese Angabe ist für die Planung nicht verwendbar.
  2. Liegt die Absorptionskurve über den Frequenzbändern vor, nicht nur der Einzahlwert? Wenn nicht, lässt sich nicht beurteilen, ob das Produkt zum Problem des Raums passt.
  3. Gilt der Wert für die tatsächlich gelieferte Ausführung — also einschließlich Bespannung, Oberfläche oder Druck — oder für das nackte Trägermaterial?

Erst mit diesen drei Angaben lässt sich rechnen, wie viel Fläche ein Raum braucht. Ohne sie ist die Auswahl eine Wette auf eine Zahl, deren Zustandekommen nicht bekannt ist.

Wirkung & Kosten im Vergleich

MaßnahmeWirkt gegenPreis (typisch)Wirkung
DeckenabsorberNachhall90–160 €/m² DeckeT30 -40 bis -60 %
WandabsorberNachhall + Reflexion120–210 €/m²T30 -10 bis -20 %
Akustik-Trennwand Rw 42+Raum-zu-Raum290–420 €/m²Sprache nicht mehr verständlich
Office-Pod 1PCall-Isolation5.900–8.900 €Rw 28–34 dB
TextilteppichTrittschall + leichter Nachhall40–90 €/m²–3 bis –5 dB Impact

Normen: DIN 18041, VDI 2569, DIN 4109

DIN 18041 (Raumakustik): Für Büros gilt Nutzungsart A2 – Zielwert T_soll für die Nachhallzeit 0,5–0,6 s.
VDI 2569 (Mehrpersonenbüros): Ergänzt Empfehlungen für Sprachverständlichkeitsabstand rD und Ablenkungsradius.
DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau): Regelt Mindest-Rw-Werte für Trennwände zwischen unterschiedlich genutzten Räumen.

Während die VDI 2569 nutzerbezogen plant, formuliert die DIN 4109 eine bauteilbezogene Mindestanforderung an Wand, Decke und Tür.

Vertiefung im Schallschutz-Ratgeber.

Warum es „schalldicht" nicht gibt – und was Dämmung tatsächlich leistet

„Schalldicht" ist eine Anforderung, die kein Bauteil erfüllt. Schalldämmung ist kein Ja-Nein-Zustand, sondern eine Zahl: das bewertete Schalldämm-Maß Rw in Dezibel. Es gibt an, um wie viel der Schallpegel beim Durchgang durch das Bauteil sinkt. Wer im Leistungsverzeichnis „schalldichte Trennwand" schreibt, bekommt kein vergleichbares Angebot; wer „Rw 45 dB, Anschlüsse mitgeprüft" schreibt, schon.

Die folgenden Werte sind Orientierungswerte für normale Sprechlautstärke und setzen einen üblichen Grundgeräuschpegel von etwa 30 bis 35 dB(A) im Empfangsraum voraus. In einem sehr leisen Raum wird derselbe Wandaufbau als schlechter empfunden, in einem lauten als besser.

Rw der TrennwandWas von normaler Sprache im Nachbarraum ankommt
30 dBGespräche sind wortverständlich mitzuhören
37 dBin ruhigen Momenten in Teilen verständlich
42 dBhörbar, aber nicht mehr wortverständlich
48 dBnur noch als undeutliches Geräusch wahrnehmbar
52 dB und mehrin der Regel nicht mehr wahrnehmbar

Rw und R’w: der Unterschied, der Projekte kostet

Rw ist ein Laborwert, gemessen an der Wand allein. Im fertigen Gebäude gilt R’w – das Bau-Schalldämm-Maß, das alle Nebenwege einschließt. Nebenwege sind die Pfade, auf denen Schall an der Wand vorbeiläuft: über den Doppelboden, über die durchlaufende abgehängte Decke, über den Fassadenanschluss, über gemeinsame Lüftungskanäle. Werden diese Anschlüsse nicht mitgeplant, liegt der erreichte Wert regelmäßig mehrere Dezibel unter dem Katalogwert der Wand – und zwar unabhängig davon, wie gut die Wand selbst ist. Eine Wand mit Rw 52 dB über einem durchlaufenden Doppelboden kann im Ergebnis schlechter abschneiden als eine Wand mit Rw 45 dB mit sauber geschottetem Anschluss.

