Trennwände · Planung

Trennwand mit Tür: die Tür entscheidet, was die Wand am Ende leistet

In fast jeder Trennwandplanung wird die Wand sorgfältig ausgewählt und die Tür zuletzt bestellt. Das ist die falsche Reihenfolge – bauakustisch ist die Tür das schwächste Glied, und sie bestimmt das Ergebnis stärker als die Wand selbst. Dieser Ratgeber zeigt an einer nachrechenbaren Beispielrechnung, warum das so ist, ordnet die vier gängigen Türarten in Trennwandsystemen ein und benennt die Details, an denen Türplanungen regelmäßig scheitern.

Aktualisiert 2. September 202615 min LesezeitRedaktion Die Objekteinrichtung

Geht es um die Kosten, sind Systemtrennwände Kosten und Glastrennwand Kosten die passenden Seiten – hier geht es um die planerische Seite des Türelements.

Systemtrennwand mit eingebauter Ganzglastür in einer Bürofläche

Warum die Tür den Schallschutz der ganzen Wand bestimmt

Das resultierende Schalldämm-Maß einer Wand mit Tür ergibt sich nicht als Mittelwert der beiden Einzelwerte, sondern aus den flächenanteiligen Schall-Durchlässigkeiten der Einzelbauteile. Die Formel ist Standard der Bauakustik:

R′w,res = −10 · log₁₀ [ (S₁ · 10^(−R₁/10) + S₂ · 10^(−R₂/10)) / (S₁ + S₂) ]

Weil die Durchlässigkeit logarithmisch eingeht, dominiert das schwächste Bauteil das Ergebnis, sobald sein Flächenanteil nicht verschwindend klein ist. Genau das ist bei einer Tür der Fall: Zwei Quadratmeter Türfläche in einer zehn Quadratmeter großen Wand sind ein Fünftel der Fläche – und akustisch der weit überwiegende Teil des durchgelassenen Schalls.

Wand RwTür RwResultierendWas das bedeutet
45 dB27 dBca. 34 dBEine hochwertige Wand mit einer Standard-Bürotür liefert das Niveau einer einfachen Wand.
45 dB32 dBca. 39 dBSchon eine schallgedämmte Tür hebt das Gesamtergebnis um rund 5 dB.
45 dB37 dBca. 42 dBErst mit einer deutlich besseren Tür nähert sich das System dem Wandwert an.
50 dB32 dBca. 39 dBDie entscheidende Zeile: Die Wand von 45 auf 50 dB aufzurüsten bringt bei gleicher Tür nur etwa 0,6 dB. Das Geld ist an der falschen Stelle investiert.

Die vierte Zeile ist der eigentliche Planungshinweis. Ein Aufpreis für eine höherwertige Wand ist wirkungslos, solange die Tür das Ergebnis begrenzt. Umgekehrt gilt: In Räumen mit Vertraulichkeitsanspruch – Personalgespräche, Arztpraxen, Kanzleien – entscheidet das Türbudget über den Nutzen der gesamten Investition. Welcher Rw-Wert für welche Nutzung nötig ist, steht in Schallschutz im Büro; den Diskretionsfall behandelt Trennwände in der Arztpraxis.

Die vier Türarten in Trennwandsystemen

TürartPlatzbedarfErreichbarer SchallschutzGrenze
Drehtür in Zarge, Holz oder beplanktSchwenkbereich vor oder hinter der WandDie höchste erreichbare Stufe der vier Varianten – umlaufende Dichtung plus Bodendichtung sind konstruktiv möglichBraucht Schwenkfläche, die in schmalen Fluren und kleinen Büros fehlt.
Ganzglas-DrehtürSchwenkbereich, dazu Beschlagpunkte im GlasDeutlich unter der beplankten Drehtür, da die Dichtungsebene bei Ganzglas begrenzt istTransparenz und Schallschutz stehen hier direkt gegeneinander; Sichtschutz muss separat gelöst werden.
Schiebetür vor der Wand laufendKein Schwenkbereich, aber die Wandfläche daneben bleibt frei von MöbelnKonstruktionsbedingt die schwächste der vier Varianten – das Blatt liegt nicht in einem Falz anFür Räume mit Vertraulichkeitsanspruch in der Regel ungeeignet.
Schiebetür in der WandtascheKein Schwenkbereich, kein Flächenverlust im RaumEbenfalls begrenzt; zusätzlich ist die Wandtasche selbst eine akustische SchwachstelleNur bei Wandsystemen mit vorgesehener Tasche sinnvoll, nachträglich aufwendig.

