Raumteiler fürs Büro: welcher Typ zu welchem Ziel passt
„Raumteiler Büro“ ist ein Sammelbegriff für sechs sehr unterschiedliche Produkte, die alle dasselbe Wort im Namen tragen und völlig verschiedene Dinge tun. Zwischen einer freistehenden Akustik-Stellwand für 200 Euro und einer raumhohen Systemtrennwand liegen zwei Größenordnungen im Preis – und ein grundsätzlicher Unterschied in dem, was am Ende auf der Fläche passiert. Dieser Leitfaden stellt die Typen gegenüber, ordnet ihre akustische Wirkung realistisch ein und zeigt, welche Fragen vor der Produktwahl beantwortet sein müssen.
Wenn Sie eine gesamte Großraumfläche neu ordnen wollen, ist unser Leitfaden zur Zonierung im Großraumbüro der passendere Einstieg – hier geht es um die Auswahl des einzelnen Raumteilers.
Erst das Ziel, dann das Produkt
Vor jeder Produktauswahl stehen drei Fragen, und sie werden in der Praxis fast immer in der falschen Reihenfolge gestellt. Erstens: Soll der Raumteiler eine Sichtachse unterbrechen, den Schall dämpfen oder tatsächlich einen Raum bilden? Das sind drei verschiedene Aufgaben, und nur die dritte erfordert ein raumhohes Bauteil. Zweitens: Wie lange soll die Teilung bestehen – bis zur nächsten Umbelegung, für die Laufzeit des Mietvertrags oder dauerhaft? Drittens: Wer entscheidet über die Fläche? Bei Mietflächen entscheidet der Gewerbemietvertrag mit, was fest eingebaut werden darf und was am Ende zurückgebaut werden muss; die Einzelheiten dazu stehen in unserem Ratgeber zu Trennwänden in Mietflächen.
Wer diese drei Fragen beantwortet hat, hat den Typ meist schon festgelegt. Wer sie überspringt, kauft in der Regel zu klein für das eigentliche Problem – oder zu groß für den tatsächlichen Bedarf.
Die sechs Typen im Vergleich
| Typ | Was er bewirkt | Raumbildung | Flexibilität | Grenze |
|---|---|---|---|---|
| Akustik-Stellwand, freistehend | unterbricht Sichtachsen, absorbierende Oberfläche dämpft im Nahbereich | keine | sehr hoch, tagesaktuell umstellbar | Schall läuft oben und seitlich vorbei |
| Regal als Raumteiler | Sichttrennung plus Stauraum, streut statt zu absorbieren | keine | mittel, Umstellen nur im leeren Zustand | offene Fächer lassen Schall nahezu ungehindert durch |
| Akustikvorhang an Deckenschiene | flexible Abtrennung, absorbierende Textilfläche | temporär, weiche Trennung | hoch, in Sekunden zu öffnen | keine definierte Schalldämmung, Reinigung und Brandverhalten prüfen |
| Mobile Trennwand auf Schiene | teilt eine Fläche bei Bedarf und gibt sie wieder frei | temporär, geschlossene Fläche | mittel, planbar veränderbar | Bedienzeit, Parkraum für die Elemente, Deckenlast |
| Systemtrennwand raumhoch | echte Raumbildung mit definiertem Schallschutz | ja, dauerhaft und dennoch versetzbar | gering im Alltag, hoch über den Lebenszyklus | Brandschutz- und Lüftungskonzept sind mit zu planen |
| Akustikkabine / Raum-in-Raum | abgeschlossene Einheit ohne Baumaßnahme | ja, als Einheit im Raum | hoch, versetzbar | Stellfläche, Stromanschluss, Lüftung |
Die entscheidende Spalte ist nicht die Flexibilität, sondern die Raumbildung. Die ersten drei Typen ordnen eine Fläche optisch und akustisch, sie trennen sie aber nicht. Erst ab der mobilen Trennwand entsteht eine tatsächlich abgeteilte Fläche, und erst bei Systemtrennwand und Kabine ist die Abtrennung mit einem belastbaren akustischen Kennwert hinterlegt. Details zu den beiden letzten Zeilen stehen unter Systemtrennwände, mobile Trennwände und Raum-in-Raum-Systeme.