Dasselbe Prinzip gilt innerhalb der Wand selbst: Das schwächste Element bestimmt das Ergebnis. Wie stark eine Tür den Wert der gesamten Wand nach unten zieht, ist im Ratgeber Trennwand mit Tür an vier Fällen durchgerechnet.

VDI 2569 in der Praxis: die drei Größen, nach denen ein Großraumbüro bewertet wird

Im Einzelbüro genügt die Nachhallzeit als Kenngröße. Im Mehrpersonenbüro nicht: Dort geht es nicht darum, wie lange es nachhallt, sondern ab welcher Entfernung ein Gespräch aufhört, die Nachbarn zu stören. Genau dafür gibt es messbare Größen. Gemessen werden sie nach DIN EN ISO 3382-3, dem Messverfahren für Großraumbüros; die VDI 2569 stuft Mehrpersonenbüros in Raumakustikklassen ein und knüpft daran gestufte Anforderungen an diese Größen.

GrößeWas sie beschreibtEinheit
D2,SRäumliche Abklingrate des Sprachschallpegels: um wie viel Dezibel Sprache pro Verdopplung der Entfernung leiser wird. Je höher, desto schneller verliert sich ein Gespräch im Raum.dB
Lp,A,S,4mA-bewerteter Sprachschallpegel in 4 Metern Entfernung von der sprechenden Person.dB(A)
rDAblenkungsabstand: die Entfernung, ab der die Sprachverständlichkeit (STI) unter 0,50 fällt. Ab hier wird ein Gespräch als Geräusch statt als Inhalt wahrgenommen.m
rPPrivatheitsabstand: die Entfernung, ab der die Sprachverständlichkeit unter 0,20 fällt. Ab hier ist ein Gespräch praktisch nicht mehr mitzuhören.m

Die konkreten Zahlenwerte je Raumakustikklasse sind der jeweils gültigen Ausgabe der VDI 2569 zu entnehmen und gehören in das Leistungsverzeichnis – nicht in eine Faustregel. Was sich dagegen allgemein sagen lässt, ist die Rangfolge der Maßnahmen.

Warum Deckenabsorption allein den Ablenkungsabstand nicht löst

Absorption an der Decke reduziert den Schall, der über Reflexionen zum Nachbararbeitsplatz gelangt. Den direkten Weg zwischen zwei Sitzplätzen beeinflusst sie nicht. Genau dieser Direktschall bestimmt den Ablenkungsabstand aber maßgeblich, solange die Sitzplätze auf gleicher Höhe und in Sichtverbindung liegen. Deshalb ist die wirksamste Einzelmaßnahme zur Senkung von rD in aller Regel nicht mehr Deckenfläche, sondern eine Abschirmung in Kopfhöhe zwischen den Arbeitsplätzen – und zwar hoch genug, dass die Sichtverbindung im Sitzen unterbrochen ist. Absorbierende Decke und Abschirmung wirken zusammen; einzeln bleibt jede von beiden unter ihrem Potenzial. Das ist der Grund, warum reine Deckenprojekte im Großraum so häufig als „hat kaum was gebracht" bewertet werden. Welche Bauhöhen und Ausführungen dafür infrage kommen, steht im Ratgeber Schreibtisch-Trennwand.

Was in die Ausschreibung gehört

  1. Zielgrößen benennen: D2,S, Lp,A,S,4m und rD statt „gute Akustik".
  2. Messverfahren festlegen: Messung nach DIN EN ISO 3382-3 im möblierten Zustand, nicht im Rohbau.
  3. Messzeitpunkt festlegen: Nachmessung nach Möblierung als Abnahmebedingung, nicht als Option.
  4. Grundgeräuschpegel angeben – ohne ihn sind Sprachverständlichkeitswerte nicht reproduzierbar.
  5. Abschirmungshöhe als Maß fordern, nicht als Produktbezeichnung.
  6. Nebenwege über Doppelboden, abgehängte Decke und Lüftung ausdrücklich in den Leistungsumfang aufnehmen.