Die Reihenfolge ist stabil: Wer Schallschutz braucht, plant eine Drehtür mit umlaufender Dichtung; wer Fläche sparen muss, zahlt dafür mit Dezibel. Eine Schiebetür lässt sich akustisch verbessern, aber nicht auf das Niveau einer gedichteten Drehtür bringen. Diese Entscheidung gehört an den Anfang der Planung, weil sie den Grundriss beeinflusst – ein Schwenkbereich, der erst am Ende auffällt, kostet Stellfläche oder eine Umplanung. Welche Wandsysteme welche Türvarianten aufnehmen, zeigen Systemtrennwände und Glaswände.

Die Details, an denen es scheitert

  1. Bodendichtung – Ohne absenkbare Bodendichtung bleibt unter dem Türblatt ein durchgehender Spalt. Er macht einen erheblichen Teil des in der Prüfung ermittelten Wertes zunichte; ein geprüfter Türwert gilt immer nur für den vollständigen Aufbau.
  2. Zargenanschluss – Die Fuge zwischen Zarge und Wandsystem muss dauerhaft dicht ausgeführt sein. Ein sauber montiertes Türelement in einer schlecht angeschlossenen Zarge ist ein häufiger und teurer Fehler, weil er erst nach der Abnahme auffällt.
  3. Durchgehende Dichtungsebene – Wand, Zarge und Türblatt müssen in derselben Ebene abdichten. Springt die Dichtungsebene, entsteht ein Nebenweg, den kein besseres Türblatt kompensiert.
  4. Anschluss an Rohdecke und Boden – Nebenwege über abgehängte Decken und Doppelböden umgehen die Tür komplett. Auch die beste Tür hilft nicht, wenn der Schall über den Deckenhohlraum läuft.
  5. Beschläge und Schließtechnik – Türschließer, Feststellanlagen und Zutrittskontrolle brauchen Vorlauf und beeinflussen Blattstärke und Zargenwahl. Wer sie nachträglich ergänzt, ändert am Ende das Türelement.

Türbreiten, Barrierefreiheit und Fluchtwege

DIN 18040-1 fordert für barrierefreie Türen im öffentlich zugänglichen Bereich eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 90 cm. Dazu kommen Bewegungsflächen vor der Tür, die in engen Grundrissen häufiger das Problem sind als die Türbreite selbst – eine Tür kann breit genug sein und trotzdem nicht barrierefrei nutzbar, wenn davor kein Platz zum Rangieren bleibt.

Für Türen in Rettungswegen staffelt die Arbeitsstättenregel ASR A2.3 die erforderliche lichte Breite nach der Personenzahl, die den Weg nutzt. Die im Einzelfall verbindliche Breite ergibt sich allerdings aus dem Brandschutzkonzept des Gebäudes und der Landesbauordnung, nicht aus einer allgemeinen Faustregel – im Zweifel vor der Ausschreibung mit dem Brandschutzplaner klären. Das ist ein Hinweis auf die Prüfpflicht und kein Rechtsrat. Welche Anforderungen die Arbeitsstättenregel an Anordnung, Glasflächen, Quetschschutz und Prüfung dieser Türen stellt, erläutert der Ratgeber zur ASR A1.7 Türen und Tore.

Ein praktischer Zusatz: Türbreiten nachträglich zu ändern ist in Systemtrennwänden möglich, weil das Türelement im Raster sitzt. Im Trockenbau dagegen ist dieselbe Änderung ein Eingriff in die Konstruktion.

Brandschutz: eine F30-Wand mit ungeprüfter Tür ist keine F30-Abtrennung

Feuerwiderstand ist eine Eigenschaft des geprüften Gesamtaufbaus, nicht einzelner Bauteile. Eine Wand der Klasse F30 verliert ihre Funktion als Abtrennung, wenn die eingesetzte Tür nicht entsprechend klassifiziert und zugelassen ist. Die Tür braucht ihre eigene Klassifizierung – T30 und Varianten –, zusätzlich kann Rauchdichtheit gefordert sein. Beides ist im Verwendbarkeitsnachweis dokumentiert und gehört ausdrücklich in die Ausschreibung, nicht in die Ausführungsplanung.