Raumteiler Büro: Stellwand, Paravent oder Raumtrenner – die Begriffe
Im Handel laufen dieselben Produkte unter mehreren Namen, und das erschwert jeden Angebotsvergleich. Stellwand und Akustikstellwand bezeichnen das freistehende, meist absorbierende Element auf Standfuß oder Rollen – die im Büro mit Abstand häufigste Bauform. Raumtrenner wird synonym verwendet, betont aber eher die optische Wirkung. Paravent stammt aus dem Wohnbereich und meint das mehrteilige, faltbare Element ohne akustische Funktion. Tischtrennwand oder Schreibtischtrennwand heißt das kleine Element, das direkt auf der Tischplatte sitzt und nur den einzelnen Arbeitsplatz abschirmt. Eine Stellwand ist damit kein anderes Produkt als ein Raumteiler, aber ein Paravent ist eines – und eine Tischtrennwand löst eine andere Aufgabe. Wer im Open Space Büroflächen zonieren will, braucht die mobile Stellwand; wer einzelne Arbeitsbereiche abschirmen will, die Tischtrennwand.
| Begriff | Was gemeint ist | Akustisch wirksam | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Stellwand / Akustikstellwand | freistehendes Element auf Standfuß oder Rollen | ja, mit ausgewiesener Absorberklasse | Zonierung im Open Space |
| Raumtrenner | synonym zur Stellwand, Betonung auf Optik | je nach Ausführung | Sichtschutz, Wegeführung |
| Paravent | faltbares, mehrteiliges Element aus dem Wohnbereich | in der Regel nein | Repräsentation, temporärer Sichtschutz |
| Tischtrennwand | Aufsatz direkt auf der Tischplatte | ja, im Nahbereich | einzelner Arbeitsplatz |
| Mobile Trennwand | geführtes System auf Schiene oder Rollen | ja, als geschlossene Fläche | temporäre Raumteilung |
Warum eine Stellwand ohne absorbierende Decke fast nichts bringt
Das ist der Zusammenhang, den kein Produktdatenblatt aufmacht, und er erklärt die meisten enttäuschten Erwartungen. Ein Schallschirm wirkt, indem er den direkten Weg zwischen Sprecher und Zuhörer unterbricht: Der Schall muss über die Oberkante gebeugt werden, und dieser Umweg kostet Pegel. Genau deshalb ist die Geometrie entscheidend und nicht die Materialstärke – je vollständiger die Sichtlinie unterbrochen ist und je näher der Schirm an der Quelle oder am Empfänger steht, desto größer die Wirkung. Im Freien ist das die ganze Geschichte. In einem Raum kommt jedoch ein zweiter Weg hinzu, den der Schirm überhaupt nicht erreicht: die Reflexion an der Decke. Ist die Decke hart, läuft der Schall einfach darüber und wieder herunter, und dieser Umweg ist kaum länger als der direkte. Die Folge ist, dass der Reflexionsweg die erreichbare Minderung nach oben begrenzt, egal wie hoch die Stellwand ist. Wer im Open Space Stellwände aufstellt, ohne die Decke zu behandeln, investiert deshalb in Sichtschutz und bekommt Akustik nur als Nebeneffekt. Die Reihenfolge ist umgekehrt: erst die Decke absorbierend machen, dann Stellwände setzen. Die europäische Norm für Schallschirme in Büros und Werkstätten, DIN EN ISO 17624, macht genau diese Abhängigkeit zur Voraussetzung ihrer Planungsempfehlungen.