Vorgehen: Von der Messung zum Konzept

  1. Ist-Messung: Nachhallzeit T30, Frequenzgang, Sprachverständlichkeit STI – vor Ort in 2–3 h.
  2. Nutzungsanalyse: Wie viele Calls, welche Vertraulichkeit, welche Teamgrößen?
  3. Simulation: 3D-Akustikmodell mit Zielwerten nach DIN 18041.
  4. Konzept: Absorber-Layout, Trennwand-Positionen, Pod-Anzahl – abgestimmt mit der übrigen Büroeinrichtung.
  5. Umsetzung & Nachmessung: Bestätigung, dass Zielwerte erreicht sind – als Protokoll.

Praxisbeispiel: 40-Personen-Open-Space, 480 m²

Ausgangswert: T30 = 1,25 s (deutlich zu hoch). Symptome: ständige Klage über Konzentrationsverlust, 3 verlorene Calls pro Woche in offenen Bereichen.

  • 140 m² Deckenabsorber PET-Filz: 140 × 120 € = 16.800 €
  • 28 m² Wandabsorber hinter Sitzplätzen: 28 × 160 € = 4.480 €
  • 2 Solo-Pods für Focus/Call: 2 × 7.900 € = 15.800 €
  • 1 Meetingbox 4P: 18.500 €
  • 18 m² Akustiktrennwand Rw 44 vor Küche: 18 × 380 € = 6.840 €
  • Nadelfilz-Teppich Zonenwechsel: 60 m² × 65 € = 3.900 €
  • Gesamt: ~66.320 € netto = 1.658 € pro Arbeitsplatz

Ergebnis-Messung: T30 = 0,55 s (Zielwert erfüllt). Anwendersicht: „Wir haben wieder eine leise Arbeitszone."

Von der Raumakustikklasse zur Maßnahme

Aus der VDI 2569 folgt eine Planungsreihenfolge, die sich in der Praxis bewährt hat. Erstens: Die Raumakustikklasse festlegen, und zwar vor der Möblierung. Ein Vertriebsteam mit Dauertelefonie braucht einen anderen Anspruch als eine Entwicklungsabteilung, die überwiegend still arbeitet. Zweitens: Die Wirkebenen trennen. Absorption reduziert den Nachhall im Raum, Dämmung reduziert die Übertragung zwischen Räumen, Abschirmung reduziert die Ausbreitung über die Fläche — drei verschiedene Aufgaben, die drei verschiedene Produkte erfordern. Drittens: Die Fläche zonieren. Die VDI 2569 betrachtet ausdrücklich auch die Anordnung der Arbeitsplätze; Rücken-an-Rücken-Aufstellung mit Schirm zwischen den Zonen wirkt anders als Reihenaufstellung. Viertens: Für Gespräche mit Vertraulichkeitsanspruch keine Absorberlösung suchen, sondern eine bauliche — einen Pod oder einen abgetrennten Raum. Absorber machen einen Raum ruhiger, aber sie machen ein Gespräch nicht vertraulich. Fünftens: Nachmessen. Nach DIN EN ISO 3382-3 lässt sich die erreichte Qualität belegen, und nur damit wird aus einer Zusage eine überprüfbare Leistung.

Für Ihr Büro erstellen wir ein Akustik-Konzept mit verbindlichem Festpreis in 48 h – siehe Akustiklösungen, Akustikkabinen: Preise, die Komplettlösung Objektausstattung oder direkt zum bundesweiten Objekteinrichter. Regionale Serviceregion: Raum Göppingen.

Großraumbüro mit abgehängten Filz-Deckenbaffeln und Wandabsorbern hinter der Sitzzone
Deckenbaffeln und Wandabsorber in einem Mehrpersonenbüro. Die VDI 2569 bewertet solche Räume über die räumliche Abklingrate, nicht über die Nachhallzeit allein. Illustration, kein Projektfoto.
Einzelner Akustik-Pod als schallgedämmte Telefonkabine in einer offenen Bürofläche
Office-Pod als bauliche Trennung im offenen Raum. Pods wirken auf der Dämmebene, nicht auf der Absorptionsebene. Illustration, kein Projektfoto.
Detailaufnahme eines Wandabsorbers aus gepresstem PET-Filz mit vertikaler Rippenstruktur
Oberfläche eines Absorbers aus gepresstem PET-Filz. Der bewertete Schallabsorptionsgrad allein sagt nichts darüber, in welchem Frequenzbereich das Material wirkt. Illustration, kein Projektfoto.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Schalldämmung und Schallabsorption?