Welche Klassifizierung im konkreten Projekt gefordert ist, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept des Gebäudes und ist im Einzelfall zu prüfen. Die Feuerwiderstandsklassen und ihre Bedeutung erklärt unser Ratgeber zu Brandschutz bei Trennwänden.

Versetzbarkeit: der Unterschied zwischen System und Trockenbau

In einer Systemtrennwand ist das Türelement ein Modul – es lässt sich bei einer Grundrissänderung mit versetzen, weil Zarge und Wandraster aufeinander abgestimmt sind. Im Trockenbau ist dieselbe Änderung Abriss und Neuaufbau, inklusive Malerarbeiten und Staub im laufenden Betrieb.

Bei Mietflächen mit Rückbaupflicht ist das ein wirtschaftlich relevanter Unterschied, weil das Türelement seinen Wert behält statt in den Container zu gehen. Die Systemseite dazu ist Systemtrennwände, die vertragliche Seite Trennwände in Mietflächen. Für eine Einschätzung zu Ihrem Grundriss erreichen Sie uns über Kontakt.

Montage einer Trennwand mit Tür: Reihenfolge, Toleranzen, Schnittstellen

Die Montage entscheidet darüber, ob die geplanten Werte in der fertigen Wand ankommen. Ein Türelement mit geprüftem Schalldämm-Maß verliert seine Wirkung vollständig, wenn der Anschluss an Boden, Decke oder Nachbarwand nicht dicht ausgeführt wird – und das passiert in der Montage, nicht in der Planung.

Die Reihenfolge ist in aller Regel dieselbe: erst Aufmaß am fertigen Rohbau, dann Fertigung, dann Montage der Ständer und Anschlussprofile, dann das Türelement, zuletzt die Wandfelder und die Verfugung. Wer das Aufmaß vor dem fertigen Bodenaufbau nimmt, montiert später gegen eine Toleranz, die niemand mehr auffangen kann. Systemtrennwände arbeiten deshalb mit definierten Anschlussfugen; die Montage gleicht Unebenheiten über diese Fuge aus, nicht über das Türelement selbst.

Drei Schnittstellen fallen in der Praxis am häufigsten auf. Erstens der Bodenanschluss: Eine durchlaufende Fuge unter dem Türblatt hebt die Dämmung der gesamten Wand auf, weshalb bei Anforderungen an die Vertraulichkeit eine absenkbare Bodendichtung eingeplant gehört. Zweitens der Deckenanschluss: Läuft die Wand nur bis zur abgehängten Decke, bleibt im Deckenhohlraum eine Schallbrücke offen. Drittens die Elektroschnittstelle – Schalter, Zutrittskontrolle und Türöffner wollen vor der Montage geklärt sein, weil Nachrüstung im Ständerwerk aufwendig ist.

Für die Ausschreibung heißt das: Die Montage ist keine Nebenleistung, sondern der Teil, in dem die zugesagten Werte entstehen oder verloren gehen. Wer die Montage getrennt vergibt, sollte die Verantwortung für die Anschlussdichtigkeit ausdrücklich zuordnen.

Die drei kritischen Schnittstellen bei der Montage
SchnittstelleWas schiefgehtWas in die Ausschreibung gehört
Bodenanschluss unter der TürDurchlaufende Fuge hebt die Dämmung der Wand aufAbsenkbare Bodendichtung, Anforderung an die Restfuge
DeckenanschlussWand endet an der abgehängten Decke, Schallbrücke im HohlraumAnschluss bis Rohdecke oder Hohlraumschott, ausdrücklich benannt
Elektro und ZutrittTüröffner, Schalter und Kabelwege nach der Montage nachgerüstetPositionen und Leerrohre vor Fertigungsfreigabe festlegen
AufmaßzeitpunktAufmaß vor fertigem Bodenaufbau, Toleranz nicht auffangbarAufmaß erst nach Estrich und Bodenbelag

Rechtliche und normative Grundlagen dazu: Arbeitsstättenverordnung, Anhang Nr. 1.7 (Türen, Tore) – Volltext und DIN 4103-1: Nichttragende innere Trennwände.