| Einflussgröße | Wirkung | Praktische Konsequenz |
|---|---|---|
| Absorption der Decke | begrenzt die erreichbare Minderung nach oben | vor den Stellwänden planen, nicht danach |
| Unterbrechung der Sichtlinie | je vollständiger, desto größer der Umweg | Höhe an der sitzenden Augenhöhe ausrichten |
| Abstand zur Schallquelle | nah an Quelle oder Empfänger wirkt am stärksten | direkt an den Arbeitsplatz stellen, nicht in die Raummitte |
| Lücken zwischen Elementen | jede Lücke ist ein offener Schallweg | durchgehende Fläche statt mehrerer kurzer Elemente |
| Absorberklasse der Oberfläche | verhindert zusätzliche Reflexion zurück in den Raum | αw-Wert nach DIN EN ISO 11654 verlangen |
Welche Systeme dafür in Frage kommen, zeigt der Ratgeber Akustikdecken im Büro.
- ASR A3.7 „Lärm“ – Technische Regeln für Arbeitsstätten (BAuA)
- DIN EN ISO 17624 – Schallschirme in Büros und Werkstätten (DIN Media)
Akustik – was ein Raumteiler wirklich dämpft
Hier liegt die häufigste Enttäuschung. Ein freistehender Raumteiler kann Schall absorbieren, aber er kann ihn nicht aufhalten: Der Schall läuft über die Oberkante und um die Seiten herum. Die Wirkung ist deshalb keine Frage der Materialstärke, sondern der Geometrie – ein niedriger, breiter Raumteiler dicht an der Störquelle bringt mehr als ein hoher, schmaler in der Raummitte.
Belastbar vergleichen lassen sich absorbierende Raumteiler über den bewerteten Schallabsorptionsgrad αw nach DIN EN ISO 11654. Klasse A entspricht αw 0,90 bis 1,00, Klasse E nur noch 0,15 bis 0,25. Ohne diese Angabe ist ein Produkt akustisch nicht bewertbar, egal wie textil die Oberfläche aussieht.
Ganz anders arbeiten raumhohe Bauteile: Sie werden über das bewertete Schalldämm-Maß Rw beschrieben, das die Übertragung in den Nachbarraum beziffert. Unsere Schallschutz-Übersicht nennt dafür 35 dB für die Zonentrennung im Open Space, 37 dB für das Zellenbüro, 42 dB für Besprechungsräume und 44 bis 47 dB für Beratungssituationen. Diese Werte sind mit freistehenden Raumteilern grundsätzlich nicht erreichbar – nicht, weil die Produkte schlecht wären, sondern weil sie eine andere Aufgabe haben. Wo Systemtrennwände offene Zonen ersetzen, weisen unsere Erfahrungswerte eine Minderung von 8 bis 15 dB(A) am Arbeitsplatz aus.
Höhe und Länge – die zwei Stellschrauben
Die Höhe bestimmt, welche Art von Trennung überhaupt entsteht. Als Planungsrichtwerte aus der Praxis – keine Normvorgaben – haben sich diese Bänder bewährt:
| Höhe | Was entsteht | Passender Einsatz |
|---|---|---|
| 1,20–1,60 m | Markierung einer Zone, Sichtschutz im Sitzen | Kommunikationsbereiche, bewusst offene Flächen |
| 1,60–2,00 m | Sichtschutz auch im Stehen, spürbare Dämpfung | Teamzonen, Projektflächen |
| raumhoch | echte Raumbildung mit definiertem Schallschutz | Fokusräume, Besprechung, Vertraulichkeit |
Bei der Länge gilt derselbe Grundsatz wie bei der Tischtrennwand: Eine durchgehende Fläche wirkt deutlich stärker als mehrere kurze Elemente mit Lücken dazwischen. Jede Lücke ist ein offener Schallweg und hebt einen Teil der Wirkung wieder auf.