Schalldämmung reduziert, wie viel Schall durch eine Wand ins Nachbarzimmer dringt – gemessen in Rw (dB). Schallabsorption reduziert die Nachhallzeit im Raum selbst – gemessen in Sabin oder αw. Im Büro brauchen Sie meist beides: Trennwände für Dämmung, Absorber gegen Nachhall.

Was kostet effektive Büroschalldämmung?

Grobrahmen pro Arbeitsplatz: Nachhall-Behandlung (Decken- und Wandabsorber) 180–420 €. Trennwand mit Rw 42+ dB anteilig 900–1.800 €. Office-Pod für Calls anteilig 400–900 € (bei 20 MA und 1 Pod pro 20 MA). Gesamt 1.500–3.100 € pro Arbeitsplatz für spürbare Wirkung.

Welche Norm ist relevant?

DIN 18041 regelt die Raumakustik (Nachhall) für unterschiedliche Nutzungen. Für Büros wird Nutzungsart A2 herangezogen mit Zielwerten T_soll = 0,5–0,6 s. VDI 2569 ergänzt Anforderungen für Mehrpersonenbüros. DIN 4109 regelt den baulichen Schallschutz zwischen Räumen.

Was regelt die VDI 2569 für Büros?

Die VDI 2569 ergänzt DIN 18041 speziell für Mehrpersonenbüros: Sie definiert den Sprachverständlichkeitsabstand rD (ab welcher Entfernung Sprache nicht mehr verständlich ist) und den Ablenkungsradius rA um einen Arbeitsplatz. Ziel ist, dass Kolleginnen und Kollegen sich in Großraumbüros nicht gegenseitig ablenken. In der Praxis wird sie zusammen mit DIN 18041 (Nachhallzeit) und DIN 4109 (Trennwand-Schallschutz) angewendet.

Woran erkenne ich schlechte Büroakustik?

Typische Symptome: Sie hören Kollegen aus 8 m Entfernung wortverständlich, Meetings in Nachbarräumen sind zu hören, Nachhall > 1 Sekunde beim Klatschen, häufige Bitten um Wiederholung in Videocalls. Messtechnisch: Nachhallzeit T30 > 0,8 s bei < 300 m³ Volumen.

Reicht ein Teppich?

Nein. Teppich dämpft nur mittlere und hohe Frequenzen und maximal 10–15 % der benötigten Absorption. Für spürbare Wirkung braucht es Deckenabsorber (größte Fläche, unmöbliert) plus punktuelle Wandabsorber hinter Sitzplätzen.

Wie schnell wirken Maßnahmen?

Absorber und Pods wirken ab Aufstellung, also am selben Tag. Nachhallzeit-Verbesserung ist sofort messbar. Der subjektive Effekt (weniger Ermüdung, bessere Konzentration) stellt sich innerhalb von 2–4 Wochen im Team ein.

Gibt es eine schalldichte Trennwand?

Nein. Schalldämmung ist keine Ja-Nein-Eigenschaft, sondern ein Zahlenwert: das bewertete Schalldämm-Maß Rw in Dezibel. Ab etwa Rw 42 dB ist normale Sprache im Nachbarraum zwar noch hörbar, aber nicht mehr wortverständlich; ab etwa 52 dB in der Regel gar nicht mehr wahrnehmbar. Diese Werte setzen einen üblichen Grundgeräuschpegel von 30 bis 35 dB(A) im Empfangsraum voraus. „Schalldicht" ist deshalb keine ausschreibungsfähige Anforderung.

Was ist der Unterschied zwischen Rw und R’w?

Rw ist der im Labor an der Wand allein gemessene Wert. R’w ist das Bau-Schalldämm-Maß im fertigen Gebäude und schließt alle Nebenwege ein – Doppelboden, durchlaufende abgehängte Decke, Fassadenanschluss, gemeinsame Lüftungskanäle. Werden diese Anschlüsse nicht mitgeplant, liegt der erreichte Wert unter dem Katalogwert der Wand. Für die Ausschreibung ist deshalb R’w die relevante Größe, nicht Rw.