Volltür mit flächenbündiger Oberfläche in einem Besprechungsraum

Oberflächen von Türblatt, Zarge und Wandfeld

Bei einer Trennwand mit Tür treffen zwei Bauteile aufeinander, die häufig aus unterschiedlichen Fertigungen kommen. Genau dort entstehen die sichtbaren Mängel, über die später gesprochen wird: Oberflächen, die sich im Ton unterscheiden, unterschiedlich glänzen oder unterschiedlich altern.

Üblich sind vier Oberflächen. Melaminharzbeschichtete Platten sind robust, preiswert und farblich gut reproduzierbar. Echtholzfurnier wirkt hochwertiger, verlangt aber eine Furnierbild-Abstimmung über Türblatt und Wandfeld hinweg – sonst steht ein anderes Furnierbild in der Tür als daneben. Pulverbeschichtete Metalloberflächen sind an Zargen und Rahmen verbreitet und lassen sich exakt nach RAL festlegen. Glas schließlich braucht eine Aussage zur Kantenausführung und zur Sicherheitsklasse.

Für die Praxis sind drei Punkte entscheidend. Erstens: Farbton und Glanzgrad gehören beide in die Ausschreibung – zwei Bauteile im gleichen RAL-Ton, aber unterschiedlichem Glanzgrad, wirken wie zwei Farben. Zweitens: Bei Furnier sollte die Herkunft aus einer Charge festgelegt werden. Drittens: Die Reinigungsfähigkeit der Oberflächen im Griffbereich ist ein Dauerthema; helle, matte Oberflächen zeigen Gebrauchsspuren deutlich schneller als strukturierte.

Die Wahl der Oberflächen hat außerdem eine akustische Nebenwirkung: Harte, glatte Oberflächen reflektieren, textile und strukturierte absorbieren einen Teil. Bei großen Wandflächen in Fluren und Besprechungsbereichen ist das kein Detail, sondern ein spürbarer Unterschied im Raumklang.

  • Farbton UND Glanzgrad für Türblatt, Zarge und Wandfeld gemeinsam festlegen
  • Bei Echtholzfurnier eine gemeinsame Charge und ein abgestimmtes Furnierbild verlangen
  • Kantenausführung und Sicherheitsklasse bei Glasflächen benennen
  • Reinigungsfähigkeit im Griffbereich prüfen, bevor eine helle matte Oberfläche gesetzt wird
  • Bei großen Wandflächen die akustische Wirkung der Oberflächen mitdenken
Glastürblatt mit Beschlag und schmalem Seitenteil neben der Türöffnung

Glastrennwand mit Tür: was hier anders läuft

Sobald die Wand aus Glas besteht, verschieben sich die Prioritäten. Eine Glastrennwand mit Tür wird meist gewählt, weil Tageslicht in die Tiefe soll – und genau dieser Vorteil steht in direktem Widerspruch zum Schallschutz, weil Glas als schwerer, aber steifer Baustoff bei mittleren Frequenzen eine ungünstige Kennlinie hat. In der Planung heißt das: Bei einer Glastrennwand entscheidet die Wahl des Scheibenaufbaus mehr über den Rw-Wert als bei einer geschlossenen Wand.

Für die Tür gelten dieselben drei Grundsätze wie sonst, nur mit engeren Toleranzen. Eine Ganzglastür in einer Glastrennwand erreicht ohne umlaufende Dichtung und absenkbare Bodendichtung kaum mehr als die Wirkung eines Sichtschutzes. Wer Vertraulichkeit braucht, kommt bei einer Glastrennwand in aller Regel auf ein gerahmtes Türblatt mit Zarge – optisch weniger leicht, akustisch deutlich planbarer. Zweiter Punkt: Die Beschlagslage muss zur Wandkonstruktion passen, weil bei Ganzglas keine nachträgliche Befestigung möglich ist. Dritter Punkt: Kennzeichnung. Große Glasflächen in Verkehrswegen brauchen eine erkennbare Markierung, sonst wird die Fläche zur Stolperstelle.

Wer zwischen Glas und geschlossener Wand abwägt, sollte die Entscheidung nicht am Bild treffen, sondern an der Nutzung des Raums dahinter. Für Besprechungsräume mit vertraulichen Inhalten ist eine Glastrennwand fast immer die teurere Lösung, weil der geforderte Schallschutz über den Scheibenaufbau eingekauft werden muss. Für Projekt- und Teamräume ohne Vertraulichkeitsanspruch ist sie oft die wirtschaftlichere, weil sie Beleuchtungskosten spart und die Fläche größer wirken lässt.