Was Raumteiler kosten
| Lösung | Richtwert | Grundlage |
|---|---|---|
| Kleinere freistehende Akustikelemente | ca. 85–250 € pro Element | öffentlich einsehbare Handelspreise, Stand August 2026 |
| Absorberfläche an der Wand (Klasse A) | ab 90 €/m² | unsere Schallschutz-Kostenübersicht |
| Mobile Trennwand, einfache Ausführung | 280–650 €/m² | mobile Trennwände |
| Mobile Trennwand, erhöhte Anforderungen | 700–1.400 €/m² | mobile Trennwände |
| Systemtrennwand, geschlossen | ab 189 €/m² | Systemtrennwände: Kosten |
| Systemtrennwand mit Glasanteil | 350–890 €/m² | Systemtrennwände: Kosten |
| Akustikkabine für 1 Person | ab ca. 5.900 € pro Einheit | Akustikkabinen-Preise |
Für Regal-Raumteiler und Akustikvorhänge geben wir bewusst keine Spanne an: Beide sind so stark von Ausführung, Material und Sonderanfertigung abhängig, dass ein Richtwert mehr Verwirrung stiften als Orientierung geben würde. Und eine Größenordnung, die in der Kalkulation regelmäßig untergeht: Bei mobilen und raumhohen Systemen ist der Quadratmeterpreis nur ein Teil der Rechnung – Montage, Anschlüsse an Boden und Decke sowie gegebenenfalls Anpassungen an Lüftung und Beleuchtung kommen hinzu.
Brandschutz, Fluchtwege und Standsicherheit
Drei Punkte, die bei freistehenden Raumteilern regelmäßig übersehen werden. Erstens die Standsicherheit: Freistehende Elemente in Verkehrsbereichen müssen so ausgeführt oder verbunden sein, dass sie nicht umgestoßen werden können – das gilt besonders bei hohen, schmalen Elementen. Zweitens die Fluchtwege: Raumteiler dürfen notwendige Flure und Rettungswege weder verengen noch verstellen; maßgeblich sind die jeweilige Landesbauordnung und das Brandschutzkonzept des Gebäudes. Drittens das Brandverhalten der Bezugsstoffe, das mit demselben Konzept abgestimmt sein muss.
Bei raumhohen Lösungen kommt hinzu, dass eine Raumteilung Auswirkungen auf Lüftung, Beleuchtung, Brandmeldeanlage und Sprinklerung haben kann. Das ist kein Argument gegen die Lösung, aber ein Grund, die Gebäudetechnik früh einzubeziehen. Die Anforderungen an brandschutzklassifizierte Wände beschreibt unser Ratgeber zu Brandschutz-Trennwänden.
Material, Farbe und Auswahl in der Praxis
Bei den Materialien gilt dasselbe wie bei Deckenabsorbern: Polyestervlies aus PET ist leicht, in großer Farbauswahl erhältlich und frei zuschneidbar, textil bespannte Rahmen wirken ruhiger und erlauben praktisch jede Farbe, Filzoberflächen sind robust und pinnbar. Für die Zonierung im Open Space ist die Farbe kein Dekorationsthema, sondern ein Orientierungsmittel – unterschiedlich eingefärbte Elemente machen Bereiche ohne Beschilderung lesbar. Praktisch entscheidend sind darüber hinaus drei Details, die in Angeboten oft fehlen: ob das Element auf Standfuß oder auf Rollen steht, ob es sich mit dem Nachbarelement verbinden lässt, und ob es sich im Bedarfsfall auch als Tischtrennwand oder Wandelement weiterverwenden lässt. Elemente, die sich koppeln lassen, sind langfristig flexibler, weil sie mit der Fläche mitwachsen.
- Standfuß oder Rollen: Rollen machen das Element tagesaktuell mobil, Standfüße stehen sicherer.
- Koppelbarkeit prüfen – nur verbundene Elemente ergeben eine durchgehende Fläche ohne Schallweg.
- Absorberklasse nach DIN EN ISO 11654 verlangen, nicht nur eine Materialbezeichnung.
- Brandverhalten der Bezugsstoffe gegen das Brandschutzkonzept prüfen.
- Farbe als Zonierungsmittel einsetzen, nicht nur als Gestaltungselement.