Was ist der Ablenkungsabstand rD?

Der Ablenkungsabstand rD ist die Entfernung von einer sprechenden Person, ab der die Sprachverständlichkeit (STI) unter 0,50 fällt – ab hier wird ein Gespräch als Geräusch statt als Inhalt wahrgenommen. Er wird nach DIN EN ISO 3382-3 gemessen und ist im Mehrpersonenbüro die aussagekräftigste Einzelgröße, weil er im Gegensatz zur Nachhallzeit direkt beschreibt, wie weit eine Störung reicht.

Was ist der Unterschied zwischen Schallabsorber und Schalldämmung?

Ein Schallabsorber verkürzt den Nachhall innerhalb eines Raums, indem er auftreffende Schallenergie in Wärme umwandelt. Schalldämmung verhindert, dass Schall von einem Raum in den nächsten gelangt, und wird über den Rw-Wert des trennenden Bauteils beschrieben. Absorber ersetzen keine Trennwand, und eine Trennwand macht einen halligen Raum nicht ruhiger – die beiden Maßnahmen lösen verschiedene Probleme.

Reicht der αw-Wert, um einen Schallabsorber auszuwählen?

Nein. αw ist ein Einzahlwert, der aus der gemessenen Absorptionskurve gebildet wird und nicht erkennen lässt, in welchem Frequenzbereich das Produkt arbeitet. Aussagekräftig wird die Angabe erst mit dem Formindikator L, M oder H, mit der Montageart, für die der Wert gilt, und mit dem Hinweis, ob er für die gelieferte Oberfläche oder für das Trägermaterial ermittelt wurde.

Was regelt die VDI 2569?

Die VDI 2569 „Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros“ behandelt die akustische Planung von Büroräumen. Sie stuft Mehrpersonenbüros in Raumakustikklassen ein und knüpft daran gestufte Anforderungen an Größen, die die Ausbreitung von Sprachschall im Raum beschreiben. Damit geht sie über die reine Nachhallzeitbetrachtung hinaus.

Was ist der Unterschied zwischen VDI 2569, DIN 18041 und DIN 4109?

Die DIN 4109 regelt die Bauakustik, also die Schalldämmung zwischen fremden Nutzungseinheiten, und stellt bauteilbezogene Mindestanforderungen. Die DIN 18041 regelt die Raumakustik, also die Hörsamkeit innerhalb eines Raumes. Die VDI 2569 ergänzt beide für den Bürofall und beschreibt, wie weit sich Sprache in einem Mehrpersonenbüro ausbreitet.

Welche Raumakustikklassen kennt die VDI 2569?

Die Richtlinie unterscheidet drei Klassen mit abgestuftem Anspruch an die Raumakustik – von hoch über mittel bis gering. Die Klasse wird zu Beginn der Planung festgelegt und bestimmt, wie viel absorbierende Fläche und wie viel bauliche Trennung ein Raum braucht. Die konkreten Zahlenwerte je Klasse stehen im Richtlinientext, der kostenpflichtig ist; diese Seite nennt deshalb nur die Systematik.

Wie wird die Akustik eines Großraumbüros gemessen?

Nach DIN EN ISO 3382-3, dem Messverfahren für Großraumbüros. Gemessen wird entlang eines Pfades durch die Bürofläche; daraus ergeben sich die räumliche Abklingrate des Sprachschallpegels D2,S, der Sprachschallpegel in 4 m Entfernung und der Ablenkungsabstand rD. Die Nachhallzeit allein genügt in einem Mehrpersonenbüro nicht.

Ist die VDI 2569 verbindlich?

Eine VDI-Richtlinie ist kein Gesetz. Sie wird verbindlich, wenn sie vertraglich vereinbart oder in einer Vorschrift in Bezug genommen wird. In der Praxis wird sie regelmäßig als Planungsgrundlage für Mehrpersonenbüros herangezogen, weil sie die einzige Regel ist, die den Bürofall in dieser Tiefe beschreibt.

Weiterlesen

Passende Themen

Konkretes Projekt?

Unverbindliches Konzept in 48 Stunden.

Schicken Sie uns Grundriss oder Fotos – Sie bekommen Ausführungsvorschlag, Budget-Range und Termin.

Beratung anfragen