Glastrennwand mit Tür gegenüber geschlossener Trennwand mit Tür
KriteriumGlastrennwand mit TürGeschlossene Trennwand mit Tür
Tageslicht in die RaumtiefeHochNur über Lichtausschnitte
Planbarer SchallschutzÜber Scheibenaufbau erkaufbar, teurerÜber Wandaufbau, günstiger
Türausführung bei VertraulichkeitGerahmtes Türblatt mit Zarge nötigStandard-Türelement genügt meist
Nachträgliche BefestigungenBei Ganzglas nicht möglichIm Ständerwerk möglich
Kennzeichnungspflicht großer FlächenJa, in VerkehrswegenNur bei Lichtausschnitten

Was eine Glastrennwand pro m² kostet ist an anderer Stelle gerechnet; die Ausführungsseite zeigt Glaswände: Ausführungen und Systeme.

Neun Punkte für die Ausschreibung eines Türelements

  1. Geforderter Rw-Wert der Tür separat vom Wandwert benannt.
  2. Resultierendes Schalldämm-Maß der Wand-Tür-Kombination gerechnet, nicht geschätzt.
  3. Türart festgelegt, bevor der Grundriss final ist.
  4. Absenkbare Bodendichtung ausdrücklich gefordert, wo Schallschutz zählt.
  5. Zargenanschluss an das Wandsystem beschrieben.
  6. Lichte Durchgangsbreite und Bewegungsflächen gegen DIN 18040-1 geprüft.
  7. Anforderungen aus dem Brandschutzkonzept eingeholt – Feuerwiderstand und Rauchdichtheit.
  8. Nebenwege über Decke und Doppelboden im Detail geklärt.
  9. Beschläge, Schließtechnik und Zutrittskontrolle früh abgestimmt.

Wie die Türtypen im Systemtrennwandbau tatsächlich heißen

Rohrrahmentür aus Aluminium in einem Trennwandsystem, geschlossen

Wer eine Trennwand mit Tür ausschreibt, stößt in Herstellerunterlagen auf Begriffe, die im allgemeinen Sprachgebrauch nicht vorkommen. Die Typbezeichnung entscheidet aber darüber, welches Prüfzeugnis gilt und welche Beschläge passen. Die Rohrrahmentür — oft auch Alu-Rahmentür genannt — besteht aus einem umlaufenden Aluminiumprofil mit eingesetzter Füllung, meist Glas. Sie ist der Standard in transparenten Bürostrukturen, weil sie schmale Ansichtsbreiten mit brauchbarer Schalldämmung verbindet. Die Ganzglastür hat kein Rahmenprofil; das Türblatt besteht vollständig aus Sicherheitsglas und wird über Klemmbeschläge geführt. Sie wirkt am leichtesten und dämmt am wenigsten, weil die umlaufende Fuge konstruktionsbedingt größer bleibt. Die Volltür ist ein geschlossenes Türblatt ohne Lichtausschnitt; sie erreicht die höchsten Schalldämmwerte innerhalb einer Baureihe und wird dort eingesetzt, wo Vertraulichkeit vor Sichtbezug geht. Die Holztür ist konstruktiv eine Volltür mit Holzwerkstoffkern und ist die wirtschaftlichste Variante bei hoher Anforderung an die Dämmung. Die Brandschutztür schließlich ist keine eigene Gestaltungsvariante, sondern eine Klassifizierungsfrage: Sie ist ein geprüftes Bauteil, dessen Zulassung Türblatt, Zarge, Beschlag und Schließmittel als Einheit umfasst. Wichtig für die Ausschreibung: Diese fünf Typen sind nicht beliebig gegeneinander austauschbar. Der Wechsel von einer Rohrrahmentür auf eine Ganzglastür ist keine Oberflächenentscheidung, sondern verändert Schalldämmung, Beschlagslage und in aller Regel auch die Zargenausbildung.