- Nachbestellbarkeit klären, damit spätere Ergänzungen farblich passen.
Auswahl in fünf Schritten
- Ziel festlegen: Sichtschutz, Akustik oder Raumbildung – schriftlich, in einem Satz.
- Zeithorizont bestimmen: bis zur nächsten Umbelegung, Mietvertragslaufzeit oder dauerhaft.
- Vertraulichkeitsbedarf prüfen: Sobald Inhalte Dritte nichts angehen, ist ein offener Raumteiler ausgeschlossen.
- Typ nach der Vergleichstabelle auswählen und erst danach Hersteller und Modell.
- Randbedingungen abklären: Mietvertrag, Fluchtwege, Brandschutzkonzept, Deckenlast, Bodenbelag.
Was Raumteiler im Büro tatsächlich verändern
Ein Raumteiler wird selten gekauft, weil ein Raum geteilt werden soll. Gekauft wird er, weil eine Fläche etwas nicht leistet: Es ist zu laut, es fehlt der Sichtschutz, Besprechungen stören die Konzentrationsarbeit nebenan. Wer die Auswahl an dieser Wirkung ausrichtet statt am Produktbild, trifft sie schneller und billiger. Drei Wirkungen lassen sich sauber trennen. Erstens die akustische: Absorbierende Elemente reduzieren die Nachhallzeit und reduzieren damit den Pegel, den ein Gespräch zwei Tische weiter erzeugt. Zweitens die visuelle: Schon eine Höhe knapp über Sitzaugenhöhe nimmt Bewegung aus dem Blickfeld und ermöglicht konzentriertes Arbeiten, ohne die Fläche optisch zu schließen. Drittens die organisatorische: Ein Raumteiler macht sichtbar, wo eine Zone endet, und schafft damit eine Verhaltensregel, die kein Aushang ersetzt.
Diese drei Wirkungen bieten unterschiedliche Produkttypen in sehr unterschiedlichem Maß an. Freistehende Stellwände schaffen vor allem Sichtschutz und etwas Absorption. Akustisch wirksame Trennwandsysteme ermöglichen zusätzlich eine planbare Dämmung zwischen zwei Bereichen. Raumhohe Trennwandsysteme schaffen echte Räume mit definiertem Schalldämm-Maß — und nehmen dafür Flexibilität. Die Möglichkeit, später umzubauen, sinkt mit jedem Schritt in Richtung fester Wand. Für die Auswahl heißt das: Erst festlegen, welche der drei Wirkungen die Fläche wirklich braucht, dann prüfen, welche Möglichkeit das mit dem geringsten Eingriff erreicht.
Design und Farbe entscheiden dabei nicht über die Wirkung, aber über die Akzeptanz. Eine Lösung, die als Fremdkörper wahrgenommen wird, wird verschoben, verstellt oder abgebaut — und dann bringt auch die beste Absorption nichts. Individuelle Bezugsstoffe, ein durchgehendes Design über alle Zonen und eine ruhige Farbfamilie tragen deshalb spürbar zur Arbeitsatmosphäre bei, obwohl sie akustisch neutral sind. Wer beides zusammen plant — Wirkung und Erscheinung —, bekommt eine Arbeitsatmosphäre, die die Fläche trägt, statt sie nur zu unterteilen.