Türtypen in Systemtrennwänden und ihre Merkmale
TypAufbauCharakteristik
Rohrrahmentür / Alu-Rahmentürumlaufendes Aluminiumprofil mit Füllungschmale Ansichten, transparent, mittlere bis hohe Dämmung
GanzglastürTürblatt vollständig aus ESG oder VSG, Klemmbeschlägemaximale Transparenz, geringste Dämmung der Reihe
Volltürgeschlossenes Türblatt ohne Lichtausschnitthöchste Dämmung der Reihe, kein Sichtbezug
HolztürVolltür mit Holzwerkstoffkernwirtschaftlich bei hoher Dämmanforderung
Brandschutztürgeprüfte Einheit aus Blatt, Zarge, Beschlag, Schließmittelnational als Feuerschutzabschluss nach DIN 4102-5, europäisch klassifiziert nach EN 13501-2 in Verbindung mit EN 16034
  • Typbezeichnung in die Ausschreibung schreiben, nicht nur „Tür mit Glas“
  • Ein Typwechsel ändert Dämmwert, Beschlag und Zarge zugleich
  • Bei Brandschutz gilt das Prüfzeugnis nur für die geprüfte Kombination

Zargenbauart, Glasaufbau und das Vokabular der Ausschreibung

Detail einer Blockzarge am Übergang von Türblatt zu Wandfeld

Zwei Zargenbauarten sind im Trennwandbau üblich, und der Unterschied ist planungsrelevant. Die Umfassungszarge greift von beiden Seiten um das Wandfeld herum und verdeckt die Anschlussfuge — die tolerantere und häufigere Lösung. Die Blockzarge steht als massiver Block in der Wandöffnung, wirkt flächenbündiger und ruhiger, verlangt dafür engere Maßtoleranzen bei der Montage. Wer flächenbündige Optik ausschreibt, sollte wissen, dass er damit auch die Toleranzanforderung erhöht. Beim Glas ist zwischen ESG und VSG zu unterscheiden. Einscheibensicherheitsglas, kurz ESG, zerfällt bei Bruch in stumpfe Krümel; Verbundsicherheitsglas, kurz VSG, besteht aus mindestens zwei Scheiben mit einer zähelastischen Zwischenschicht, die die Bruchstücke hält. Für Ganzglastüren ist ESG der Standard, VSG wird verlangt, wo Absturzsicherung oder Resttragfähigkeit gefordert ist. In der Ausschreibung eines Türelements gehören außerdem folgende Angaben zusammen: die Anschlagrichtung nach DIN 107, also ob die Tür DIN links oder DIN rechts öffnet; ob das Element ein- oder zweiflüglig ausgeführt wird; ob ein Oberlicht über der Tür oder ein Seitenteil neben der Tür vorgesehen ist; ob eine Absenkdichtung im Türblatt erforderlich ist, um die Bodenfuge im geschlossenen Zustand zu schließen; und im Fluchtweg, ob ein Panikschloss nach EN 1125 oder EN 179 verlangt wird. Rauchschutztüren sind gesondert nach DIN 18095 geregelt und nicht mit Brandschutztüren gleichzusetzen — eine Tür kann rauchdicht sein, ohne feuerhemmend zu sein, und umgekehrt.

Zweiflügliges Türelement mit Oberlicht in einer raumhohen Systemtrennwand
Absenkdichtung an der Unterkante eines Türblatts im geöffneten Zustand
Angaben, die in die Ausschreibung eines Türelements gehören
AngabeWarum sie gebraucht wirdBezug
ZargenbauartBlockzarge verlangt engere Toleranzen als UmfassungszargeMontageplanung
Glasart ESG oder VSGunterschiedliches Bruchverhalten und ResttragfähigkeitSicherheitsanforderung
Anschlagrichtungbestimmt Beschlagslage und FluchtrichtungDIN 107
Ein- oder zweiflügligbestimmt lichte Durchgangsbreite und BeschlagDIN 18040-1 bei Barrierefreiheit
Oberlicht / Seitenteilverändert Statik und Ansichtsbreiten des ElementsElementplanung
Absenkdichtungschließt die Bodenfuge im geschlossenen ZustandSchalldämmung
Panikfunktionim Fluchtweg zwingendEN 1125 / EN 179
Rauchschutzeigenständige Anforderung, nicht mit Brandschutz identischDIN 18095

Häufige Fragen

Wie stark verschlechtert eine Tür den Schallschutz einer Trennwand?

Erheblich. Bei 10 m² Wandfläche mit Rw 45 dB und 2 m² Türfläche mit Rw 27 dB liegt das resultierende Schalldämm-Maß bei rund 34 dB – die Tür bestimmt das Ergebnis.

Lohnt sich eine höherwertige Wand, wenn die Tür einfach bleibt?

In der Regel nicht. Im Beispiel oben bringt der Sprung von Rw 45 auf 50 dB bei unveränderter Tür nur etwa 0,6 dB. Das Budget gehört zuerst in die Tür.

Ist eine Schiebetür für Besprechungsräume geeignet?

Für Räume ohne Vertraulichkeitsanspruch ja. Wo Gespräche nicht mitgehört werden sollen, ist eine Drehtür mit umlaufender und absenkbarer Bodendichtung die richtige Wahl.

Brauche ich in einer F30-Wand zwingend eine T30-Tür?

Die Abtrennung wirkt nur, wenn auch die Tür entsprechend klassifiziert ist. Welche Klasse konkret gefordert ist, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept des Gebäudes.

Wie breit muss eine barrierefreie Tür sein?

DIN 18040-1 fordert mindestens 90 cm lichte Durchgangsbreite. Häufiger als die Breite selbst sind die erforderlichen Bewegungsflächen vor der Tür das Problem.

Kann ich ein Türelement später versetzen?

In Systemtrennwänden ja, weil Zarge und Raster aufeinander abgestimmt sind. Im Trockenbau bedeutet dieselbe Änderung Abriss und Neuaufbau.

Worauf kommt es bei der Montage einer Trennwand mit Tür am meisten an?

Auf die drei Anschlüsse: Boden, Decke und Elektro. Eine durchlaufende Fuge unter dem Türblatt hebt die Dämmung der gesamten Wand auf, ein Deckenanschluss nur bis zur abgehängten Decke lässt eine Schallbrücke im Hohlraum offen, und Türöffner oder Zutrittskontrolle lassen sich nach der Montage nur aufwendig nachrüsten. Das Aufmaß gehört zudem erst nach dem fertigen Bodenaufbau.

Müssen Türblatt und Wandfeld dieselbe Oberfläche haben?

Müssen nicht, sollten aber gemeinsam festgelegt werden. Zwei Bauteile im gleichen RAL-Ton, aber mit unterschiedlichem Glanzgrad wirken wie zwei verschiedene Farben. Bei Echtholzfurnier sollte zusätzlich eine gemeinsame Charge und ein abgestimmtes Furnierbild vereinbart werden.

Was ist der Unterschied zwischen Blockzarge und Umfassungszarge?

Die Umfassungszarge greift von beiden Seiten um das Wandfeld und verdeckt die Anschlussfuge; sie ist toleranter in der Montage. Die Blockzarge steht als massiver Block in der Öffnung, wirkt flächenbündiger und verlangt engere Maßtoleranzen.

ESG oder VSG für eine Glastür in der Trennwand?

Für Ganzglastüren ist Einscheibensicherheitsglas (ESG) der Standard. Verbundsicherheitsglas (VSG) wird verlangt, wo Absturzsicherung oder Resttragfähigkeit gefordert ist, weil die Zwischenschicht die Bruchstücke hält.

Ist eine Rauchschutztür dasselbe wie eine Brandschutztür?

Nein. Rauchschutztüren sind nach DIN 18095 geregelt, Brandschutztüren als Feuerschutzabschlüsse nach DIN 4102-5 beziehungsweise europäisch nach EN 13501-2 in Verbindung mit EN 16034. DIN 4102-13 gilt dagegen für Brandschutzverglasungen, nicht für Türen. Eine Tür kann rauchdicht sein, ohne feuerhemmend zu sein, und umgekehrt. Wird beides gefordert, muss das Bauteil für beides geprüft sein.

Welche Türtypen gibt es in Systemtrennwänden?

Üblich sind fünf: Rohrrahmentür (Alu-Rahmentür), Ganzglastür, Volltür, Holztür und Brandschutztür. Sie unterscheiden sich in Schalldämmung, Beschlagslage und Zargenausbildung und sind nicht beliebig gegeneinander austauschbar.

Weiterlesen

Passende Themen

Konkretes Projekt?

Unverbindliches Konzept in 48 Stunden.

Schicken Sie uns Grundriss oder Fotos – Sie bekommen Ausführungsvorschlag, Budget-Range und Termin.

Beratung anfragen