| Gewünschte Wirkung | Was der Raumteiler leisten muss | Passender Typ | Was dafür entfällt |
|---|---|---|---|
| Weniger Pegel in der Fläche | Absorbierende Oberfläche, ausreichende Fläche, Decke mitbedacht | Akustikstellwand, akustisch wirksame Trennwandsysteme | Nichts — geringster Eingriff |
| Sichtschutz am Arbeitsplatz | Höhe knapp über Sitzaugenhöhe, blickdichtes Material | Tischtrennwand, niedrige Stellwand | Keine Schalldämmung zwischen Zonen |
| Ruhe für vertrauliche Gespräche | Planbares Schalldämm-Maß, dichter Anschluss oben und unten | Raumhohes Trennwandsystem | Flexibilität und Tageslicht in der Tiefe |
| Sichtbare Zonengrenze | Erkennbare Linie, ohne die Fläche zu schließen | Regal-Raumteiler, halbhohe Systemwand | Vertraulichkeit |
Vier Grundrisse und der Raumteiler, der dort funktioniert
Die gleiche Stellwand wirkt in vier Grundrissen völlig unterschiedlich. Wer die Fläche vorher einordnet, spart sich die teuerste Fehlentscheidung: eine Lösung zu kaufen, die am falschen Ort steht. Im tiefen Großraum ohne Zwischenwände entsteht das Problem nicht am einzelnen Tisch, sondern in der Fläche insgesamt — hier reduzieren einzelne Stellwände den Pegel kaum messbar, solange die Decke reflektiert. Im schmalen Schlauchbüro dagegen ermöglichen bereits zwei quer gestellte Elemente eine spürbare Zonierung, weil sie die Sichtachse brechen. Im zellenartigen Altbau mit vielen kleinen Räumen ist der Raumteiler selten die richtige Antwort; dort fehlt eher eine Öffnung als eine Trennung. Und in der Fläche mit Desk-Sharing entscheidet weniger die Trennung als die Wiedererkennbarkeit: Zonen müssen ohne Erklärung lesbar sein, sonst werden sie nicht so genutzt, wie sie geplant waren.
Für alle vier Fälle gilt derselbe Prüfschritt vor der Bestellung: die Fläche einmal zur Hauptarbeitszeit begehen und notieren, woher die Störung tatsächlich kommt. In der Praxis ist es überraschend oft nicht der Nachbartisch, sondern der Verkehrsweg, die Kaffeezone oder eine einzelne Telefonarbeitsplatzgruppe. Dann steht der Raumteiler dort, wo er wirkt — und nicht dort, wo Platz war.
| Flächentyp | Typisches Problem | Was dort wirkt | Häufiger Fehlgriff |
|---|---|---|---|
| Tiefer Großraum ohne Zwischenwände | Diffuser Grundpegel, lange Nachhallzeit | Deckenabsorption zuerst, danach Stellwände an den Störquellen | Viele Stellwände ohne Deckenmaßnahme |
| Schmales Schlauchbüro | Sichtachse über die ganze Länge | Zwei bis drei quer gestellte, raumhohe oder halbhohe Elemente | Niedrige Tischaufsätze |
| Zellenbüro im Bestand | Zu viele kleine Räume, schlechte Auslastung | Öffnen und mit versetzbaren Systemwänden neu ordnen | Zusätzliche Trennung |
| Desk-Sharing-Fläche | Zonen werden nicht wie geplant genutzt | Lesbare Zonengrenzen, klare Farb- und Materialwechsel | Trennung ohne erkennbares Muster |
Häufige Fragen
Welcher Raumteiler dämpft am besten den Schall?
Unter den freistehenden Typen die Akustik-Stellwand mit ausgewiesener Absorberklasse, weil sie Schallenergie tatsächlich aufnimmt statt sie nur zu streuen. Wirklich abschirmen kann jedoch nur eine raumhohe Lösung – Systemtrennwand oder Akustikkabine.
Wie hoch muss ein Raumteiler im Büro sein?
Für die reine Zonenmarkierung reichen 1,20 bis 1,60 m. Soll auch im Stehen Sichtschutz bestehen und eine spürbare Dämpfung entstehen, sind 1,60 bis 2,00 m die passende Größenordnung. Echte Raumbildung beginnt erst bei raumhoher Ausführung.
Was ist der Unterschied zwischen Raumteiler und Trennwand?
Ein Raumteiler ordnet eine Fläche, eine Trennwand teilt sie. Der Raumteiler steht frei im Raum und lässt Schall oben und seitlich passieren; die Trennwand schließt an Boden und Decke an und besitzt einen bewerteten Schallschutzwert. Sprachlich werden beide oft gleichgesetzt, in der Ausschreibung sind es zwei verschiedene Positionen.
Sind Raumteiler im Büro genehmigungspflichtig?
Freistehende Raumteiler sind in der Regel Einrichtungsgegenstände und damit nicht genehmigungspflichtig. Sobald jedoch eine raumbildende Abtrennung entsteht, können Anforderungen aus Brandschutz, Fluchtwegführung und Arbeitsstättenrecht greifen. Maßgeblich sind die Landesbauordnung und das Brandschutzkonzept des Gebäudes – das ist im Einzelfall zu klären und ersetzt keine fachliche Prüfung vor Ort.
Was kostet ein Raumteiler fürs Büro?
Kleinere freistehende Akustikelemente liegen bei rund 85 bis 250 € pro Stück. Mobile Trennwände beginnen bei 280 €/m², geschlossene Systemtrennwände ab 189 €/m², Systemtrennwände mit Glasanteil liegen zwischen 350 und 890 €/m². Eine Akustikkabine für eine Person startet bei rund 5.900 € pro Einheit.
Raumteiler oder Akustikkabine für Telefonate?
Für Telefonate ist die Kabine die richtige Kategorie. Ein offener Raumteiler senkt weder den Pegel für die Umgebung noch schützt er den Inhalt des Gesprächs. Die Auswahlkriterien stehen unter Telefonbox fürs Büro.
Was ist der Unterschied zwischen Stellwand und Raumteiler?
Praktisch keiner – beide Begriffe bezeichnen das freistehende Element, das eine Fläche gliedert, ohne sie baulich zu trennen. Stellwand ist der im Bürokontext übliche Fachbegriff, Raumteiler der allgemeinere. Ein Paravent ist dagegen ein faltbares Wohnraumelement ohne akustische Funktion, und eine Tischtrennwand sitzt direkt auf der Tischplatte und schirmt nur den einzelnen Arbeitsplatz ab.
Wie viel Schall hält eine freistehende Stellwand wirklich ab?
Deutlich weniger, als die meisten erwarten – und die Ursache liegt oft nicht an der Wand. Ein Schallschirm unterbricht nur den direkten Weg; über eine harte Decke läuft der Schall nahezu ungehindert darüber hinweg. Solange die Decke nicht absorbierend ausgeführt ist, begrenzt dieser Reflexionsweg die erreichbare Minderung, unabhängig von der Höhe der Stellwand. Die sinnvolle Reihenfolge ist deshalb: erst die Decke, dann die Stellwände.
Stellwand auf Rollen oder auf Standfuß?
Rollen machen das Element tagesaktuell umstellbar und sind im Open Space die flexiblere Wahl, solange die Elemente feststellbar sind. Standfüße stehen sicherer und sind bei hohen, schmalen Elementen sowie in Verkehrsbereichen vorzuziehen. Für eine durchgehende, akustisch wirksame Fläche sollten die Elemente in beiden Fällen miteinander koppelbar sein.
Wie viele Raumteiler braucht ein Büro mit 20 Arbeitsplätzen?
Die Zahl folgt nicht der Kopfzahl, sondern den Störquellen. Sinnvoll ist, die Fläche zur Hauptarbeitszeit zu begehen und die zwei bis drei Stellen zu markieren, an denen Gespräche entstehen — meist Verkehrsweg, Telefonzone und Kaffeepunkt. Raumteiler an diesen Stellen reduzieren den wahrgenommenen Pegel deutlich stärker als eine gleichmäßige Verteilung über alle Tische.
Bringt ein Raumteiler auch etwas, wenn die Decke nicht absorbiert?
Nur eingeschränkt. Eine reflektierende Decke leitet den Schall über den Raumteiler hinweg. Der Sichtschutz bleibt, die akustische Wirkung fällt deutlich geringer aus als im Datenblatt des Elements angegeben. Wo die Decke nicht verändert werden kann, sind höhere Elemente und eine Platzierung direkt an der Schallquelle die wirksamere Möglichkeit.
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